Volltext: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 126, 1971)

Beiträge zur Floristik 
257 
aber das in der Verbreitungskarte bei O. SEBALD und S. SEYBOLD (1969, 
S. 229) dargestellte Bild nicht wesentlich verändern. Neu ist dagegen, daß 
diese Art im Gebiet I b 4 auch östlich des Kochers gefunden wurde. Die öst- 
lichsten Funde sind: 
Blatt 6925 Obersontheim: Klinge des Weiler Baches ca. 2 km S Engelhofen, 
Sgg. 1971! Oberhalb des Schenkensees, 2,5 km SW Gründelhardt, 
Sges. 1971! 
Blatt 6926 Jagstheim: Klinge des Kaltenbachs 1km westl. Geiselrot, SEB. 
1971! 
Die Verbreitungsdichte dieser subatlantisch-submediterranen Art scheint 
aber im Gebiet I b 4 nach Osten deutlich abzunehmen. An vielen, nach Stand- 
art und Artenkombination geeigneten Stellen wurde hier vergeblich nach ihr 
gesucht, was weiter westlich viel seltener der Fall war. 
Poa remota FOrseLLEs, Entferntblütiges Rispengras 
Im ersten Beitrag (O0. SEBALD und S. SEYBOLD 1969, S. 224) wurden einige 
Funde dieser bei uns immer noch wenig bekannten Art angeführt, die sich 
im Rahmen der vegetationskundlichen Kartierung mehr zufällig ergeben hat- 
ten. Eine Nachprüfung der vorhandenen Herbarbelege von früheren An- 
gaben (K. BAUR 1954, K. u. F. BERTSCH 1948) ergab einerseits, daß einige die- 
ser Vorkommen zu streichen sind, da es sich um Verwechslungen mit Poa 
chaixii handelt. Es sind dies: 
Ib 2: Büsnauer Hof bei Vaihingen a. F. (K. BAUR 1954). 
IT: Altensteig (K. u. F. BERTSCH 1948). 
Der von SCHWARZ 1942 gesammelte und im Herbar BERTSCH befindliche 
Beleg ist P. chaixii ViLL. Auch ein von K. BAUR gesammelter Beleg aus dem 
Murgtal bei Baiersbronn (s. K. BAUR 1954) ist zu dieser Art zu stellen. 
Damit existiert bis heute kein sicherer Beleg aus dem württembergischen 
Nordschwarzwald. Bei den hohen Ansprüchen, die die Art an den Basenreich- 
tum des Bodens zu stellen scheint, ist es durchaus möglich, daß sie im Nord- 
schwarzwald tatsächlich fehlt. 
Andererseits wurden in der Herbarien in Ludwigsburg (STU) und auf 
Schloß Lindich (ERZ) auch zwei alte württembergische Belege gefunden, die 
durchaus richtig bestimmt waren, aber, da die Art bis zu Wiederherstellung 
durch C. A. M. LINDMan (1909) nur als Varietät oder Form remota FrıEs von 
P. chaixii galt, in den späteren Landesfloren nicht auftauchen. Der älteste 
Beleg aus Württemberg stammt von C. A. KEMMLER aus der Gegend von 
Untersontheim, Er ist auch bei G. v. MARTENS und C. A. KEMMLER (1865, 
5. 684) unter der Form remota FrıEes aufgeführt, Spätere Landesfloren er- 
wähnen diesen Fund nicht mehr. Erst K. u. F, BERTSCH (1948) erwähnen dann 
als eigene Art diese Sippe wieder für Württemberg mit den Fundorten Baien- 
furt und Altensteig, wobei der letztere aber Poa chaixii ist. Die Angabe bei 
O, SEBALD und S. S£ysOLD 1969 über das „bisher nicht bekannte Vorkommen 
im nordwürttembergischen Keuperbergland“ ist daher wegen des Kemmler- 
schen Beleges entsprechend einzuschränken. 
Ih. Ges. Naturkde. Wäürtt. 126 (1971)
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.