Praktische Neuerung bei'm Dampfschlotbaue.
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dieses Verfahrens haben alle Zeichner anerkannt. Bei'm ge—
vöhnlichen Pausen geht immer ein gut Theil Frische ver—
oren, weil es eine ganz mechanische Arbeit ist und bei'm
Nachziehen der Striche leicht kleine Veränderungen im Linien—
Iuß eintreten können. Für die Wahl des Pauspapieres ist
es entscheidend, ob mit Bleistift oder Tinte darauf gezeichnet
werden soll. Die mäßig rauhen Papiere sind gut für Blei—
stift, die glatten, schwach geölten, für Tinte und Tusche. Um
hei symmetrischen Figuren die erst gezeichnete Hälfte auf die
andere Seite zu übertragen, kann man bei Anwendung rauhen
Pauspapieres den Bogen einfach umdrehen und auf der Rück—
eite die Umrisse nachziehen, wobei sich der am Papier nur
(ose haftende Graphit auf dem Ausführbogen abdrückt. Hat
nan kleine Ornamente in steter Aufeinanderfolge zu wieder—
holen, so nimmt man Geluatinepapier, ritzt die Figur mit
der Nadel ein, streicht über die Furchen mit weichem Blei,
odaß überall an den Gratstellen Graphit hängen bleibt,
dreht um und druckt nun immer eine Figur neben die andere.
Die Pläne des Architekten sind und bleiben sein Eigen—
thum, denn sie sind sein „Handwerkszeug“, sein Mittel, um
einen Klienten die Dienste zu leisten, für welche er engagirt
st. Der Architekt ist kein Händler mit Plänen, sondern ein
Professioneller, der für eine bestimmte Kommission sich ver—
oflichtet, besstimmte Gebäude zu entwerfen und zu leiten. Die
Mittel zur Erfüllung dieser professionellen Dienste aber bleiben
eine eigenen. Dies ist der Standpunkt der amerikanischen
Architekten, und die hiesigen Gerichte haben meistens auch in
diesem Sinne entschieden. Eine gesetzliche Bestimmung giebt
ꝛs nicht darüber, und deshalb läßt ein Architekt, der sich
diesbezüglich an die Gerichte zu wenden hat, eine Anzahl
Sachverständiger aussagen, was „Handwerks-Brauch und
Gewohnheit“ ist, wonach sich das Gericht richtet. Anderer—
eits aber ist es auch gebräuchlich, daß der Architekt dem
Eigenthümer eine Kopie der Pläne überläßt, mit der Be—
dingung, daß sie für keinen zweiten Ban wieder, ohne Ein—
williguug. des Architekten, benutzt werden dürfen. In Frauk—
reich steht die Sache anders: Dort hat kürzlich das Gericht
entschieden, daß der Architekt gehalten ist, dem Eigenthümer
des Baues die Pläne zu übergeben, nachdem der Bau voll—
endet und er für seine Dienste bezahlt ist. Kein Architekt
würde gegen diesen Standpunkt etwas einzuwenden haben,
venn es nicht so oft vorkäme, daß hernach mit seinem
geistigen Eigenthum“ Mißbrauch getrieben wird und seine
eigenen Pläne ihm als seine schlimmsten Konkurrenten ent—
zegentreten.
Luftzutritt trat die Differenz der Zugkraft beider Schornsteine
venig scharf in's Auge, wenn auch eine vorherrschende Kraft des
iach oben sich erweiternden Schornsteins sich unschwer konstatiren
ieß. Wurde dagegen der Luftzutritt zur runden offenen Feuer—
telle durch Herablassen eines dichten Vorhanges vermindert, so
iahm sofort auch die Zugkraft des nach oben sich vereugenden
Schornsteins rasch ab, und zwar in der Weise, daß dieser enge
-Zchlot seine rauchende Thätigkeit vollkommen einstellte, sowie der
intere Luftzutritt beinahe ganz aufgehoben wurde.
Um sich zu überzeugen, bis zu welchem Grade diese auffallende
Differenz sich erstrecken würde, brachte man auf der oberen Aus—
nündung des breiten Schornsteins einen Schieber an und schloß
die Oeffnung erst um , dann ,, 85 bis *, ja bis 210 der—
elben, ohne dadurch den engen Schornstein wieder in Thaͤtigkeit
etzen zu können. Um zu diesem letzteren Ziele zu gelangen, war
nan genöthigt, den erweiterten Schornstein geradezu ganz zu
erschließen.
Da durch Abschluß der äußeren Luft bis auf ein Minimum
zie Zugkraft auf das geringste Maaß reduzirt wurde, so mußte
damit am schärfsten der Unterschied dieser beiden Schornsteinformen
zum erkennbaren Ausdruck gelangen.
Was die Dimensionen dieses Doppelschornsteins betrifft, so
varen dieselben absichtlich in einem Verhältnisse erstellt, welches
n der Praxis, wenigstens für den hohen Fabrikschornstein, un—
uusführlich wäre; es handelte sich ja vor Allem nur erst um das
Auffinden des physikalischen Grundgesetzes und erst nachher um
ꝛventuelle Feststellung der genauen Verhältnisse.
Was diese letzteren betrifft, so ist dafür zu halten, und durch
einen Schonsteiu von 25m Höhe bestätigt worden, daß eine
illmäliche Erweiterung des quadratischen Durchmessers nach oben
uim UJ—Io, d. h. um circa 20 em auf 25 meHöhe sich schon
ils sehr wirksam erweist und nur eine geringe Vermehrung des
Imfanges am Fuße des Schornsteins erfordert.
Der betreffende Schornstein hat einen ganz ausnehmend
tarken Zug und dient einem Dampfkessel von 5 Atmosphären
Druck, der für eine Maschine von etwa 50 Pferdekräften be—
timmt ist.
Bei hölzernen Dampfableitungs- und Ventilationsschornsteinen
teht es meist in baulicher Hinsicht frei, die Dimensionen beliebig
zu wählen und hat der Verfasser gefunden, daß ein quadratisches
Deffnungsverhältniß von 1:4 oder auch 1:8 einen außer—
»rdentlich günstigen Effekt gegenüber den gewöhnlichen, parallel
gebauten Abzugsschonsteinen darbietet.
Ueber Höhe und Durchmesser „eiserner Dampfschlote“ hat
der Zivil-Ingenieur Eugen Schleh in Köln eine instruktive Skala
»ekannt gegeben. Schleh sagt: Bei Anlagen, bei denen sich der
Aufbau eines gemauerten Kamines infolge der kurzen Ver—
vendungszeit nicht lohnen würde, wählt man eiserne Schlote.
Vor dem Durchrosten schützt man sie durch einen geeigneten
Anstrich. Die zweckmäßigsten Maaße eiserner Schlote, unter
Zugrundelegung der jeweiligen Heizfläche, Pferdestärke ꝛe. an—
geführt:
Praktische Veuerung bei'm Dampfschlotbaue.
Ein wichtiger Punkt bei der Fabriksbauanlage ist der Schorn—
tein, und es sollen somit dem Bautechniker alle diesbezüglichen
neuen Resultate zur Kenntniß gebracht werden.
Praktische Versuche haben ergeben, daß, im Gegensatze zu
der allgeniein verbreiteten Annahme, die stete Zunahme des
nneren Querschnittes nach oben hin der Zugkraft des Schornsteins
rußerordentlich förderlich ist. Die Versuche in kleinerem Maaßstabe
durch die Ausführung besonderer Schornsteine wurden von dem
Verfasser nach seinen Mittheilungen in der „Schweiz. Bauztg.“
in der Weise ausgeführt, daß über einem gemeinsamen runden
Rauchfang — Schornsteinschooß — zwei im Durchschnitt ganz
genau gleich große quadratische Schornsteine aufgesetzt wurden,
bon denen der eine nach oben zu sich allmälich in gleicher Pro—
portion erweiterte, der andere, genau an diesem sich dagegen
bverengte. Der Schornsteinschooß wurde so eingerichtet, daß er den
Feuerherd kreisrund überdeckte und so für beide Schornsteine die
genau gleiche Eintrittsmöglichkeit für Wärme und Rauch hergestellt
war. Ferner wurde die Möglichkeit geschaffen, die äußere Luft
von der runden Feuerstelle mehr oder weniger, beziehungsweise
ganz abzusperren. Die Feuerung wurde darauf eingerichtet, nicht
iur Wärme, sondern auch Rauch in ziemlicher Menge zu produziren,
um den Effekt des Zuges durch das Auge möglichst kenntlich
werden zu lassen.
Der Erfolg der Versuche war folgender: bei offenem, über
die ganze Peripherie des Feuerherdes gleichmäßig vertheilten
Heizfläche
des Dampf
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Die Blechdicke des obersten Stoßes betrage nicht unter 3 min;
die Länge dieses Stoßes sei 2un: die beiden nachfolgenden Stöße