Beiträge zur Floristik
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aber das in der Verbreitungskarte bei O. SEBALD und S. SEYBOLD (1969,
S. 229) dargestellte Bild nicht wesentlich verändern. Neu ist dagegen, daß
diese Art im Gebiet I b 4 auch östlich des Kochers gefunden wurde. Die öst-
lichsten Funde sind:
Blatt 6925 Obersontheim: Klinge des Weiler Baches ca. 2 km S Engelhofen,
Sgg. 1971! Oberhalb des Schenkensees, 2,5 km SW Gründelhardt,
Sges. 1971!
Blatt 6926 Jagstheim: Klinge des Kaltenbachs 1km westl. Geiselrot, SEB.
1971!
Die Verbreitungsdichte dieser subatlantisch-submediterranen Art scheint
aber im Gebiet I b 4 nach Osten deutlich abzunehmen. An vielen, nach Stand-
art und Artenkombination geeigneten Stellen wurde hier vergeblich nach ihr
gesucht, was weiter westlich viel seltener der Fall war.
Poa remota FOrseLLEs, Entferntblütiges Rispengras
Im ersten Beitrag (O0. SEBALD und S. SEYBOLD 1969, S. 224) wurden einige
Funde dieser bei uns immer noch wenig bekannten Art angeführt, die sich
im Rahmen der vegetationskundlichen Kartierung mehr zufällig ergeben hat-
ten. Eine Nachprüfung der vorhandenen Herbarbelege von früheren An-
gaben (K. BAUR 1954, K. u. F. BERTSCH 1948) ergab einerseits, daß einige die-
ser Vorkommen zu streichen sind, da es sich um Verwechslungen mit Poa
chaixii handelt. Es sind dies:
Ib 2: Büsnauer Hof bei Vaihingen a. F. (K. BAUR 1954).
IT: Altensteig (K. u. F. BERTSCH 1948).
Der von SCHWARZ 1942 gesammelte und im Herbar BERTSCH befindliche
Beleg ist P. chaixii ViLL. Auch ein von K. BAUR gesammelter Beleg aus dem
Murgtal bei Baiersbronn (s. K. BAUR 1954) ist zu dieser Art zu stellen.
Damit existiert bis heute kein sicherer Beleg aus dem württembergischen
Nordschwarzwald. Bei den hohen Ansprüchen, die die Art an den Basenreich-
tum des Bodens zu stellen scheint, ist es durchaus möglich, daß sie im Nord-
schwarzwald tatsächlich fehlt.
Andererseits wurden in der Herbarien in Ludwigsburg (STU) und auf
Schloß Lindich (ERZ) auch zwei alte württembergische Belege gefunden, die
durchaus richtig bestimmt waren, aber, da die Art bis zu Wiederherstellung
durch C. A. M. LINDMan (1909) nur als Varietät oder Form remota FrıEs von
P. chaixii galt, in den späteren Landesfloren nicht auftauchen. Der älteste
Beleg aus Württemberg stammt von C. A. KEMMLER aus der Gegend von
Untersontheim, Er ist auch bei G. v. MARTENS und C. A. KEMMLER (1865,
5. 684) unter der Form remota FrıEes aufgeführt, Spätere Landesfloren er-
wähnen diesen Fund nicht mehr. Erst K. u. F, BERTSCH (1948) erwähnen dann
als eigene Art diese Sippe wieder für Württemberg mit den Fundorten Baien-
furt und Altensteig, wobei der letztere aber Poa chaixii ist. Die Angabe bei
O, SEBALD und S. S£ysOLD 1969 über das „bisher nicht bekannte Vorkommen
im nordwürttembergischen Keuperbergland“ ist daher wegen des Kemmler-
schen Beleges entsprechend einzuschränken.
Ih. Ges. Naturkde. Wäürtt. 126 (1971)