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bestehenden Diagonalen sind, wie Fig. 17 zeigt, abwech 
selnd vorn und hinten an die Vertikalplatten der beiden 
Gurte mittelst je zweier Niete befestigt und an ihren 
Kreuzungspunkten durch theils einfache, theils doppelte 
Stehholzen verbunden. Ueber dem Obergurt und unter 
dem Untergurte der Querträger — da wo dieselben die 
Untergurten der Hauptträger schneiden — ist je ein aus 
Flacheisen bestehender Horizontalverband, s. Fig. 15 
und 19, angeschlossen, dessen Diagonale an den Enden 
der Fachwerkträger an besondere Anschlussbleche, in deren 
Mitte direct an die Querträger genietet sind. Auf die 
Querträger sind nach Fig. 19, 20 hölzerne Querschwellen 
geschraubt, worauf die Längsbohlen der Brückenbahn ge 
nagelt sind. 
2. Statische Berechnung*). 
a. Ermittelung des vortheilhaftesten Höhen 
verhältnisses. Um die Brücke so zu construiren, dass 
ein jeder Constructionstheil unter den für ihn ungünstigen 
Umständen das Maximum der zulässigen Spannung er 
reicht, ist die Pfeilhöhe f des parabolischen Kabels und 
die Höhe h der Fachwerkträger, beide mit der Spannweite 
27 so zu bestimmen, dass bei allmälig wachsender Belastung 
die Spannungen im Kabel und im Fachwerkträger gleich 
zeitig die Spannungsgrenze erreichen. Da bei dem Kabel 
zugleich auf den Einfluss einer gleichzeitig stattfindenden 
Temperatur-Aenderung Rücksicht zu nehmen ist, so be 
trägt, wenn mit <5 das grösste durch die Belastung er 
zeugte, mit J das der grössten Temperatur-Aenderung 
entsprechende Verlängerungsverhältniss bezeichnet wird, die 
Senkung des Kabels 
204) . .... s = 74(d + J)~, 
ferner, wenn mit ö t das grösste, im Fachwerkträger vor 
kommende Längenveränderungsverhältniss bezeichnet wird, 
205) Sl = 5 /6<5i^- 
Werden beide Werthe gleichgesetzt, so erhält man 
onn & _ 7e di 
206) f 3 / 4 (d + * 
Nimmt man an, dass die Brücke bei mittlerer Temperatur 
aufgestellt wird, so ist die Grösse /J nach der höchsten, 
über jene mittlere Temperatur steigenden Temperatur zu 
berechnen. Bei einer Temperaturerhöhung t = 41° C. und 
20,5° C. ist das Ausdehnungsverhältniss für Schmiedeisen 
bezw. z/ = 7 2 ooo und V 40 oo. Da der Elasticitätsmodul des 
qmm Schmiedeisen E = 20000 kg beträgt und die zulässige 
Spannung des qmm zwischen 5 und 10 kg variirt, so 
liegen die diesen Spannungen entsprechenden Werthe ö und 
di zwischen den Grenzen ä /2oooo und '%oooo- Setzt man 
nun die Pfeilhöhe des Kabels zu f = 3,5 m fest, so erhält 
man als Mittelwerth h= l,2 m , wofür bei der vorliegenden 
Construction rund 1 m angenommen worden ist. 
b. Temperaturspannungen. Sieht man den einer 
Hebung des Kabels bei Temperaturerniedrigung von dem 
Fachwerkträger entgegengesetzten Widerstand als eine 
gleichförmig auf das erstere vertheilte Belastung 7c an und 
bezeichnet mit E und F bezw. den Elasticitätsmodul und 
den Querschnitt des Kabels, mit E' und t' bezw. den 
Elasticitätsmodul und das Trägheitsmoment des Fachwerk 
trägers, so erhält man, wenn alle früheren Bezeichnungen 
beibehalten und die Zahlen werthe eingeführt werden, die 
Temperaturbelastung 207) 
2 JEFh _ 2.72000.20000.7500.3500 _ 
k 
'i 
Pl+n 
20 E F P 
9 Ei Fi 
j 28000^1 + 
20 7500 3500 
.9 ‘15000* 1000 
7 
0,0458 kg für den mm, also rund 46 kg für den m. Hier 
nach ergiebt sich die Spannung des qmm Kabel 
*) Vgl. Ritter, Elementare Theorie und Berechnung eiser 
ner Dach- und Brüeken-Constructionen. Hannover 1870. S. 345 ff., 
wo die statische Berechnung einer solchen Brücke mit 60 m 
Spannweite, 4 m Pfeilhöhe der Kabel und 1,5 m Höhe der P’ach- 
werkträger durchgeführt ist. 
i 
hl 2 0,046.28000 2 
208) . *— 2Ff~ 2.7500.3500 
und des qmm Fachwerkträgergurt 
= 0,6869 kg 
209) . 
Si 
kl°- 0,046.28000 2 
= 2,404 kg. 
c. Spannungen durch Eigengewicht. Wird die 
Längeneinheit der Brücke mit einer gleichförmig vertheil 
ten Last p beschwert, wovon das Kabel den Theil np, der 
Fachwerkträger den Theil p (1—n) übernimmt, so ergiebt 
sich 
210) .... n= 9 E a E\W' 
+ 20* E' F'p 
mithin, wenn darin 
h_ 
f 
1 
gesetzt 
wird, n = 0,93155. Beträgt die permanente Last für den 
m 375 kg, also 0,375 kg für den mm, so übernimmt hier 
von das Kabel 375.0,93155 = 349,33 kg und der Fach 
werkträger 375.0,06845 = 25,67 kg für den in. Diese Be 
lastungen erzeugen die Spannung im Kabel 
211) 
np V- _ 0,34933.2800 2 
2Ff ~ 2.7500.3500 
5,216 kg, 
kn Fachwerkträger 
212 
s = 
(1— n)pl 2 _0,06845.2800 2 
Fi h 
15000.1000 
= 1,341 kg. 
d. Spannungen durch unsymmetrisch ver 
theilte Verkehrsbelastung. Wird die Brücke zwi 
schen den beliebigen Abständen z-, und z { von der Brücken- 
mitte mit der auf die Längeneinheit gleichförmig ver 
theilten Belastung q beschwert, so übernimmt das Kabel 
hiervon den Antheil ——worin der Factor 
Li 
213) . n- 2 — ni — 
27 3 0 2 — zi)—l{z I — z’O + 7 4 (z\ — z’f) 
6 A P 1 + 
Ei 
E 
Fi 
F 
hp 
f\ 
welcher für = 0, z s = l und ni—0, n-i—n wieder den 
oben für das Eigengewicht ermittelten Werth 210 annimmt. 
Demnach erhält man die hierdurch hervorgebrachte Span 
nung in dem Kabel 
214) . . 
(w 2 — Mi) q l 2 
~~AFf 
Bezeichnet man mit u den Abstand eines auf der rechts 
seitigen Brückenhälfte wirkenden Gewichtes von der 
Brückenmitte, welches in dem im Abstande x links von 
der Mitte der Brücke befindlichen Punkte das Biegungs 
moment 0 hervorbringt, so ist, wenn 
Fi 
F 
1 
3,5 
gesetzt wird, das Verhältnis 215) 
"1 fr* ,/-. ^ -Kl -ft* 1 ft 2 \ 
u_ l /294ai+317 
7 ’ 2{l+x) V 98(7+®) ’ 
Nennt man v den Abstand eines auf der rechtsseitigen 
ßrückenhälfte wirkenden Gewichtes von der Brückenmitte, 
welches in dem Abstande x links von der Brücken 
mitte die Vertikalscheerkraft 0 erzeugt, so erhält man 216) 
7 
4a: 
( 5 
. 9EFih 2 \_^ ]/ 
J + 4 E'F‘f 2 )~ 1 V 
2637 . 
196a: 
Durch Vertauschung von +x mit — x erhält man die 
entsprechenden bezw. links und rechts von der Brücken 
mitte liegenden Abstände u l und v l aus den Gleichungen 
217) 
317—294a; , v\ 
98(7-*) und 7 
=i-JA+ 
2637 
196a: 
Berechnet man diese vier Werthe für verschiedene Verhält- 
nisse j auf der linken und ' auf der rechten Brücken - 
hälfte, so erhält man umstehende Tabelle I.
        

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