Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 45, Bd. 4, 1885)

Werkstattgebäude für Herrn W. Geub in der Neustadt Köln. 
Werkstattgebäude für Herrn W. Geub in der Neustadt Köln. 
(Hierzu 9 Fig.) 
Im Anschlusse an die Veröffentlichung des Geub'schen Wohn⸗ 
hauses bringen wir unsern Lesern noch eine kurze Beschreibung 
der auf dem Hinterlande des Grundstückes am Friesenplatz errich— 
teten Werkstattgebäude. Dieselben wurden zur Herstellung von 
Feldschmieden und gewöhnlichen Blasebälgen errichtet, mußten daher 
owohl Räume für Eisen- wie Holzbearbeitung enthalten. Nach 
dem vom Bauherrn aufgestellten Programme sollten im Erdgeschoß 
zine geräumige Schlosserwerkstatt, daran anschließend eine Schmiede 
mit zwei Feuern und ein Materialienraum untergebracht werden. 
In Verbindung mit der Schmiede war ein kleineres Dampf⸗ 
maschinen- und 
desselhaus zum 
Betriebe der 
Werkzeug⸗ 
Maschinen an— 
zulegen. Im 
1. Stockwerk 
ollte ein klei⸗— 
ies Komptoir 
üür den Be— 
itzer, sowie eine 
Schreinerwerk⸗ 
tätte zur Her— 
stellung der 
Blasebalg⸗ 
öden ꝛc., ein 
Trockenraum 
ür die frisch 
angestrichenen 
Gebläse, eine 
Lederkammer 
ind ein Lager⸗ 
raum für ser— 
ige Fabrikate 
eingerichtet 
verden. Das 
2. Stockwerk 
und der Dach— 
yoden sollten 
nöglichst viel 
staum zur La⸗ 
gerung des 
Holzes ge⸗ 
vähren, da zur 
Herstellung der 
Blasebälge be— 
sonders auf 
außergewöhn⸗ 
liche Trocken⸗ 
heit des Holz⸗ 
materials 
Werth gelegt, 
dasselbe daher 
hor der Ver— 
vendung jahre⸗ 
lang aufge⸗ 
peichert wer⸗ 
den muß. 
Die An— 
ordnung der 
gewünschten 
Räume wird 
uus den Grund⸗ 
cissen Fig. 1 
und 2 deutlich 
ersichtlich sein. 
Fig. 1 zeigt, wie sich Schlosserwerkstätte, Schmiede und Ma— 
cerialienraum um einen kleinen 7,70 zu 7,20 in messenden Hof— 
raum gruppiren. Um letzteren für die zum Betriebe der Fabrik 
dienenden Wagen zugänglich zu machen, wurde seitlich eine Durch— 
ahrt angelegt, welche durch große Gurtbogenöffnungen direkt mit 
der Schlosserwerkstatt verbunden war. In der Durchfahrt konnte 
ruch gleichzeitig die einfache, zu den oberen Etagen führende Holz- 
reppe untergebracht werden, auf der man in einem Laufe das 
Stockwerk erreicht. Der Anbau an der Schmiede dient, als 
Kesselhaus mit vorhelegtem, unten aus Stein, oben aus Eisenblech 
konstruirtem Schornstein. Nachträglich wurde der Werkstatthof mit 
Fig 
einem leichten Glasdach überdeckt, so daß die Dampfmaschine, die 
anfänglich in der Schlosserei untergebracht werden sollte, ihren 
Platz direkt neben dem Kesselhaus finden konnte. Im Uebrigen 
zürfte die Einrichtung aus den Grnndrissen mit genügender Klar— 
seit zu ersehen sein. Zu bemerken bleibt noch, daß der Lagerraum 
ür fertige Fabrikate, der etwa bei Bedarf auch noch zur Auf— 
peichernng von Holz dienen sollte, nach dem Werkstatthofe ganz 
ffen angelegt wurde. Zum Tragen der Dachbalkenlage wurde 
nur in der Mitte der Deffnung ein 0,561 mm breiter Vfeiler in 
dlinkern und Cement gemauert. 
Der vor—⸗ 
»ere, größere 
Raum über 
Schlosserwerk⸗ 
statt und 
Durchfahrt er⸗ 
hielt einschließ⸗ 
ich Erd⸗ und 
Dachgeschoß 
14 Stockwerke, 
während sich 
über Schmiede 
und Lagerraum 
nur noch ein 
Ober⸗ und 
Dachgeschoß 
aufbauten. Das 
Gebäude sollte 
einfach in 
Ziegelrohbau 
errichtet wer—⸗ 
den und zwar 
wurden zur 
Vorderfront 
er Hauptwerk⸗ 
tatt, die ja von 
dem Wohn⸗ 
Jause aus sicht⸗ 
ar blieb, gelbe 
und rothe 
Nippes'er 
Blendsteine 
inter Verwen— 
dung einiger 
Formsteine ge⸗ 
wählt, während 
die den Werk— 
statthof ein— 
schließenden 
Gebaͤudefron— 
ten aus aus 
gesuchten Feld 
brandsteinen 
hergestellt 
wurden. 
Die Fuß—⸗ 
höden wurden 
überall, ein— 
chließlich im 
Hofe, aus eisen⸗ 
zarten Klinkern 
der Gewerk—⸗ 
chaft „Grube 
kheresia“ in 
dersülheim bei 
Köln her⸗ 
zestellt, die sich bis heute vorzüglich zu diesem Zwecke bewährt 
jaben, während die anfänglich ausgeführlen Fußböden aus Cement⸗ 
zeton sehr bald zerstört worden waren. Die gen annte Gewerk⸗ 
chaft befaßt sich hauptsächlich mit der Herstell ung, von Ziegeln zur 
Facadenverblenduig und zwar gewinnt sie dieselben in wer ver— 
chiedenen, außerordentlich satten Farben, welche wohl am meisten 
hen bekannten Laubaner Steinen Nfrüher Aufustin) ähneln. Die 
purch zu harten Brand in der Farbe nicht gelungenen Steine 
verden dann zu Pflasterungen verwendet, wo zu sie sich nameuntlich 
vegen ihrer großen Hürte eignen. 
Die Daten wurden, aussenommen über der Schmiede, überall 
—
	        

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