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m 1 w * 
liebig gewählten Pole X, woraus das in Fig. 32 darge 
stellte Kräftepolygon sowie das zugehörige, in Fig, 31 
dargestellte Seilpolygon abcdefgh entsteht. Wird nun gh 
parallel zu WX bis zum Schnitt i mit der durch a ge 
zogenen Horizontalen verlängert, so stellt il die Schwer 
linie der zuletzt betrachteten Mauerkörper dar. Das Ge 
wicht derselben ist mit dem durch C gehenden Pendeldruck 
von 130,25 tn zu der Resultante VY. s. Fig. 32, zu com- 
biniren, welche 411 tn beträgt und in Schnittpunct l beider 
Kräfte angreift. Wird nun durch T eine Parallele zu Am, 
Fig. 33 gezogen, dieselbe bis zum Schnitt n mit der Kraft 
FY, s. Fig. 31, verlängert, so erhält man die durch n 
gehende Endresultate AO, welche die Mauerbasis in U 
trifft. 
Wird in ähnlicher Weise die aus der Total-Belastung 
herrührende Kraft Bp mit den aufeinanderfolgenden, von 
dem Erd- und Mauerdrucke herrührenden Kräften combinirt, 
so erhält man in analoger Weise die in Fig. 31 darge 
stellte Stützlinie Da' b' c' d' e‘ f‘ g‘ h‘ i‘ Je' V, welche die 
Mauerbasis im Puncte V schneidet. Da dieser Durchschnitts- 
punct in die Drehungskante des Mauerkörpers fällt, dieses 
Stützpolygon also einem labilen Gleichgewichtszustand ent 
spricht, so ist die Mauerbasis in der angegebenen Weise 
verbreitert und zu der Endresultante Je' V annähernd normal 
angeordnet worden. 
Die Details der Verankerungen ergeben sich aus den 
Figuren 2, 4 und 28—35 der Tafel 4. 
8) Fahrbahn. Sie besteht aus einer auf einer Kies 
unterlage ausgeführten, seitlich von lrölzeren Saumschwellen 
begrenzten, durch quadratische Buckelplatten von je 1 m 
Seitenlange getragenen Pflasterung, s. Tafel IV, Fig. 24, 
25, 27, welche in der Mitte durch je fünf, im Querschnitt 
Iförmige und an den Seiten durch je zwei, im Querschnitt 
[förmige Längsträger und je 4 m von einander entfernte 
Querträger unterstützt wird. Um die Buckelplatten mög 
lichst tragfähig zu machen, sind dieselben mit ihren je 
6 cm breiten Längsrändern auf jene Längsträger und mit 
ihren ebenso breiten Querrändern auf je 1 m von einander 
entfernte T eisen genietet, deren Enden unter die Kopf 
platten jenes Längsträgers genietet sind, s. Taf. IV, Fig. 
20 u. 19. 
a. Die Längsträger. Nimmt man an, dass ein Wagen 
rad von 3000 kg Gewicht auf deren Mitte stellt und deren 
ständige Belastung 1690 kg*) beträgt, so ist bei einer 
Länge derselben von 400 cm deren grösstes Angriffsmoment 
n/r 3000 AAA 1690 1AA ojooca l 
Mmax = —^--200 -i—,■ • 100 — 342250 cm kg, 
u a 
welchem bei ihrer Höhe von 30 cm und einer zulässigen An- 
spruchnahme des qcm von 700 kg ein kleinstes Wider 
standsmoment w Mmin = 700 / 1 F> . t gegenübersteht. Werden 
beide Werthe gleichgesetzt, so muss das Trägheitsmoment 
des Längsträgers jf— 16 /7üü 342250=8556 M cm sein, welchem 
ein Teisen mit Abmessungen von 30 x 1,3x12,5 x 1,55 cm 
und mit einem Trägheitsmomente von 8708 cm entspricht. 
b. Die Querträger. Nimmt man deren Eigengewicht 
zu 500 kg d. m und eine Belastung derselben von zwei 
Wagen mit 3,5 m Radstand, 1,5 m Axenlänge und 3000 kg 
Raddruck an, welche symmetrisch über je 2 Längsträgern 
stehen, so ist bei einer Länge derselben von 660 cm deren 
grösstes Angriffsmoment 
„Mmax = 6235.800 - 250.150 = 1833000 cm kg. 
welchem bei ihrer Höhe von 60 cm und einer zulässigen 
Anspruchnahme des qcm s = 600 kg ein kleinstes Wider 
standsmoment w Mmin= ^ • t entgegen wirkt. Werden 
beide Werthe gleich gesetzt, so muss das Trägheitsmoment 
des Längsträgers t— 3 %oo 1833000 = 91650 M cm sein, wel 
chem ein aus 4 Winkeleisen von je 10,5 x 10,5 x 1,3 cm 
und aus einer Verticalplätte von 60 x ] cm zusammenge- 
*) Dieselbe besteht aus den Gewichten: 
a) der Beschotterung von 4 m Länge, 0,15 m mittlerer 
Dicke und 1900 kg Gew. d. cbm, also 4.0,15.1900 -= 1140 kg 
b) von 4 Buckelplatten mit je 62,5 kg, also 4.62,5= 250 kg 
c) des Längsträgers von 75 kg d. m, also 4.75 = 300 kg 
zus. 1690 kg 
setzter Querschnitt mit einem Trägheitsmomente von 102726 
M™ entspricht. Da jeder Auflagerdruck an den Enden der 
Querträger bei deren angegebener Belastungsweise A = 
10512 kg beträgt, so ergiebt sich die zu deren Anschluss 
an die Haupträger erforderliche Zahl n zweischnittiger 
Niete aus der Gleichung 2n.v — A, mithin, wenn ein 
Nietschaftdurchmesser d = 2 cm und der Scheerwiderstand 
v = 600 kg f. d. qcm angenommen wird, n = 3. Hier 
nach ist die Höhe der Querträger nach deren Enden hin 
ermässigt worden, s. Taf. IV, Fig. 24, 25 und 28. 
9) Bankette. Sie bestehen aus einem Bohlen 
beläge, welcher auf 1,3 m breiten, je 4 m von einander 
abstehenden Consolen ruht. Nimmt man eine veränderliche 
Belastung ihres qm von 350 kg an, so beträgt dieselbe im 
Ganzen 4.1,3.350 = 1820 kg und wenn deren Eigenge 
wicht und ständige Belastung zu 300 kg angenommen wird, 
zusammen 2120 kg oder 1060 kg an jedem Ende. Für eine 
Höhe der Consolen von 0,45 m erhält man hiernach die 
1 3 
grösste Zugspannung im Obergurt X= 1060 =2900 
kg und die grösste Druckspannung im Untergurt Z=—1060. 
V 
1,3 2 + 0,45 
0,45 
= — 3333 kg, wonach die Consolen mit 
hinreichender Sicherheit aus einer Verticalplatte von 1,2 cm 
Stärke und je 2 Winkeleisen von 8,5 x 8,5 x 1,2 cm, 
s. Taf. IV, Fig. 24, 25, 27, gebildet worden sind. Die An 
ordnung der beiden [ förmigen Längsträger, der auf den 
selben ruhenden kurzen Querschwellen und der darauf zu 
nagelnden Längsbohlen ergiebt sich aus denselben Figuren. 
Taf. VI. Drahtkabelbrücke bei Bucaramanga 
in Neu-Granada*). 
1. Allgemeine Anordnung. 
Die auf Taf. VI dargestellte, von der ehemaligen 
Firma Waltjen u. Cie. in Bremen erbaute Drahtkabelbrücke 
bei Bucaramanga in Neu-Granada stellt eine combinirte 
Fachwerk- und Hängebrücke mit 56 ra Stützweite und 3,5 m 
Pfeilhöhe dar, deren Drahtkabel eine 2,25 m von Mittel 
zu Mittel der Fachwerkträger breite Brückenbahn mit fach 
werkartigem Horizontalverband tragen, über convexe guss 
eiserne Sättel auf steinernen Pilonen laufen und mittelst 
gerader Spannkabel und eiserner Ankerplatten in über 
wölbten, untereinander verbundenen Ankerkammern fest 
gehalten sind. Die Drahtkabel sind auf jeder Seite 
doppelt und bestehen aus je 7 dünnen Drahtseilen, s. Fig. 1 
und 25 bis 30, welche in horizontalen Entfernungen von 
je 1 m durch gusseiserne Klemmbüchsen, an welche zu 
gleich die oben in Schlingen endigenden schmiedeisernen 
Tragstangen angehängt sind, zusammengepresst werden, 
sind in dem Ankermauerwerk divergirend angeordnet. Tn 
der Nähe der V erankerung sind sie durch konische Hülsen 
auseinandergespreizt und durch Schraubengewinde mit star 
ken Rundeisen verbunden, s. Fig. 22—24, welche die Anker 
platte durchsetzen und hinter derselben durch doppelte 
Muttern festgehalten sind, s. Fig. 12. Die Tragstangen be 
stehen aus je zwei Rundeisen, wovon das obere unten eine 
Schlinge hat, in der das untere bügelartige Stück hängt und 
unten mittelst je zweier doppelter Schraubenmuttern den im 
Querschnitte I-förmigen Querträger aufnimmt. Dieser 
durchsetzt die durchlaufende, 25 cm hohe Verticalplatte 
des Untergurts, an welche sich in der aus Fig. 17, 19 
und 20 ersichtlichen Weise oben und unten je zwei Win 
keleisen anschliessen. Der T-förmige, aus einer 10 cm 
hohen Verticalplatte, je zwei Winkeleisen und einer Hori 
zontalplatte bestehende Obergurt ist mit dem Untergurte 
durch im Querschnitt kreuzförmige, aus je einer 10 cm brei 
ten Platte und je zwei Winkeleisen bestehende, Vertikale 
verbunden, welche an dem letzteren durch paralleltrapez 
förmige, mittelst je zweier Winkel eisenstücke an die Quer 
träger genietete, Anschlussbleche, s. Fig. 19, festgehalten 
sind. Die gekreuzten, aus Flacheisen von 5,26 cm Breite 
*) Bearbeitet und veröffentlicht mit Genehmigung des 
Herrn Ingenieur Overbeck. Direktor der Actiengesellschaft 
Weser in Bremen. 
12
        

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