Volltext: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 44, Bd. 3, 1884)

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Mittheilungen aus der Praxis. 
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Figuren und in satten Farben Scenen aus dem Leben, den Festen 
und dem geselligen Verkehr der Familie oder sich auf das Gemein— 
leben beziehende Ereignisse und auch Landschaften dar. Aus Allem 
st jedenfalls ersichtlich, wie der Bann des klassischen Weiß auch 
in der Architektur endlich gebrochen ist und die Lust an der heiteren 
Pracht der Farbe weiter und weiter wächst. 
Maschinenselbstöler aus Glas aus den von Vul— 
tejus'schen Glashüttenwerken in Carlsfeld, Sachsen. 
Die Glasindustrie, so berichtet der „Exporteur“, hat in den 
etzten Dezennien allüberall, ganz bedeutende Fortschritte gemacht 
und einen bedeutsamen Zweig der volkswirthschaftlichen Thätigkeit 
aller Länder Europas gebildet. Ihrer großartigen Entwickelung 
zing sie aber nicht allein in Belgien, Frankreich, England, Oester— 
eich u. s. w. entgegen, sondern gelangte namentlich auch in Deutsch⸗ 
and zu großem Aufschwunge, der sich nicht allein in der großen 
Vermehrung der Fabriken bekundete, sondern sich hauptsächlich in 
der hiermit Hand in Hand gehenden Vergrößerung der Produktion 
ind des Konsums, sowie in der Vervollkommnung des Fabrikats 
hätigen Schmierapparaten hervorheben, welche beinahe eine all— 
eemeine Verbreitung dort gefunden haben, wo die Dampfmaschine, 
ei sie Motor, Zwischen-Maschine oder Arbeits-Maschine, ihre ge— 
valtige Thätigkeit ausübt. 
Noch immer ist es der Technik nicht gelungen, den Bau von 
)en vorgenannten verschiedenen Dampfmaschinen oder Maschinen 
»erartig herzustellen, daß deren Eisentheile jeder Abnutzung wider— 
tehen. Und wie rasch würde letztere vor sich gehen, wenn nicht 
hon seit längerer Zeit ein Vorbeugungsmitte' durch das Fett, 
Schmiere oder Oel gefunden wäre. Wie schwierig jedoch oftmals 
iese Befettung der einzelnen Maschinentheile, durch die Gesammt— 
onstruktion verursacht, zu bewerkstelligen ist, wird jeder leicht er— 
assen, sobald er irgend eine Maschine nur einmal näher in Augen— 
chein nimmt. Aber ein Hauptgrund für die Schwierigkeit des 
Zefettens liegt namentlich darin, daß solches auch während der 
aschen Bewegung der Maschine vorgenommen werden soll. 
Man suchte deshalb Apparate zu erdenken und anzufertigen, welche 
das Schmieren von Transmissionen ꝛc. selbstthätig ausführen. 
Villa in Kruscy. Fia. 13. (Seitenansicht.) 
darstellte. Die Mannigfaltigkeit der Produktion ist heute eine 
ijast staunenswerthe geworden, denn statt des alten grünen Glases, 
)as noch im Mittelalter fast allein als Fabrikationszweig dastand, 
haben sich jetzt Produzenten und Spezialfabriken für das Tafel— 
zlas, Spiegelglas, Hohlglas, Glasguß, Medizinalglas, Cylinder⸗ 
zlas, Schirmglas, Krystallglas, Bleiglas, Ührglas ꝛc. ic. mit 
rührigem Eifer an die Arbeit gemacht, um den nimmersatten Konsum 
in Glaswagren zu befriedigen, was ihnen sogar von Zeit zu Zeit 
nicht einmal zu gelingen scheint. 
Von den vorgenannten Kunstgläsern finden wir deren dentsche 
Heburtsstätten meistentheils in Sachsen, in der Lausitz, im 
Riesengebirge, im Bayerischen Walde, im Fichtelgebirge, im 
Thüringerwald, auch die Mark Brandenburg liefert in dieser 
Fabrikation recht Beträchtliches und ausgezeichnete Waare. 
Der Export Deutschlands von Kunstglaswaaren ist ein viel bedeu— 
enderer, als aus irgend einem anderen Lande und erstreckt sich 
über alle Welttheile. Zu demselben liefern die von Vultejus schen 
Blashüttenwerke in Carlsfeld ein eigenes Kontingent von Glas— 
vaaren, unter denen wir namentlich eine Spezalität in selbst— 
Da hat denn das Glashüttenwerk von Arno von Vultejus 
ich mit der Fabrikation montirter Nadelschmiergläser befaßt und 
st vermöge zweckmäßiger Einrichtungen im Stande, allen gerechten 
Wünschen in Bezug auf Ausführung wie auf Billigkeit zu ent— 
prechen. Die Gläser werden in 40 verschiedenen Formen und 
Brößen hergestellt und sind mit geschliffenen Hälsen versehen, in 
velchen die Holzpfropfen genau eingepaßt sind, während sich die 
Stifte leicht und doch genan in Messingfuttern bewegen. Wir 
Jatten Gelegenheit, diese Selbstöler längere Zeit zu beobachten, 
ind können dieselben auf Grund eigener Ueberzeugung aufs Beste 
»mpfehlen, denn diese Schmierapparate sind sehr einfach und des— 
jalb die weitaus billigsten. In dem Bestreben der billigen Her— 
tellung liegt vielfach insofern ein Nachtheil, als man den Ariikel 
ucht uur von denkbar geringstem Material ausführte, sondern 
zuch sehr schlecht gearbeitete Apparate dieser Art findet, welche 
veder die gewünschte Dauerhaftigkeit haben, noch ihrem Zweck des 
parsamen Oelens entsprechen. Letzteres kommt vor, wenn die 
Stifte, welche auf der Welle aufruhen, sich entweder zu lose oder 
uu fest in dem Holzpfropfen bewegen, weshalb dieselben genau ein—
	        
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