Der Hausbau in Cementbeton
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Bei eingeschossigem Gebäude mit Cementdach bei 3 mm freier
Wandlänge und Höhe genügt 14 bis 16 em, hier fühlte sich die
Wand bei freistehendem Gebäude auf der Wetterseite bei Regen
kühl, aber nicht feucht an. Bei zweigeschossigem Bau genügten
im Parterre 20 bis 25 em, selbst bei tiefen Gebäuden und Balken—
lage, auch kann man Sicherheitshalber bei großer Gebäudetiefe
auf alle 5 m eine Pfeilervorlage von 5 cm anordnen, im über—
liegenden Geschoß genügen 15 bis 20 em bei hölzerner Dachkon—
struktion. Wölbungen werden am besten 1: 6 Cement zu Kies mit
Fußboden- oder Dachaufguß 1: 1 hergestellt, doch auch ohne Auf—
guß mit Holzfußboden, wobei die Lagerhölzer in die Wölbung mit
sengestampft werden können.
Bei zu Grundelegung dieser Verhältnisse mit Aufguß genügt
bei gewöhnlicher Wohnhausbelastung (300 kg pro qm) bei 2 m
Spannweite 8—510 em, bei 4,55 bis 5 m Spannweite 13 —-15 cm
Scheitelstärke, ohne Aufguß etwas mehr. Zu dem Vortheil des
geringen Scheitels, kommt der des geringen Pfeils, der nur
bis 50 der Spannweite zu haben braucht und dabei keinen
Horizontalschub übt. Der Aufguß (Estrich) tritt hier als tragendes
statt belastendes Element auf.
Nach den bisherigen Erfahrungen hat sich ergeben, daß bei
einer Ausführung des ganzen Gebäudes und allem was sonst
möglich in Beton eine Ersparniß von 30—40 pCt. stattfindet, wo⸗
bei die Vortheile größerer Stabilität, gegen Erschütterung und
sofortiger in Gebrauchnahme solcher Gebäude nicht zu unter—
schätzen sind.
Greifen wir nun aus der Menge ausgeführter Betongebäude
eine Anzahl heraus und geben in Knrzem die Mauerstärken, Mischungs—
verhältnisse, Kästen und einige Details derselben und fügen die
Bemerkuna bei, daß in kleineren Gebäuden die Vortheile des Beton
weniger in die Augen springen, weil die Kosten der Formkästen
unverhältnißmäßig hoch sind.
Bei den nachfolgenden Angaben bedeuten die Abkürzungen
Ct. — Cement, K. — Kies, S. — Sand.
Die Stärken der Wände beziehen sich auf Außenwände,
(Schw. — Scheidewände, bei Gewölben auf Scheitel, beim Dach
auf die dünnste Stelle.
M. — Betonmasse, die sich bei Kies nicht zusammenstampft,
venn Cementzuschlag nicht in Rechnung gezogen, dagegen bei Sand⸗
zusatz sich um /0 zusammenpreßt, resp. nur“ die Hohlräume
uusfüllt.
Der Arbeitslohn ist inkl. Aufsetzen und Herstellen der Form—
ästen berechnet. Die Kosten der Formkästen resp. Abnutzung und
Amortisation sind bei Berechnung des Betonpreises meist nicht
yerücksichtigt und hüngen vom Sustem, der Gröke des Gebäudes
Holzpreisen ꝛc. ab.
Die Verhältnißzahl 1: X meint die Cementmischung.
1. Für die Thüringer Eisenbahn-Gesellschaft in den Jahren
1880 u. 81 ausgeführte Wärterhäuschen mit je einer Stube und
Vorraum, 17,5 qm Grundfläche, 3 mm hoch gewölbtem Betondach
10 em stark, 15 em Wandstärke, Schw. 10 ci, Mischung 1: 10.
Kosten inkl. aller Inneneinrichtung qm 38 Mk., danzer Bau
600 Mk. Herstellung mit Formkasten Bb.
10 to Ct.... 2Mk.*
10 kbm K.. .. —
10 kbmm M. Arbeitslohn a
10 kbmm M. also ..
1 kKbu M. Beton