Volltext : Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 50, Bd. 9, 1890)

Heittheilungen aus der Praxis. —

Sparkassengebäude in Pettau.

Mmittheilungen aus der Praris.
Imprägnirter wasserdichter Steres-Bedachnnasstoff. Wenn
wir heute unseren Lesern ein Bedachungsmaterial vorführen und
afselbe zur Verwendung empfehlen, so erscheint das gegenüber
der großen Auzahl von in neuerer Zeit angepriesenen neuen
Redachungsstoffen als ein ziemlich gewagtes Unternehmen, aber
vwir glauben trobdem, uns keinen Vorwurf zuzuziehen, wenn wir
inseren Lesern den Rath geben, wenigstens einmal einen Versuch,
wenn auch vielleicht nur im Kleinen, zu machen. Wir sind der
leberzeugung, daß ein solcher unsere Ansicht durchaus bestätigen
vird und glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir meinen, es
vdird ums mancher Fachgenosse noch Dank wissen, daß wir ihn
duf den Stereos-Bedachungsstoff aufmerksam gemacht haben.
Das Material wird von der Firma R. Bovermann in
Reuel am Rhein fabrizirt und durch eigene Arbeiter derselben

lach eigener bewährter Methode, event. nach ihrer Anweisung
ingedeckt. Die Art der Eindeckung ist dieselbe, wie bei der
Dachpappe, jedoch wird Stercos nicht überstrichen, sondern nur
in den Stellen, wo die cinzelnen Bahnen sich decken, wird eine
Masse aufgestrichen, welche die Firma ebenfalls liefert. Als
Vorzüge sind zu bezeichnen, besonders gegenüber der Dachpappe,
aß Stereos leicht, elastisch, absolut wasserdicht, feuersicher und
vetterbeständig ist und auf Jahre hinaus keines Anstriches be—
darf. Das Material vereinigt in sich also die meisten Vorziige
inderer Bedachungsarten, sodaß es sowohl für provisorische, als
azuch feste Banten durchaus empfohlen werden kann. Die Firma
iiefert den Stereos in allen gewünschten Farben, jedoch dürfte
Herjenige in hellgrauer Farbe als der geeignetste erscheinen. Die
Rollen haben eine Breite von 105 em und kostet das Quadrat—
neter ab Fabrik 123 Mark, was bei der Vorzüglichkeit des
Materials als ein billiger Preis bezeichnet werden muß. —r.

Sparkassengebäude in Pettau.
Ausgeführt vom Stadtbaumeister Carl Mayer.
(Hierzu 2 Abbildungen.)
— Betonuntergrund erhielten,
inseren sämmtlichen kleineren Städten durch Aufführung neuer, kast das ganze Gebäude ist untertellert, das Parterre mit über⸗
tattlicher, den Bedingungen moderner Bauart entsprechender völbt, die geräumige dreiarmige Pfeilertreppe, die Decken der Stock
Hebäude ihren Instituten auch nach außen hin Wirde und Ver- verke durchaus solide; starke Tramböden; das Dach mit eng—⸗
rauen verleihen. Durch die Aufführung der vielen Surkassen- ischem Schiefer doppelt gedeckt, fast in allen Räumen harte
ehäude in den letzten Jahren wurde die Baulnst überall im bez VWrettböden auf Blindböden, die Fenster ohne Nittelsprossen
reffenden Orte selbst, sowie auch in der unmittelbaren Umgebuna und mit Sets'efeln eingeglast, in allen Zimmern schöne Kachel⸗
im ein Bedeuten⸗ öfen, die Gänge
des gehoben. mit gemusterten
die Pettauer Thonplatten be⸗
Sparkasfe wollte legt; alle Par—
nicht hinter den terrefenster mit
Nachbarinstitu— eisernen Roll⸗
en zurückbleiben jalousien sind ein—
ind beschloß, un⸗ bruchsicher zu
er der Förderung schließen, im
des rührigen ganzen Hause
Sparkassen— engl. Klosets, ge—
Direktors und mauerte Kanäle
derzeitigen Bür— —A
gerneisters E. Der Keller mit
vᷣck!l ein neues einer lichten
Sparkassenge— Scheitelhöhe von
zäude auszufüh— 2,80 m enthäll
en. Bei der im 2 Badezimmer,
Herbste v. J. eine geräumige
stattgefundenen Waschküche und
zffentlichen Kon— die nöthigen
urrenz erhielten Keller und Holz—
inter den 18 lagen für die
eingelaufenen Sparkasse und
Projekten, die die übrigen
Kläne des Stadt⸗ Miether.
baumeisters Das Parterre
Farl Mayern nit einer Lichte
den 1. Preis von 4,30 m
und wurde enthält rechts
»emselben die oon der Ein—
veitere Plan⸗ fahrt die
lusarbeitung Sparkassen⸗
ind Baulei— lokalitäten,
tung über⸗ bestehend aus
ragen. einem Zim—
Das Pro⸗ mer fuͤr's
zramm lau— Publikum,
tete, auf einem einer Kanzlei,
unregel⸗ einem Kaffen—
maßigen — raum, einem
Banplase ein Gebäude aufzuführen, welches im Parterre die Snar- Sitzungssaale und einem Archiv, während links von der Einfahrt
Veeiren im 1. Stock Kanzleien und im 2. Stock kleinere drei Vorkanzleien untergebracht sind.
Dannarn enthalten sollte. Dabei mußte auf einen künftigen Der erste Stock mit einer Zimmerlichte von 4,00 m enthält
Anbau an die kürzere Front Bedacht genommen werden, der nach 8 Kanzleien und anstoßend daran eine geräumige Wohnung.
außen und innen mit dem übrigen Gebäude harmoniren soll. Der zweite Stock, im Lichten 3,80 m hoch, enthält drei
Im Herbste vorigen Jahres wurde mit dem Baue begonnen Wohnungen, welche vermiethet sind, während der Dachbodenraum
und im Laufe dieses Monates wird derselbe seiner Vesinmmmung die Aintse und Wohnungsböden, fowie einen Wäschetrockenboden
ir und fertig übergeben. euthält.
Wihhegeed Nanrer als guch die inneren Arbeiten wurden Die verbaute Fläche beträgt 490 )m, die Gesammttosten—
9 d vee isch Ansgeführt. Die Fundamente und Reller summe circa M. 100000, daher gegen M. 204 per Im ver—
s htem Bruchsteinmauerwerk in hydraulischem Mörtel, bauter Fläche. Bautechniker

—M
            
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