3)
Elektrische Beleuchtung.
n
kleineren Vorpodest des Anbaus, während man auf dem kürzeren
Arm der Haupttreppe in ebensoviel Stufen zum Flur des Vorder—
hauses ansteigt. Hier sind die Wohnungen in jedem Geschoß
durch einen Korridor-Verschlag vom Treppenhause abgeschlossen.
Vorderhaus und Anbau liegen genau auf gleicher Höhe und sind
durch eine sogenannte „Passage“, zwischen dem hinteren Wohn—
zimmer und der Küche gelegen, in bequemer Weise verbunden.
Der direkte Ausgang von der Küche nach dem Treppenflur könnte
dabei füglich ganz fortfallen, die Wohnung also allein durch die
Korridorthür am Vorderhause zugänglich gemacht werden, wenn
es nicht als wünschenswerth erachtet worden, daß zur Entfernung
der Küchenabgänge ꝛc. eine direkte Verbindung nach dem Hofe,
ohne die eigentlichen Wohnräume betreten zu müssen, hergestellt
wvurde. Um nun eine ausreichende Beleuchtung des Treppenhauses
zu erreichen, wurde die Außenwand der Passage vollständig in
Fenster aufgelöst (vergl. die Grundrisse und Figur 4), die oben
heschriebene geknickte Wand am Treppenhause durch zwei Fenster
zurchbrochen, außerdem aber auch noch im Dache ein großes, qua—
dratisches Oberlicht von 2 mm Seitenlänge angenommen.
Im zweiten Stockwerk ist die Raumeintheilung genau wie
in dem in Figur 3 dargestellten ersten Stockwerk gewählt, nur
daß einzelne Mauern, wie die Vorder- und Hinterfront des Vorder⸗
jauses, die geknickte Wand am Treppenhause, sowie die vordere
Giebelmauer und die Scheidewand im Anbau um einen halben
Stein schwächer genommen, die betreffenden Räume also um soviel
vergrößert worden sind. Vorn nach der Straße ist ein größeres
Wohnzimmer, sowie ein allerdings etwas langgestrecktes, für die
Benutzung aber nicht unpraktisches Schlafzimmer angeordnet, nach
Hofe zu befindet sich, entsprechend dem Erdgeschoß ein geräumiges,
nahezu quadratisches Wohnzimmer, im Anbau sind Küche und
Kammer, letztere event. als Schlafzimmer für die Kinder dienend,
untergebracht. Die Passage zwischen Vorderhaus und Anbau wird
iamentlich im Sommer für die Kinder ein erwünschtes Plätzchen
zum Anfertigen der Schularbeiten bieten, kann aber auch zum
Aufstellen eines Schrankes neben der Küchenthür verwendet werden.
Fortsetzung folgt.)
2 Federn in der Buchse in Verbindung stehen. Die Lampen—
drähte gehen durch die Kappe und werden versichert unter den
2 Schraubenköpfen, die am unteren Ende der Kappe in Fig. 8
zu sehen sind. Soll nun eine Lampe in den Stromkreis Lin ge—
tellt oder ausgeschaltet werden, so sind alle Verbindungen dazu
jemacht, indem man die bekappte Lampe in den Halter einführt.
der Schraubenknopf preßt gegen die Feder in — und die
Lampe wird zu gleicher Zeit fest in ihrem Platze gehalten durch
die Nadeln an den Seiten der Kappe, die in beiden Rinnen der
Buchse oder des Halters hineingleiten.
Fig. 9.
In Fig. 9 ist die Ansicht eines Umschalters oder Schlüssels
argestellt fuͤr eine Zwei- oder Drei-Lampen-Einrichtung. Diese
Schlüssel sind so eingerichtet, wie sie den Anforderungen der Feuer—
icherheit entsprechen und so konstruirt, daß es nicht möglich ist,
ie Kontaktstücke in einer Zwischen- oder Halbwegstellung zu lassen,
vährend ein wirksamer Kontakt gesichert wird durch eine Feder,
velche die beiden Metallflächen fest zusammendrückt. Man ersieht
jieraus sofort, welch' ein einfacher und wirksamer Schlüssel oder
Umschalter auf diese Weise erlangt wird.
Um einen beliebigen Grad von Beleuchtung hervorzubringen
ist eine Art von Reduktions-Umschalter konstruirt und in Fig. 10
und 11 abgebildet
Elektrische Beleuchtung.
Für das „Deutsche Baugewerksblatt“ bearbeitet von Architekt V. Ernst.
II.
(Hierzu 3 Fig.)
Durch die Glühlampen wird es möglich eine Vertheilung
Hes elektrischen Lichtes in kleinen Quantitäten auf viele Punkte
sin in bequemer Weise zu bewirken zur Beleuchtung von Woh—
aungen, Läden, Restaurants ꝛc. Helles und vollkommen ruhiges
Licht, kein Ruß oder Dunst, absolute Feuersicherheit sind die
Haupteigenschaften des Glühlichts. Gemälde, Dekorationen, Stucka⸗
furen, Tapeten, Gardinen werden vor frühzeitiger Zerstörung be—
vahrt, und kann die Ersparniß, welche in dieser Hinsicht, nament—
lich bei kostbharen Dekorationen der Zimmer allein in kurzer Zeit
gemacht wird, die Kosten der Instellation einer Glühlampe decken.
Sleichfalls wird das Glühlicht in allen Fabriken, Arbeitsstätten,
Brauereien, Bergwerken, und an allen den Orten, wo das un—
»eschützte Licht eine beständige Quelle von Gefahren, wegen der
GBegenwart leicht Feuer fangender Gegenstände oder explosiver
Base, bildet, sehr zu empfehlen sein, weil dasselbe unter einer
luftdichten Glaskugel brennt, bei deren Zerbrechen das Licht sofort
zrlischt und mithin gefahrlos ist.
Die Lampen, welche gewöhnlich von 20 Kerzenkraft gemacht
verden, haben folgende Konstruktion. Der Glasglobus enthält,
vie schon weiter oben erwähnt, eine hufeisenförmige karbonisirte
Faser, welche durch den Durchgang des elektrischen Stromes zum
Glühen gebracht wird. Durch das eine Ende des Glasglobus
ind 2 Platinadrähte geführt, an deren innerer Seite die Kohlen—
aser befestigt ist; die äußeren Enden der Drähte sind in eine
Schleife gebogen und in dem Globus eingeschmolzen.
Dieses Arrangement verhindert den Bruch des Drahtes an
»em Punkte, wo die Enden den Globus verlassen, was leicht vor—
rommen kann, wenn die Lampen heftiger, zitternder Beweauna.
»der beständiger Berührung ausgesetzt werden.
Die in Fig. 7 und 8 dargestellten Lampen zeigen gewöhnliche
20 Kerzen-Gluͤhlampen, die entweder in einer Fassung eingesttzt sind,
velche sich zum Anbringen auf Glühleuchtern oder zum Anschrauben
in Gasarme eignen, nachdem der Brenner abgenommen worden ist,
»der wie in Fig. 7, wo eine Fassung mit Klammer zur Befesti—
zung der Glühlampen an Gasarme, ohne die Brenner zu ent—
ernen, oder die Gasleitung zu stören, arrangirt ist. Die 2 Zweig—
rähte, welche von der Haͤuptleitung abgehen, sind durch den
Boden der Buchse geführt und mit Schrauben befestiqgt, die mit
Fig. 10.
Fig. 11.
Eine einfache Bewegung des Handgriffs genügt, um in den
Stromkreis der Lampen einen Widerstand einzufuͤhren, der mit der
Stellung des Griffes variirt. Für einzelne Lampen ist der erstere
ind der letztere für Glühleuchter oder Gruppen von Lampen ae—
eignet.
Um eine oder mehrere Bogenlampen, oder eine Gruppe von
Blühlampen in den Räumen zu beliebiger Zeit ausgehen zu lassen,
ind Uhren konstruirt, welche wie beim Wecker auf die Stunde
gestellt werden können, zu der man beschlossen hat, die Lichter zu
öschen. Der Umschalter wirft sich dann automatisch herum und
interbricht dadurch den Strom, während ein Zählwerk an der
Bafis des Umschalters die Stunden angiebt, während welcher die
Lampen gebrannt haben. Die Uhren in diesen Umschaltern können
solche sein, wie sie gewöhnlich für Comtoirs ꝛc. mit Weckervor—⸗
richtung in Gebrauch sind.
Was nun die Kosten der Anlage der elektrischen Beleuchtung
inbetrifft, so häugen dieselben weseutlich von der Anordnung der