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6. Anschlüsse der Stäbe an die Gurten. Die 
Diagonalen und Verticalen der Seiten- und Mittelträger 
sind mittelst Gussstahlbolzen und bezw. einfacher und 
doppelter gussstählerner Knotenbleche an deren Ober- und 
Untergurten angeschlossen, s. Taf. 4, Fig. 5 bis 25, wäh 
rend sie an jene Knotenbleche angenietet sind. 
a. Bolzen. Da jene Gussstahlbleche dieselben Grenz 
spannungen wie die mit ihnen verbundenen Verticalen 
oder Diagonalen erfahren, so ergiebt sich ihre zulässige 
Anspruchnahme aus Gleichung 198, von welcher der Sicher 
heit halber nur ca. 4 /s zu nehmen ist. Man erhält mithin, 
wenn, wie dies bei den Diagonalen der Fall, Smax — Smin 
ist, die kleinste zulässige Spannung des qcm 
smin = 1100 ^1 — jq jg = r ^- 0/ tn, 
und wegen ——-smin = Smax den Bolzendurchmesser 
d— ]/—= 1 128 l/Smax. 
]/ n. smin 
Die grösste Zug- und Druckspannung der Diagonalen 
im Seiten- und Mittelträger beträgt nach dem Früheren 
bezw. 29,09 und 22,21 tn, daher bezw. die durchgängig 
angewandten Durchmesser ihrer Bolzen 
d s = 1,1281/29,09 =rd.6, d m = 1,281/22,21= rd. 5,5 cm. 
b. Knotenbleche. Nimmt man, damit der Loch 
druck in dem Knotenblech von der Dicke d nicht zu gross 
werde, denselben zu 2smin = 2.0,5 für den qcm an, so 
muss mindestens —ß-. S min <r dd . 2 . smin sein, woraus 
4 
nach Einführung der Zahlenwerthe ä = ^ • d, mithin z. B. 
TC 
für den oben berechneten Werth d m <5 m = ^ • 5,5=4,1 cm. 
Hiernach haben die doppelten Knotenbleche, welche zum 
Anschlüsse der Verticalen dienen, je 2 cm und die zum 
Anschlüsse der Diagonalen dienenden, aus zwei mitein 
ander vernieteten Platten bestehenden Knotenbleche je 
4 cm Dicke erhalten. 
c. Nietanschlüsse. Die aus je 4 Winkeleisen be 
stehenden Diagonalen werden an jene Knotenbleche 
mittelst 2schnittiger Niete angeschlossen, deren Zahl n sich 
aus der Gleichung 2 n ergiebt, worin Ymax 
die grösste Spannung der Diagonalen und smin die kleinste 
zulässige Anspruchnahme bezeichnet. Für Nietbolzendurch- 
Ymax 
messer von 2 cm und smin — 0,5 tn wird n— 
l,75o4 
man erhält mithin z. B. für die 4. Diagonale des Seiten- 
22 82 
trägers n = — rd. 13 Niete, wofür der Symmetrie 
wegen 14 angenommen worden sind. 
Die aus einem Flacheisen und je zwei Winkeleisen 
bestehenden Verticalen werden an jene doppelten Knoten 
bleche mittelst einschnittiger Niete angeschlossen, deren 
d 2 5 
Zahl n sich aus der Gleichung mi ^ worin f die 
Querschnittsfläche des angeschlossenen Stabes bezeichnet, 
ergiebt. Wird der Nietbolzendurchmesser zu 2 cm ange 
nommen, so wird **=0,4.f, man erhält mithin, z. B. für 
die 4. Verticale des Seitenträgers, deren Querschnitt 36,1 
qcm beträgt, n = rot 15, wofür 16 einschnittige Niete an 
gewandt sind. In ähnlicher Weise sind die Zahlen der 
erforderlichen Anschlussniete zu berechnen. 
7. Die Verankerungen. Nach dem in Fig. 34, 
Taf. IV dargestellten Verankerungs-Schema schliesst der 
obere Theil der Ankerkette mit der Wagrechten und der 
untere Theil derselben mit der Lothrechten einen Winkel 
« = 14° 5'36" ein, welcher sich aus Gleichung tga = 
f 7 533 
! = - ergeben hat, während die Axe der Lagerstütze 
i OU 
den Winkel, welchen die Axen jener beiden Theile mit 
einander bilden, halbirt. 
I. Analytische Berechnung. Die grösste und 
kleinste Spannung S erfährt der obere und untere Theil 
der Ankerkette bezw. bei der Vollbelastung und Entlastung 
des Mittelträgers, wobei derselbe den grössten und klein 
sten Horizontalschub H und Verticaldruck V auf den 
Seitenträger ausübt. 
Bei Vollbelastung und Entlastung des Mittel trägers 
erhält man bezw. 
H = 1 ^ (14,2.7.14+ 7,1.30) = 213,1 tn, V = ~ (14,2 . 
7.14+7,1.30) = 53,49 tn, Smax = V213,1 2 +53,49 2 = 
219,61 tn 
und H = 7 -^ 33 (8,2.7.14+4,1.30) = 123 tn, F = ^(8,2. 
7.14+4,1.30) = 30,89 tn, Smin = l^l28*+3pÖ* = 
126,81 tn. 
Der grösste Druck N auf die Pendelstütze ergiebt 
sich dann, wegen sw* (90—2a) = cos 2a, aus 
,, 0 COS2a m a r*i cos 28°1F16" co , 
Nmax =Smax -r-ns \ — 219,61 • , C A n .-, 00;ft =225,58 tn 
s*w(45+a) sw*(59°5 38 ) 
, , T . 0 . cos28°ll'16" iqaoc + 
und Nmm=Smm —= 130,26 tn, 
sw* 59° 5 38 
während der Seitenträger auf das Ankermauerwerk den 
.8,2.7.14^i _ 
30 
lothrechten Druck A- 
• 41 = 30,9 tn ausübt. 
Trägt man diese Kräfte auf, s. Taf. IV, Fig. 31, und 
setzt sie mit den Gewichten der einzelnen Elemente des 
Ankermauerwerks zusammen, so ergeben sich zwei wesent 
lich verschiedene Stützlinien, welche sich am übersichtlich 
sten auf graphischem Wege darstellen lassen. 
II. Graphische Berechnung. 
Zur graphischen Prüfung der Stabilität des Veran 
kerungsmauerwerks genügt es, die in demselben bei ent 
lasteter und bei vollbelasteter Brückenbahn erzeugten bei 
den Stützlinien zu construiren, da diese alle übrigen Stütz 
linien, welche den hiervon abweichenden Belastungen ent 
sprechen, umhüllen werden. 
Die erstere, aus der Eigengewichts-Belastung 
hervorgehende Stützlinie findet man durch folgende Zu 
sammensetzung der Kräfte. Beginnt man mit der ana 
lytisch ermittelten Spannung der Kette durch Eigengewicht, 
welche, nach Texttafel A, Fig. 34, 126,81 tn beträgt und 
in Fig. 33 durch die Linie AB nach Richtung und Grösse 
dargestellt ist, so setzt sich dieselbe im Punkte D, s. Fig.31, 
mit dem Gewichte von 24,2 tn des Mauerkörpers zu der 
Resultante AB, s. Fig. 33, zusammen. Zieht man von 1), 
s. Fig. 31, aus eine Parallele zu AB, so trifft dieselbe 
das Gewicht von 74,3 tn des folgenden Mauerkörpers im 
Punkt F. Reiht man dem lothrecht abwärts wirkenden 
Gewichte BE, Fig. 33, dieses Gewicht EG = 74,3 tn an, 
so erhält man aus den drei Kräften AB, BE und EG 
die Resultante AG. Wird durch F, s. Fig. 31, eine Pa 
rallele zu AG gezogen, so trifft dieselbe im Punkte II 
die Verlängerung des negativen, also lothrecht aufwärts 
wirkenden Gewichtes von 6,2 tn des Verankerungsschachtes. 
Dies letztere ist der Grösse nach in der Richtung GB‘, 
s. Fig. 33, von G ab nach oben aufzutragen, der End 
punkt J mit A zu verbinden und durch II, Fig. 31, eine 
Parallele zu AJzu ziehen, welche die verlängerte Richtung 
der nächstfolgenden Kraft von 29,9 tn im Punkte K 
schneidet.. Wird letztere von J, Fig. 33, aus an die un 
mittelbar vorhergangene angereiht, L mit A zur Resultante 
LA verbunden und durch K, Fig. 31, eine Parallele zu LA 
gezogen, so trifft sie die Schwerlinie des nächstfolgenden 
Gewichtes von 12,6 tn der Ueberschüttung im Punkt M. 
Wird dieses Gewicht nebst den Gewichten von 7,4, 5,1 
und 20,2 tn der folgenden Mauerkörper der Reihe nach 
auf die Senkrechten LN abgetragen und werden deren 
Endpunkte mit A verbunden, so liefern die Parallelen zu 
diesen Verbindungslinien die Fortsetzung OPQBST des 
Stützpolygons. 
Um die Lage der Resultirenden aus den Kräften 107; 
30,9; 12,3; 40,8; 25,8; 4,7 und 86,2 tn zu finden, trägt 
man dieselben auf eine Verticale, s. Fig. 32, der Reihe 
nach auf und verbindet deren Endpuncte mit einem be-
        

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