Arbeiter⸗Wobnbaus und Kinderasyl in Aussig a. E
sig
Die Abbildungen Fig. 1 bis 4 stellen der Reihe nach die Längs—
insicht, Seitenansicht, den Längenschnitt und Grundriß eines Arbeiter⸗
Wobnhauses für 4 Familien dar, deren gegenwärtig õ erbaut sind.
Jedes dieser Gebäude enthält 4 Wohnungen, bestehend aus je einem
Zzimmer und einer Küche zu ebener Erde von zusammen 32 IIm Bodenläche,
aus einer Dachkammer und einem Kellerraum.
Jede Wohnung hat ihren separaten Eingang und wird, sowie
der angrenzende Gaͤrtengrund, den Arbeitern unentgeltlich überlassen.
Die Haͤuser sind freistebend und betragen die Baukosten bei einer be—
zauten Fläche von 190 Dm Mark 10000.
In etwas abweichender Art sind die Arbeiter-Wohnungen für 12,
espektive 18 Familien erbaut.
Diese befstehen eigentlich aus Gebäuden von ie 6 Wohnungen,
velche den Raumverhältnissen entsprechend zu 2, 3 oder 4 aneinander
zebaut wurden.
Gegenwärtig sind 18 derartige Theilhäuser erbaut, deren jedes
im Parierre, ersten Stock und Dachraum je 2 Wohnungen mit
Zimmer und Küche enthält. Zu jeder Wehnung im ersten Stock ge—
yört noch ein Kabinet.
Jede Wohnung hat Kellerraum.
Eine gemeinschaftliche Treppe führt zum ersten Stock und zu den
Dachwohnungen.
Jede Wohnung hat ca. 44 DIIm Bodenfläche.
Die verbaute Flaͤche beträgt ca. 173 Dm und die verausgabte
Bausumme Mark 16000.
Sowohl in Aussig als auch in Kralup sind für ledige Arbeiter
Zchlafsäle vorhanden, für deren Benutzung keine Vergütung zu ent—
ichten ist.
Auch stehen Arbeiter-Baracken, welche einen raschen Aufbau ge—
tatten und sich wesentlich für Gegenden, wo Baumaterialien schwer
zu beschaffen sind, eignen, in Verwendung.
Die Gespärte hierzu werden aus Pfosten hergestellt und mit
Brettern verschaalt.
Die Innenseite wird mit Ziegeln 8 em stark ausgeblendet und
verputzt; die Dachfläche ist mit Dachpappe gedeckt.
Jedes derartige Haus besteht aus 2 Wohnungen mit Zimmer
und Küche von 32 Im Bodenfläche; unter der Küche ist ein Kellerraum
vorhanden. Die Herstellungskosten sind Mk. 2000.
Das Asylhaus für arbeitsunfähige Arbeiter ist in Aussig errichtet
und aus einer Stiftung des Vicepräsidenten Max Schaffner hervor—
Figur 3
Arbeiter Wohnhaus und Kinderasyl in Aussig a. E.
Figur 4.
Es besteht nur eine Treppe; die Aborte sind eingebaut.
Die verbaute Fläche eines Theilhauses ist ca. 134 Om und be—
ragen die Baukosten Mark 14000. V
Ein ebenerdiges Arbeiter-Wohnhaus ist außerhalb der projektirten
Stadterweiterung gebaut, sedaß der Bau nicht an bestimmte Be—
dingungen gebunden ist.
Dasselbe konnte deshalb ebenerdig gebaut werden, es besteht aus
Wohnungen zu je Zimmer und Küche von ca. 21 Im Boden.
läche und einem Kellerraume.
Je zwei Wohnungen haben einen gemeinschaftlichen Eingang.
Die Aborte sind außerhalb.
Die Baukoften beliefen sich auf Mark 5000.
Eines der ausgeführten Aufseher -Wohnhäuser besteht aus einem
reistehenden einstöckigen Gebäude, welches zu ebener Erde und im
ersten Stock je 4 Wehnungen mit je 2 Zimmern und einer Küche
»on einer Gesammtbodenfläche von ca. 40 Im enthält, außerdem ge⸗
vört zu jeder Webnung eine Dachkammer und ein Kellerraum.
Um die Familien möglichst getrennt zu halten, hat jede Wohnung
m Erdgeschotz ihren separaten Eingang, waährend für Wohnungen
m ersten Stock eine Treppe benutzt wird.
Das Gebäude hat eine verbaute Flache von 260 Im, die Bau—
tosten betrugen Mark 18 000.
Ein anderes Aufseher · Wohnhaus ist ebenfalls einstoͤckig zur Aus—
ührung gelangt, enthält 6 Wohnungen mit jie 1 Zimmer. 1J Kammer
ind 1 Kuͤche nebst einem Kellerraum
egaugen, welcher dasselbe auf seine Kosten erbauen ließ und auch noch
nit einem bedeutenden Kapital zur Erhaltung und Vergrößerung do—
irte. Dieses Asylhaus enthält 48 gesunde Räumlichkeiten, in welchen
ilte, invalid gewordene Arbeiter bis zu ihrem Lebensende unentgeltlich
Wohnung erhalten. Dieses Gebäude ist in Berücksichtigung seines
zweckes derart eingetheilt, daß eine Wohnung je nach Bedarf aus ein
»der mehreren Räumen bestehen kann und ist auch die Größe eines
zimmers in Anbetracht dessen, daß diese Wohuungen nur für ein oder
wei Personen bestimmt sind, bemessen.
Die Anlage ist derart projektirt, daß eine Vergrößerung des Baues
tets vorgenominen werden kann, ohne den Zusammenhang zu stören.
Die verbaute Fläche beträgt 545 (Im und waren die Bau—
osten Mk. 36000.
Das Kinderasyl befindet sich gleichfalls in Aussig. In demselben
verden die Kinder unter 6 Jahren, während die Eltern in der Arbeit
ind, verpflegt und bis zum Eintritt in die Schule nach Fröbel'schem
zystem unterrichtet. Zwei vorzügliche geprüfte Lehrerinnen sind bei
diesem Asyle angestellt. V
Wie in den Fig. 5 GWVorderansicht), 6 (rückwärtige Ansicht), 7
Grundriß) und 8 (uerschnitt) dargestellt ist, besteht dasselbe aus
inem ebenerdigen Gebäude, welches rechts einen Lehrsaal von 48 I m
Zrundfläche nebst links gelegener Wohnung für die Lehrerin, bestehend
n 2 Zimmern und einer Kuͤche, enthält. In dem Dachraum befindet
ich noch die Wohnung für den Gärtner, aus Zimmer und Küche
⸗ͤstehend