5, Beiträge zur württembergischen Flora,
Von Dr. R. Finecekh.
Seit meiner letzten Bekanntmachung im 2. Heft des X. Jahr-
gangs dieser Zeitschrift ist die württembergische Flora wieder
um einige neue Pflanzenarten bereichert worden, worüber ich
hier, so wie über die mir seither bekannt gewordenen neuen
Standorte einiger anderen selteneren Pflanzen, den Freunden der
vaterländischen Flora Mittheilung mache.
Die neu entdeckten, in diesen Jahresheften noch nicht
erwähnten Arten‘ unserer Flora sind folgende: ,
1) Calamagrostis littorea DC. wurde von unserem
Vereinsmitglied, Herrn Revierförster Bührlen in Langenbrand. im
Jahr 1853 am Ausfluss des Karsees, 0.A. Wangen, auf Moor-
grund, und unweit davon am Weg zwischen Riebgart und Reutte
in einer nassen Hecke gefunden. Die Pflanze wurde anfangs
für C. tenella Host. gehalten, später aber von Herrn Prof. Hoch-
stetter als C, littorea erkannt, und von Apotheker Valet im vori-
gen Jahr in Mehrzahl am Karsee gesammelt. Sie findet sich
sonst an See-,und Flussufern des südlichen Europa, in der
Schweiz, in Deutschland mehr im südlichen Gebiet. Während sie
z. B. in Tyrol häufig ist, geht sie am Rhein nur bis Carlsruhe,
an der Isar bis München. Sie fehlt den Floren des mittleren
Deutschlands: und findet sich nach Koch im nördlichen Deutsch-
land, wie es scheint, nur am Harz und an den Ufern der Bode.
2) Juncus capitatus Weigel. wurde von Herrn Pfarrer
Kemmler in Untersöntheim auf Sandboden bei Winzenweiler,
0.A, Gaildorf, gefunden. Man findet diese Art sonst stellenweise
1 einem grossen Theil von Deutschland, in Thüringen, Sachsen,