Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 45, Bd. 4, 1885)

dauskanalisation. 
ies kürzlich in Rurescevi geschah. — Unter den 11 eingelaufenen 
rbeiten wurde von den Preisrichtern einstimmig der Entwurf 
nit dem Motto: „Aus Deutschland“ als der beste bezeichnet und 
ur Ausführung bestimmt. Derselbe zeigt auf 6 Bogen gewöhnlichem 
Schreibvabier 'in meisterhaften, mit Tinte gezeichneten und mit 
Fig. 
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Tinte getuschten Skizzen einen Bau in den Formen deutscher 
Renaissance, der würdig wäre, das Rathhaus einer deutschen Stadt 
zu sein. — Als Verfasser ergab sich der Architekt Franz Moser 
n Wien, ein noch jugendlicher Baukünstler, der erst kürzlich die 
münchener Hochschule verlassen und sich nach Wien gewandt hatte. 
— Wir bringen in Fig. 1. die Hauptfacade des Baues, welcher 
nuf ein freies, nach vorne etwas abfallendes Terrain zu stehen 
sommt, was den monumentalen Charakier desselben noch besonders 
ur Geltung bringen wird. Die Ausführung soll in grünlichen 
Dolomitsteinen von schiefriger Struktur unter Verwendung von 
nelbem Sandstein für die Architekturtheile geschehen. Die Thürme 
ollen ganz in Blei hergestellt werden. Fig. 2. zeigt den Grundriß 
»es Hauptgeschosses, dessen einfache und doch höchst zweckmäßige 
Bestaltung nur vollen Beifall finden kann. 
Im Untergeschoß sind die Räume für die Polizei, die Feuer— 
löschrequisiten zc. untergebracht. — Zeigt der Entwurf im Detail 
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auch verschiedene Reminiscenzen, so ist er doch eine höchst verdienst— 
volle Arbeit des jungen Baukünstlers, dem wir nur wünschen, daß 
er noch weitere Erfolge erringen möge zu seinem Nutzen und zur 
Ehre deutscher Baukunst in fremdem Lande. — Wünschen würden 
wir jedoch auch, daß diese Zeilen Veranlassung geben möchten, daß 
uch bei uns in solchen Fällen der Concurrenzweg beschritten 
verde, oder die bezüglichen Arbeiten doch wenigstens künstlerisch 
geschulten Kräften anvertraut werden. — M. — 
Haus Kanalisation. 
Nach einem Vortrage von Ingenieur W. P. Gerhard, gehalten vor dem 
„Technischen Verein von New-NYork“ 
(Hierzu 6 Fig.) 
Selbst in Fachkreisen wird die Frage der Haus-Kanalisation 
wegen ihrer scheinbaren Einfachheit noch nicht genügend gewürdigt. 
ẽEs kommen dabei die meisten wesentlichen Nutz-Anlagen und 
Leitungen in Betracht, welche in den Häusern und Straßen ge— 
nacht werden, um das Leben angenehmer, bequemer und gesünder 
zu gestalten. Bei der Erreichung dieses Zieles werden aber oft 
kinrichtungen gemacht, welche ihrem Zweck in der einen oder 
inderen Hinsicht wenig oder gar nicht entsprechen und die eher 
Verschlechterungen als Verbesserüngen der älteren Zustände genannt 
verden müssen. Eine der schlimmsten Folgen einer schlechten Haus— 
danalisation besteht in der Verpestung der Luft durch die in den 
sohrleitungen sich entwickelnden Fäulnißgase, Kanalgase genannt, 
velche nicht allein an und für sich ekelhaft sind, sondern auch die 
Brutstätte von unzähligen niederen Organismen bilden, die zum 
Theil als direkte oder indirekte Krankheitserzeuger gefürchtet wer— 
zen. Reine Luft aber ist neben reinem Wasser eine Grundbe—
	        

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