Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 49, Bd. 8, 1889)

Mittheilungen aus der Praxis. 
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die Konstruktien für den vorliegenden Fall, namentlich für das 
jetreffende Rohmaterial, geeignet ist oder nicht. 
Schließlich sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß bei 
Beschaffung der Eisengußrheile nicht derjenige Lieferant den 
Vorzug verdient, welcher am billigsten offerirt; die billigsten 
Fisentheile für Ringöfen werden meistens von unwissenden, bezw. 
jsewissenlosen Händlern offerirt, welche selbst keine Gießerei be— 
itzen, die Theile vielmehr bald hier bald dort gießen lassen, wo 
ie dieselben am billigsten bekommen können, ohne Rücksicht auf 
»eren Qualität. Bei vielen Ringöfen sahen wir z. B. Eisen— 
zußtheile, welche von Brandenburg a. H. bezogen, aber fast ganz 
inbrauchbar waren. Dem Ziegeleibesitzer kann daher nur en— 
»fohlen werden, die Eisengußtheile direkt von einer soliden 
Hießerei, nicht von einem Zwischenhändler zu beziehen. 
ergeben sich durch Addition der betreffenden Beträge in den 
»praufgehenden Spalten und Hinzurechnung weiterer ca. 10 pEt. 
ür Erdarbeiten, Kalk, Cement, Sand ꝛc. — Es sei noch be— 
nerkt, daß bei allen, in nachstehender Tabelle ausgeführten Ring— 
jfen ein sogenannter Schmauchkanal mit veranschlagt ist, auch 
n Betreff der Eisentheile. 
Maurermeister und andere Bau-Unternehmer stellen dem 
zZiegeleibesitzer den Bauplan oft angeblich nicht in Rechnung, 
assen sich aber die Ausführung des Baues um so höher bezahlen, 
o daß der Ofen sich doch theurer stellt, als wie er einschließlich 
»es Honorars für einen guten Bauplan kosten dürfte; überdies 
iind aber die von Maurermeistern gelicferten Ofenpläne vielfach 
ehlerhaft, da dieselben meistens von einem andern schon vor— 
sandenen Plan einfach kopirt sind, ohne Rücksicht darauf, ob 
Größe und Inhalt 
iner Kammer des Ringofens. 
Anzahl der zum Bau 
des Ringoiens eriorderlichen 
Kiegel, wenn derselbe ganz 
aus Ziegeln erbaut wird. 
bei 14 bei 16 
Gammern. Kannmern. 
Angemenener Preis 
iir Ausfiihrung d. Maurer- 
Arbeiten des Ciens und 
Schorusicins. 
bei 14 bei 16 
Kammern. Kammerny. 
Ungefahrer Preis 
er sür den Oien eriorder— 
tichen Eiscntheile. 
bei 14 bei 16 
dammern. Kammern. 
Alngesahre Roöofsten 
des Tiendachrs aui Stielen 
ruhend und mit VPappe ein— 
zedeckt, bei auiritigem Ueber— 
stand voun 3 uin. 
bei 14 bei 18 
Kammern. Nammern 
Gesammitkosten des 
Ringoiens intl. zchornstein 
und Tach aber ertl. der zum 
Bau erforderlichen Stelue. 
bei 14 bei 16 
Kammern. Kammern 
Ville 
7 chm — 
xöν Normalziegel 
XXM) 
()M 
26010) 
156009 
18 1051 
2000 
— 
260 
330 
380 
180 
550 
34 
deille 
220 
290 
360 
20 
„,20 
300 
650 
* 
2800 
3400 
4200 
194) 
850 
630604) 
720 
300 
3750 
1550 
400 
3350 
7200 
7800 
— 
1000 
301) 
50 
1 
950 
150 
) 
4 
35 
700 
500 
u) 
3800) 
3200 
65000) 
—2 
i) 
. 
7849 
1910400) 
216 
3 
6 1044 
—— 
20 50 
86041 
111606 
—3250 
52600 
8SAMM) 
2060 
22515) 
I 
0, 
9 
230 
106480) 
Mittheilungen aus der Praxis. 
Direkte Abdachung von als Mezzanin resp. Mansarden 
gehaltenen Obergeschossen, z. B. bei Villen. Die direkte 
Ubdachung der mansardähnlichen mezzaninartigen Dachftübchen 
ür Villen u. dgl. (mit und ohne Knierand, mit und ohne ge— 
mauerte Wände) wird jetzt sehr häufig ausgeführt, doch ist 
diese Methode (aus Schönheits- und Bequemlichkeitsgründen) 
rur bei mehr flachen Dächern anwendbar, zu welchen 
iich naturgemäß das nordische Klima in Deutschland theilweise 
richt eignen dürfte; der Anblick der solchergestalt hergestellten 
Wohnräume ist nichts destoweniger auch bei scharfer Dachneigung 
nicht besonders hübsch, aber auch nicht besonders störend. Man 
erspart hierbei, indem Dach und Decke Eins sind, bedeutend 
in Gebälk; die Sparren des Dachstuhles werden nämlich, das 
st des Pudels Kern, ähnlich wie Sturzbalken behandelt und er— 
Jalten außen Bretter und darauf, dem speziellen Fall entsprechend, 
Schiefer oder echte feuerfeste Steindachparpe als Dachdeckmaterial; 
übrigens sind auch Dachziegel aus Thon oder Cement nicht aus— 
geschlofsen), und innerhalb Bretterverschaalung und guten Rohr— 
tuck, oder in Ermangelung von Rohr lange gerippte Holzstäbchen 
mit der Zündhölzchenhobelmaschine erzeugt), eventuell mit Draht— 
ietz befestigte Holzrollen mit tüchtigem, gutem Gypsstuck darauf, 
vomit zugleich also innerhalb der Plafond gebildet ist. 
Diese Dächer sind im Sommer vermöge des Gyppsstuckes 
ind der durch die Balken und die Doppelverschaalung gebildeten 
Hohlräume nicht besonders warm, hauptsächlich dann nicht, wenn 
twa das Obergeschoß durch stark vorspringendes Schweizerdach vor 
den direkten Sonnenstrahlen geschützt ist; bringt man womöglich 
noch irgend eine passende praktikable Luftventilation an, so sind derlei 
Räume ganz annehmbar und auch im Winter leicht heizbar und 
nicht besonders feuergefährlich; nur bei benachbartem Dachfeuer, 
ntensivem Flugfeuer, durch Sturmwind recht angefacht, ist die 
Ldage der in solchen Räumen Wohnenden, wie die Erfahrung 
ehrt, leicht gefährdet; welchen Gefahren übrigens durch Im— 
»rägnirung des Sporenholzes und der Schaalungsbretter, durch 
Fisenblechbelag, Holz- Cementdachkonstruktion ꝛc. abgeholfen werden 
ann. Bei solider Arbeit dringt auch so leicht kein Regen- oder 
Schneewasser ein. L. TSÆK. 
Isolirt stehende Villen ꝛc. vor Winterkälte zu schützen. 
Das beste Mittel hierfür, welches in Deutschland schon mehrfach 
— (auch aus anderen technischen Gründen, wie Kostenersparniß, 
Festigkeit ꝛc.) — Verwendung fand, besteht darin, doppelte 
Wände (Doppelmauern, sogenannte Hohlmauern) anzuwenden: 
ede der Theilwände wird nur ca. ! / m stark gehalten, da⸗ 
wischen kommt trockene gestampfte Lehmerde oder 
dehmziegelfüllung; das Material für Letztere besteht ca. aus 
/Ouantität Lehm und !Ouantität etwas gelöschten Kalkes 
und Sägespänen; diese Lehmkalkziegel mit Sägespänen müssen 
»or dem Gebrauche gut getrocknet werden; Manche nehmen statt 
der Sägespäne Holzwolle (mit Zinkvitriollösung imprägnirt) 
»der Schlackenrolle, oder wieder Andere füllen die Zwischenräume 
dieser Mauern, die aber jedenfalls von Strecke zu Strecke 
niteinander verbunden werden müssen, mit Steinkohlen— 
ische und einem Gemenge von gebranntem Thongruß und or— 
dinärem Cement aus. 
Weitere Mittel find dann noch: Heizbare Souter— 
»ainräume, Holzfourniertapeten, Pappetapeten; Fehl— 
)ecke (falsche oder Blinddecke) unterhalb der eigentlichen Trag- 
»ecke zwischen den betreffenden Geschossen und doppelte Fuß— 
»öden, wobei der oberste dann mit Parquetten, Linolenm ꝛc. 
»edeckt oder belegt wird; der Zwischenraum beider Fußböden ist 
nit durch Zinkvitriollösung imprägnirter Holzwolle oder derlei 
dobelspänen mit Lehm auszufüllen. 
Gute ausgiebige Heizung mit Berliner oder russischen Ofen, 
Faloriferen ꝛc. ist selbstverständlich wohl vorauszusetzen; aber 
nan wird mittelst der angegebenen Konstruktion und sonstiger 
Arrangements einen unvergleichlich höheren Heizeffekt er— 
iielen, als dies sonst möglich ist. — I. TA 
Eine neue Treppenkonstruktion. Obwohl im Bauwesen 
n Bezug auf Raum Eintheilung und Eisparniß ꝛc. ganz be— 
deutende Fortschritte zu verzeichnen sind, so ist speciell beim 
Treppenbau Alles noch beim Alten. Wenn man von den 
venigen Extra Erscheinungen, die im Laufe der Jahrhunderte 
rufgetaucht sind, wie z. B. Umlauftreppen, oder solche, wie im 
Rathhaus zu Genf, „auf welchen die Rathsherren in den Rath 
aal reiten können“ ꝛc. absieht, so hat unsere Zeit im Treppen— 
»au vor den ältesten Zeiten nichts voraus. Großartige Raum— 
ispesitionen, bequeme Steigungsverhältnisse und dergl., auf 
velche man heute etwa stolz sein könnte, dies ist im grauen 
Altershum schon bekannt gewesen. 
Die neue Treppenkonstruktion, von welcher nun hier die Rede 
st, bietet in der That solche Vortheile, daß selbst jeder Laie nach 
en wenigen Zeilen Erläuterung die Vortrefflichkeit des Systems 
einsehen wird. Eine solche Treppenanlage ermöglicht nämlich, 
»aß gleichzeitig mehrere Parteien ein und dieselbe Treppe auf 
ind abwärts benntzen können, ohne sich dabei zu begegnen — 
a sogar ohne sich gegenseitig zu sehen! Ein- und Ausgänge
	        

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