Volltext: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 47, Bd. 6, 1887)

Literaturbericht. 
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übmnten „Ornamentenschatz“ nicht anders erwarten wird. Der Preis 
des Werkes, auf das wir uns seiner Zeit zurückzukemmen vorbehalten, 
st ein billiger zu nennen. VMJ. 
Handbuch der Architektur. Herausgegeben von Oberbaurath 
Professer Dr. J. Durm, Baurath Professer H. Ende, Geh. Baurath 
Pprofesser Dr. Ed. Schniitt und Geh. Baurath Prefessor H. Wagner. 
Fweiter Theil. Die Baustile in ihrer historischen und technischen 
entwicklung. Dritter Band, erste Hälfte: 
Die Ausgänge der klassischen Baukunst (Ehriftlicher Kirchen⸗ 
hau). — Die Fortsehung der klassischen Baukunst im oströmischen 
Neiche (Bygantinische Baukunst) von Direkter Dr. Aug. Essenwein in 
Nürnberg.“11 Bogen mit 235 in den Tert eingedruckten Abbildungen, 
cwie 22Tafeln. Darmstadt. Verlag von Arnold Bergsträßer. 
leber die hobe Bedeutung, welche das Handbuch der Architektur 
ür das gesammte Baufach hat, sowie über den glücklichen Gedanken, 
»urch Zusammenwirken vieler berufener Kräfte ein solches klaͤssisches 
Sammelwerk zu schaffen, haben wir uns bereits früher eingehend ge— 
zußert. Auch der vorliegende Theil des Werkes, der die Aufgabe hat, 
die Baustile in ibrer bistorischen und technischen Entwickelung dar— 
ustellen, zeigt wieder diese Vortheile; — nicht eine schablonenbafte 
Bebandlung Jeht durch alle Theile hindurch, sondern jeder ist gerade 
d bearbeitein, wie es der in demselben vorgetragene Gegenstand erheischt. 
Waäbend Durm bei der Darstellung der Baukunst der Griechen, 
der Etrusker und der Römer die technischen Fragen in erste Linie ge— 
tellt, von der Betrachtung des Materials und der Konstruktionsweise 
rus die Entwicklung der Formen gezeigt hat, ist für die Erkenntniß 
»er Bedeutung des Ausgangs der klafsischen Kunst die Entwickelung, 
velche diese in ibren letzten Phasen unter der Herrschaft des CEhristen⸗ 
bums und der germanischen Völker naturgemäß nehmen mußte, die 
kösung historischer und archäologischer Fragen um so bedeutsamer, 
ils jargerade in dieser Periode der Grund für die Gestaltung der 
Baukunst im Mittelalter gelegt wurde. Zur Lösung solcher Fragen 
var aber wohl Niemand mehr berufen als der befannte Nürnberger 
Archäologe Essenwein. Wenn er sich auch in der Darstellung auf den 
Umfang beschränkt hat, der eben für den Architekten maßgebend ist, 
wenn er zunächst nur das gegeben, was diesem zu wissen nöthig ist, 
o werden doch auch Historiker und Archäelegen manchen dankens— 
werthen Aufschluß, vor allem aber bedeutsame Anregung erhalten; 
»enn der Veriasser hat sich nicht darauf beschränkt, die bis dahin 
geltenden Ansichten einfach vorzutragen, er hat im Gegentheil viel— 
'ach ganz neue Gesichtspunkte auäfgestellt. 
Wenn nun auch solche historisichen und archäologischen Fragen in 
den Vordergrund der Behandlung treten, so ist deoch, soweit neue 
vichtige konstruktive Elemente in jener Periode des Verfalls auftreten, 
vie beispielsweise bei der Wölbung der Centralbauten und der lleber— 
ragung derselben auf Langbauten, die Bedeutung derselben auf das 
Kingehendste dargelegt. Ebenso ist auch die Entwicklung neuer Detail- 
ormen, wie sie sich aus dem Zusammenschrumpfen des altklassischen 
Formenapparates unter der Hand von Arbeitern ohne klassische Schulung 
ergab, hingewiesen, und es sind besonders alle jene Elemente hervor— 
Jehoben, die für die spätere Periode wichtig wurden, tbeilweise erst in 
er ihre eigentliche Ausbildung und künstlerische Bedeutung erhalten 
aben. 
Die Ausstattung des Werkes in Druck und Bild steht durchaus 
auf der Höbe des bis jetzt vom Handbuch der Architektur Erschienenen. 
R. B. 
Architektonische Rundschau. Stizzenblätter aus allen Gebieten 
der Bankunst, herausgegeben von Ludw. Eisenlohr und Carl Weigle, 
Architekten in Stuttgart. 3. Jahrgang. Lieferung 426. Stuttaart. 
Verlag von J. Engelhorn. 
Auch die mir heute zur Besprechung vorliegenden Hefte des oft 
rũhmlichst erwäbnten Werkes lassen das eifrige Bestreben von Heraus— 
— V betretenen Pfade 
rüstig fortzuschreiten. Aus dem reichen Inhalte der Lieferungen 426 
vollen wir nur die folgenden Blätter hervorbeben, ohne denselben 
edoch vor den übrigen, durchweg gediegenen Leistungen damit eine be— 
ondere Stelle anweisen zu wollen: 
Ein vrächtiges Wohnzimmer in edlen Renaissanceformen bringen 
die Herausgeber zur Darstellung; Professor Ewerbeck in Aachen hat 
wWit gezeichnete Auinabmen aus Harlem (Schlachthalle) und Levden 
das reizvolle Ratbhaus) geliefert. Villen und Wohnhäufer finden sich 
Aei venenar Heeniger und Revicher in Berlin, vpem Boulevard 
Iuan Widen Wihen Geichaͤftostraße in Brüssel, von Direkter 
n ehe n —B— in Wien) ven Theob. 
HNunchen liebt e ihn p Loebaud, von J. M. Schmitz mn 
Srujen in vien — in Aachen vom Architekten 
die Drectener urbuenen I sigtter (Webnhaus Genb in Köln. 
selumaenen a Whan und R. Bartbuführen einen 
ür das Wiesbadener Rathbbaus vor. 
vährend Bruno Schmitz in Berlin einen, in großen Verhältnissen ge— 
dachten Entwurf zur Bebauung der König-Johann-Str. in Dresdeu 
eigt. Die kirchliche Kunst ist durch eine schöne gothische Kanzel von 
»en Wiener Architekten Aranzo und Lange, durch den Singchor lim 
Dom zu Lübeck, aufgenommen vom Regierungsbaumeister UU. Wendt 
u Eisenach, sewie durch die evangelische Kirche in Riedlingen von 
Th. Frey in Stuttgurt (Grundriß, Außen- und Innen-Perspektive) 
ertreten. Schließlich sei noch der aufßzerordentlich wirkungsvollen Ehren— 
forte für Karlsruhe des Pref. H. Götz daselbst, des auf weiträumigen 
derrassen sich erbebenden Alexandra-Hötels in Mentone des Pariser 
Architekten A. G. Rives, des prächtigen Empfangs-Gebäudes der 
dessischen Ludwigsbahn zu Mainz von Ph. Berdelleé daselbst, sowie 
last not least“ der überaus reizvollen Drachenburg am Drachenfels 
ei Königswinter gedacht. Das letzgenannte Bauwerk der Düsseldorfer 
Architekten Tüßsbaus und v. Abbema dürfte besonders eine reiche Fund— 
zrube trefflicher Motive für den gothischen Profanbau bilden. 
Nach all' dem Gebotenen können wir daher unsere Leser nur wieder— 
holt zur Anschaffung des Werkes hiermit auffordern. Pfeiffhoven. 
Vorschriften über die Ausbildung und Prüfung für den Staats- 
dienst im Baufache. Berlin, Verlag von Ernst & Korn (Wilhelm 
vrnst.) 1886. 
Als Sonderabdruck aus dem Zentralblatt der Bau-Verwaltung 
»ringt das vorliegende Heftchen die Zirkular-Erlasse über die Vor— 
chriften für die Ausbildung und Prüfung für den Staatsdienst im 
Baufache vom 6. Juli 1886 nebst dem Wortlaut der betreffenden 
jeuen Bestimmnungen über diesen Gegenstand, ferner den Allerhöchsten 
Erlaß vom 11. Oktober 1886 über die Erhöhung der Rangstellung 
er Königlichen Regierungsbauführer und Regierungsbaumeister nebst 
zirkularerlassen des Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 10. und 
6. Oktober 1886, denselben Gegenstand betreffend. Hierauf folgen 
der Zirkularerlaß, betreffend die praktisiche Ausbildung der Regierungs— 
Bauführer des Hoch- und Ingenieurbaufaches vom 15. November 1886, 
der Eleven und Regierungsbauführer des Maschinenfaches vom 21. De— 
ember 1886, sowie die Erlasse vom 21. Neovember, 3. Dezember, 
7. Dezember und 31. Dezember 1886, betreffend die den Königlichen 
Kegierungs-Bauführern und Regierungs-Baumeistern der allgemeinen 
Bau-Verwaltung zu gewäbhbrenden Bezüge, betreffend die Ernennung 
zum Königlichen Regiernngsbauführer und betreffend die Bezeichnung 
des Amts-Charakters der Könialichen Regierunas-Baumeister des 
Maschinenbaufaches. 
Die Ausstattung des Werkchens läßt nichts zu wünschen. M. 
Das UnfallversicherungsGesetß vom 6. Juli 1884 nebst dem 
Hesetz über die Ausdehnung der Unfall-und Kranken-Versicherung 
»om 28. Mai 1885. Erläutert von Dr. jur. Jul. Engelmann. 
Erlangen 1886. Verlag von Palm & Enke (Karl Enke.) 
Das Reichsgesetz, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter 
jom 15. Juni 1883 nebst den Ergänzungsgesetzen. Erläutert von 
Dr. jur. Jul. Engelmann. Erlangen 1886. Verlaa von Palm & Enke 
Karl Enke.) 
Bei der großen Wichtigkeit, welche eine eingehende Kenntniß der 
in vorstehenden Werken behandelten Gesetzesvorschriften für den Ge— 
verbestand heutzutage hat, braucht es wohl keines besonderen Hin— 
veises für unsere Leser auf die Bedeutung sachgemäß erläuterter Ver— 
ordnungen u. s. w. über diesen Gegenstand. Die gründlichen Arbeiten 
Fnaelmann's werden den Rathsuchenden wohl niemäls im Stiche lassen 
Bei der Redaktion gingen ferner ein: 
Zur Restauration des Domes zu Worms von Ph. J. Fehr, 
Probst zu St. Peter daselbst. Selbstverlag des Dombau-Gomité's 
H. Kräuter'sche Buchhandlung in Worms.) 
Sinngemäßes Schaffen und Modethorheit in der Architektur 
ron A. Nothnagel. Berlin 1886. Verlag von Aug. König. 
Normal-Lohnbuch nach den Bestimmungen des Unfallversicherungs⸗ 
Hesetzes nebst Anleitung von Oskar Förster in Weimar (Selbst— 
nerlag des Verfassers.) 
Das ABGC der modernen Photographie von W. K. Burto, 
»eutsch von Herm. Schnauß. 2. vermehrte Auflage mit 12 Ab— 
ildungen. Düsselderf. Ed. Liesegang's Verlag 1886. 
Anleitung zum Photographiren, enthaltend: Die Negativ— 
Verfahren mit Gelatine-Platten und mit Gollodion, die Ferrotypie, 
ie Druckverfahren mit Eiweißpapier, Kohlepapier und Bromsilber⸗ 
zapier, Arictotypie, Fehler und deren Abhilfe, direktes Vergrößern 
unuf Papier. 5. Auflage. Düsselderf. Ed. Liesegang's Verlag 1886. 
Kurrent⸗Rundschrift, eine Reform der Rundschrift für Schule 
und Korrespondenz, verfaßt von Th. Rämußen in Bremen. Verlag 
»on Jul. Zwißler in Wolfenbüttel. 
Die hier vorgeschlagene Rundichrift wird sich zwar bedeutend 
eichter schreiben lassen, wie die Sönnecken'sche Schrift, sie dürfte aber 
eßterer an Schönheit bedeutend nachstehen. 
jedaltion: R. Mattben in Berlin — Verlaga von Juhius Engelmann in Berlin. — Druck der „Volks-Zeitung“, Acte-Gesin Berlin 
eUnter Neranftwartlichkeit deß Nerlegera
	        
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