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ab, Fig. 6, und verlängert dieselbe bis zum Schnitte mit 
dem 3. Obergurtstück, verbindet deren Schnittpunkt mit 
dem Durchschnittspunkte der beiden mitdurchschnittenen 
Trägerstücke und zerlegt die Kraft ab in eine Parallele 
zu der so erhaltenen Verbindungslinie und in eine Paral 
lele zu dem 3. Obergurtstück, so entspricht die letztere 
der Grösse und Richtung nach der grössten Zugspannung 
des 3. Obergurtstücks. Um die hierbei entstehenden spitzen 
Schnittwinkel und die hieraus folgenden ungenaueren Ab 
messungen zu vermeiden, lässt sich folgendes Verfahren 
an die Stelle setzen. Zieht man durch A, Fig. 2, eine 
Parallele zu ab, Fig. 6, bis zum Schnitt c, Fig. 1, mit 
dem Untergurt, verbindet c mit dem Durchschnittspunkte 
d der beiden mitdurchschnittenen Trägerstücke, zerlegt ab 
in eine zum Untergurt Parallele ae, Fig. 6, und in eine 
zu cd Parallele eb, so ist die im Schnittpunkte d der Dia 
gonale und des Obergurtstücks im 3. Felde angreifende 
Kraft eb nach deren Richtungen zu zerlegen und liefert 
mit der Diagonalspannung ef die grösste Spannung bf im 
3. Obergurtstück zu 98,80 tn. 
Die grösste Zugspannung im 3. unteren Gurt 
stück entsteht, nach Fig. 9 b 3, wenn die Knoten 1 bis 6 
durch Verkehr belastet sind. Die rechts vom Schnitte lie 
genden Lasten 3 bis 6 liefern in A, Fig. 2, einen zu der 
Resultante ah, Fig. 6, der Polygonkräfte 3 bis 6 paralle 
len Zug Ag, während die beiden links vom Schnitte wirken 
den Lasten 1, 2' auf das linke Trägerstück den Zug bi 
in der Richtung SG ausüben. Durch den Schnittpunkt g 
dieser beiden äusseren Kräfte ist eine Parallele gl zu deren 
Resultante hk, Fig. 6, zu ziehen, deren Durchschnittspunkt 
l mit der unteren Gurtung mit dem Durchschnittspunkte 
d der beiden mitdurchschnittenen Trägerstücke zu verbin 
den und hlc in eine Horizontale km sowie in eine Paral 
lele mli zu Id zu zerlegen, wovon die erstere die gesuchte 
grösste Zugspannung im 3. Untergurt darstellt und 22,06 
tn beträgt. 
Die grösste Druckbelastung der 3. Diagonale ent 
steht nach Fig. 9 b 3 bei demselben Belastungszustande wie 
im vorhergehenden Falle. Verlängert man daher die in 
Fig. 6 bereits gefundene, ebenfalls in g, Fig. 2, angrei- 
fonde Kraft hk, Fig. 6, bis zum Schnittpunkt n mit der 
Diagonale, verbindet dieselbe mit dem Durchschnittspunkte 
q der beiden mitdurchschnittenen Gurten und zerlegt hk 
in eine Parallele ho zu nq und in eine Parallele ko zur 
Diagonalen, so stellt die letztere die gesuchte grösste Druek- 
und zugleich Zugspannung in der 3. Diagonale dar und 
beträgt 14,60 tn. 
Die grösste Druckspannung in der zwischen dem 2. 
und 3.Feld befindlichen Verticale entsteht nach Fig. 9 d 2, 
wenn die Knoten 7 bis einschliesslich I belastet sind. Die 
Resultante bh, Fig. 6, aus den Stützenzügen 7 bis I ist 
die in A, Fig. 2, nach Grösse und Richtung wirkende äus 
sere Kraft. Wird durch A eine Parallele zu bh gezogen, 
bis zum Schnitte p mit der 2. Verticale fortgesetzt und p 
mit dem Durchschnittspunkt q der mitdurchschnittenen 
Gurtstücke verbunden, so lässt sich bh nach einer Paral 
lelen br zu pq und nach einer Verticalen hr zerlegen, wo 
von die letztere die gesuchte grösste Druckspannung der 
2. Verticale darstellt, welche zu 10,77 tn gefunden wurde. 
In ähnlicher Weise sind in Fig. 6 die grössten Ver 
kehrsspannungen auch sämmtlicher übrigen Constructions- 
theile des Mittelträgers bestimmt und mit den früher ge 
fundenen Spannungen durch das Eigengewicht in den Dia 
gonalen, Fig. 10 a , zusammengestellt worden. Um die 
durch analytische Behandlung gewonnenen mit den 
graphisch ermittelten Spannungszahlen bequem vergleichen 
zu können, sind die ersteren den letzteren in Klammern 
beigefügt. 
3. Die Charniere. Sämmtliche Charnierbolzen wer 
den nach Taf. 4 in zwei Querschnitten durch Zugkräfte 
auf Abscheeren beansprucht. Wie sich aus 2. ergiebt, be 
tragen diese Zugkräfte im Scheitel und Auflager des Mittel 
trägers bezw. Zimax = 213,32 und Z^max = 238,14tn, 
im Scheitel des Seitenträgers Z$ max = 219,61 tn. Wird 
der Scheerwiderstand des qcm v — 600 kg angenommen, 
so erhält man aus der Gleichung 2. 
nd 2 
4 
.v — Z den Bol 
zendurchmesser d 
= ]/ 2Z 
\ nv 1 
daher beziehungsweise 
+1 
cm 
und di 
.219,61 
,14.600 
= rd. 15,5 cm, 
wonach die bezw. auf Taf. 4, Fig. 20—22, Taf. 5, Fig. 
25—27 und Taf. 4, Fig. 28—30 dargestellte Construction 
der Charniere bewirkt ist. 
4. Die Windverbände, welche zwischen die Unter 
gurten der Hauptträger eingelegt sind, vermehren oder 
vermindern die Spannungen der ersteren und sind für jene 
Untergurten bei denjenigen unsymmetrischen Stellungen 
der Verkehrslast zu berechnen, welche die grössten Span 
nungen durch die Verkehrslast hervorrufen, während die 
Spannungen der Diagonalen und Transversalen bei den 
jenigen, von den vorhergehenden abweichenden, Belastungs 
zuständen zu berechnen sind, welche darin die grössten 
Spannungen hervorrufen. 
Die vom Winde getroffene Fläche eines Mittelträgers 
beträgt 95 qm*), man erhält mithin bei einem Winddrucke 
von 0,15 tn einen Knotendrnck p — 95.0,15. 4 /6o = 0,95 tn, 
während bei einer Waggonhöhe von 1,5 m der Winddruck 
auf den Eisenbahnzug 1,5.0,15. 4 = 0,9 tn für jeden Kno 
tenpunkt beträgt. 
a. Der Seitenträger. Die Untergurten der Seiten 
träger erfahren den grössten Druck durch Verkehr bei 
voller Belastung nur des Mittelträgers, s. Texttafel A, 
Fig. 9. Die zu denselben hinzutretenden Windpressungen 
sind daher bei Entlastung des Seitenträgers von Verkehr 
zu bestimmen. In diesem Falle wirkt ein Winddruck von 
p = 0,95 tn auf jeden Knotenpunkt des Windverbandes, 
man erhält daher in dessen n — 7 Feldern mit l = 4m 
Feldweite und b = 6 m Breite an der dem Winde zuge 
wandten Seite die Druckspannung 
■y pk . . 0,95.4 , 
% ifij — 2 0 7 fyij. 
Bei entgegengesetzter Belastungsweise durch Verkehr findet 
die grösste Zugspannung der Untergurten statt. Bei dieser 
vollen Belastung des Seitenträgers wirkt ein Winddruck 
i?+g = l,85tn auf jeden Knotenpunkt des Windverbandes 
und erzeugt an der dem Winde abgewandten Seite die 
Zugspannung 
Z m — 1)(»+1— m)= 1)(8 — m). 
Für die Windspannung in den Diagonalen mit der Länge 
d und Transversalen mit der Länge b sind die grössten 
einseitigen Belastungen, mithin die Formeln **) 
Y m max = ^ |+ra + 1 — 2m) + \n—m)(«+1 —m) J = 
2 
V m min 
7,22 
6 
\ j^0,95(8—2m) + --(7 — m)(8 
und 
—^ (n +1 — 2m) 
0 2 95 (8_2m)-^(7- 
2 n 
(n- 
m)] 
m){n +1— m) = 
-m)(8—m) 
massgebend. Setzt man hierin successive m— 1,2 ... und 
stellt die berechneten Werthe zusammen, so folgt die 
Tabelle der Spannungen im Windverbande 
des Seitenträgers in tn. 
m 
1 
2 
3 
4 
6 
6 
7 
X 
-3,7 
-3,2 
—3,8 
-3,8 
-3,8 
-3,2 
— 1,9 
z 
0 
+3,7 
+6,2 
+ 7,4 
+6,2 
+ 3,7 
0 
Y 
+6,66 
+4,594 
+ 2,685 
+ 0,925 
+ 2,685 
+4,594 
+6,66 
A 
—5,55 
—3,83 
—2,235 
-0,775 
+2,235 
—3,83 
-5,55 
*) Dieselbe setzt sieb zusammen aus derjenigen 
a) des Obergurts 19,353 qm 
b) des Untergurts .... 18,000 „ 
c) der Diagonalen .... 12,000 „ 
d) der Verticalen .... 7,770 „ 
e) der Fahrbakntlieile etc. . 38,009 „ 
zusammen 95,123 qm rot. 95 qm w. o. 
**) Vgl. Abth. I, Heft 2, Gleichung 72 und 77 dieses Werkes.
        

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