Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 45, Bd. 4, 1885)

Erfindungen. 
durch Anziehen bezw. Nachlassen des Seiles eine Art Aufrollen 
resp. Zusammenklappen der einzelnen Leitertheile statt, indem sich 
nach und nach immer eins, um seinen Drehpunkt bewegend, über 
das andere aufstellt oder zusammenlegt. 
Ist die Leiter emporgerichtet, so werden deren einzelne 
Ftagen mittelst lösbarer Bolzen mit einander befestigt, während 
»ehufs Erzielung eines sicheren Standes der Leiter Streben an⸗ 
zebracht sind, die durch die Haken in ihrer Stellung gehalten 
verden. 
Die Leiter ist in ihrer Ausführung je nach der gewünschten 
Peaximalhöhe zu dimensioniren; ebenso kann die Wagenstellplatte 
mit einem Drehmechanismus versehen werden, welcher eine Drehung 
der Leiter um ihre vertikale Achse gestattet, ohne daß das Rad—⸗ 
gestell seine Lage verändert. Näheres durch den Erfinder und 
hatentinhaber F. W. Schwieger, Hohe Str. Leipzig. 
Stellvorrichtung für Oberlichtfenster. 
Gierzu 1 Fig.) 
Die in neuerer Zeit immer mehr in Aufnahme kommenden 
»ertikal zu öffnenden Oberlichtfenster machen auch besondere Vor— 
richtungen nöthig, um sie bequem öffnen und schließen zu können, 
ind bediente man sich in der Regel eines Schnurzuges, der aber 
erstens umständlich zu handhaben ist und zum andern sehr oft 
»en Dienst versagt. Diese Unvollkommenheiten zu beseitigen ist 
»er Zweck beistehend abgebildeten Oberlichtstellers, welcher nicht 
allein ein bequemes, sondern auch ein sein sehr sicheres Stellen 
des Fensters ermöglicht und dabei verhältnißmäßig recht billig zu 
eschaffen ist. Der betreffende Mechanismus funktionirt folgender⸗ 
naken: 
Der zu öffnende Fenstertheil ist mit einem Zapfen versehen, 
velcher in dem Schlitze eines drehbaren Hebels gleiten kann. 
Letzterer bildet gleichzeitig den Angriffspunkt der Stellstange, 
veiche nach dem untern Theil des Fensters führt und von dort 
nittelst des Handgriffhebels anf- und abbewegbar ist. Durch die 
Zandhewequng macht der erstgenannte Hebel eine entsprechende 
bezw. einklinken läßt. Daß jedoch das Auslösen resp. Einklinken 
des Hakens vor Beginn des Oeffnens oder nach erfolgtem Schluß 
des Fensters erfolgen kann, ist der Schlitz im drehbaren Hebel 
derart gestaltet, daß in dem bezeichneten Momente des Oeffnens 
oder Schließens vom Fenster der Hebel noch eine Bewegung 
nachen kann, ohne den Fensterzapfen zu beeinflußen. 
Diese Oberlichtsteller haben schon sehr viele Anerkennung 
gzefunden und sind zu beziehen durch den Erfinder, Schlossermeister 
Ludwig, Windmühlenstraße, Leipzig. 
Verschluß mit veränderlichem Druck für Fenster 
und Thüren. (DO. R.P.) 
(Hierzu 4 Fig.) 
Die Bestrebungen unserer Zeit, das Bequeme mit dem Prak— 
tischen, Haltbaren und Billigen zu verbinden, dokumentirten sich 
nicht zum Mindesten auch in den Versuchen, unsere Wohnungen 
zegen die Unbill der Witterung zu schützen und dazu gehört in 
erster Linie der Verschluß der Fenster und Thüren, welch' letzterer 
iber bis jetzt meist mit dem Mangel behaftet war, daß bei ein— 
retendem Temperaturwechsel ein undichter Verschluß entsteht, weil 
hurch die Schließmechanismen ein sicheres und festes Andrücken des 
Fensterflügels nicht stattfinden kann, denn es fehlt diesen Mecha— 
nismen die Einrichtung, den Druck, mit welchem der Flügel fest— 
gehalten werden soll, je nach Erforderniß verändern zu können. 
Hauptsächlich der Wirbelverschluß, als auch die Riegelver— 
ichlüsse zeigen den Uebelstand, daß der Wirbel nicht immer über 
den Rahmen gebracht werden und der Riegel nicht in die Krampe 
eingreifen kann, woraus manche Unannehmlichkeiten, vorzuasweise 
iber auch Reparaturen entstehen. 
Diese Uebelstände werden durch den, in beistehender Abbil— 
ung veranschaulichten Schraubenverschluß vollständig vermieden. 
In das Fensterholz wird eine mit innerem Gewinde versehene 
Hülse eingetrieben, resp. befestigt. Diese Hülse enthält eine mit 
Briff versehene Schraube, welche gegen eine schmale, auf der 
Schraube lose drehbare Schließplatte drückt und mittelst letzterer 
das feste und sichere Andrücken der Flügel bewirkt, gleichviel ob 
das Fenster zusammengetrocknet oder angequollen ist. Die vorer— 
wvähnte Hülse kann aber auch weggelassen und die Schraube direkt 
in das Fensterholz befestigt werden, wobei letztere mit einer 
Mutter versehen ist, vermittelst welcher das Andrücken der Schließ— 
olatte bewirkt wird. 
Eine weitere Modifikation der Anordnung zum Verschlusse 
von nur einem Flügel und auch von Thüren ist zu erreichen, 
wenn die Schließplatte entsprechend gekröpft und ebenfalls lose 
drehbar ist, sodaß sie beim Lüften der Schraube in vertikale Lage 
ällt und das Oeffnen des Fensters resp. Thürflügels gestattet. 
Patentrechte bezw. Alleinfabrikation oder Licenzen zu ver— 
geben. Näheres durch den Erfinder. Civilingenieur“ C. Wetze! 
in Freibergei S 
-chwingung, die durch den Fensterzapfen auf den Fensterflügel 
ibertragen wird und dessen Oeffnung oder Schluß bedingt. Um 
Iie eingestellte Lage des Fensierflügels zu fixiren, ist am unteren 
Theil der Stange und dem Handgriffhebel eine gezahnte Stell⸗ 
latte eingeschaltet, in deren Fahnlucken sich eine Kunke einlegen 
atzt. Bei größeren Fensterflügeln bezw. deren Schluß funktionirt, 
ind zwar ebenfalls mechanisch, noch ein Zuhaltehaken, zu welchem 
Zwecke das Ende des drehbaren Hebels zwei schiefe Flächen trägt, 
velche bei der Bewegung vorgenannten Hebels an einer Stange 
vorbeistreiien, die den Handgriff und zugleich auch den Zuhalte— 
haken. welcher mit eriterem auf dersesben HAchse sihnn eteben 
Hufeisen mit auswechselbarem Griffe und Stollen. 
(D. R.P.) 
(Hierzu 4 Fig.) 
Die wohlberechnende Aufmerksamkeit, welche aus allen inter— 
issirten Kreisen dem Hufbeschlag immer mehr entgegengebracht 
vird, führte im Laufe der Jahre zu mannigfaltigen Verbesserungen 
her Hufeisen, unter denen deistehend abgebildete von G. Schaper, 
damburg, Börsenbrücke 3, den ersten Rang mit einnehmen 
dürfte. 
Neben den allgemeinen Anforderungen eines gut sitzenden, 
jaltbaren Eisens, legte der Erfinder namentlich Werth auf prak—⸗ 
ische, leicht auswechselbare Griffe und Stollen, indem er von dem 
Brundsatze ausging, daß der Huf des Thieres am meisten durch 
zu oftes Beschlagen ruinirt werde, daher ein Eisen so lange als 
möglich aufliegen müsse, ohne jedoch den sicheren Tritt des Tjierxes 
zuu heeinträchtiden.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.