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Betonbereitung für Kanalmauern.
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Betoubereitung für Kanalmauern.
(GHierzu 5 Fig.)
In der Verwendung des Betons für die verschiedensten
Zwecke haben die Engländer, Franzosen und Amerikaner, Be—
deutenderes geleistet, als unsere deutschen Techniker. Bei uus
leidet die gañze Sache noch unter einer ungünstigen Beurtheilung,
die durch fehlerhafte Anwendung verursacht wird. Wir haben
nehrfach unseren Standpunkt zu dieser Frage dahin präcisirt,
zaß wir solche Betonarbeiten nur von Spezialisten ausgeführt
vissen möchten, und wir werden noch öfter Gelegenheit haben,
uf das Zweckmäßigere und Richtigere folcher Spezialarbeit
sinzuweisen.
Ueber die Elastizität von Beton ergiebt sich nach Versuchen
von Professor Bach in Stuttgart, in Bezug auf den Zusammen—
haug zwischen Dehnungen und Spannungen, daß sich derselbe
ihnhlich veihält, wie Gußeisen, daß also die Zusammendrückungen
taͤrker wachsen, als die Belastung an Größe zunehmen. Für
das Elastizitätsmaaß E wurde gefunden bei einer Spannung von
O bis 7To αν 306 000 _α
3* 279 000
256 000
5,58* 226 000
23814 3316 212000
31,6 394 * 194 000
Bezüglich der Mischungsverhältnisse herrschen noch vielfach
mrichtige Begriffe. So ist es z. B. irrig, daß Beton, zusammen—
gesetzt aus einem Theil Cement, drei Theilen Sand und vier
Theilen Kiessteinen, ein fetteres, d. h. besseres Mischungsverhält—
niß des Betonmörtels sei, als ein Beton von gleicher Zusammen—
etzung, dem noch acht Theile Steinschlag beigemischt werden;
wie Dückerhoff überzeugt praktisch nachgewiesen hat,“ ist dies durch—
zus unrichtig. Das eigentliche Mischungsverhältniß des Beton—
mörtels ist ur zu beurtheilen aus den zu demselben verwendeten
Mengen von Sand und Cement; alle Zusätze zu diesem Cement—
mörtel, wie Kiessteine und Steinschlag, wenn, in richtigen Grenzen
Jehalten, bedeuten oder ergeben keine Verringerung der Beton—
nischung, sondern tragen im Gegentheil zur Erhöhung der Festig—
feit des Betons bei. Enthält die vor angegebene Betoumischung
einen Moörtel von einem Theil Cement und orei Theilen Fluß—
and, so wird die Druckfestigkeit des Mörtels erhöht, wenn hier—
zu noch vier Theile Kiessteine gefügt werden. Mischt man zu
diesem Beton aus einem Theil Cement, drei Theilen Sand, vier
Theilen Kiessteine noch acht Theile harten Steinschlag, so tritt
eine weitere Festigkeits-Zunahme ein gegenüber dem vorbeschrie—
henen Kiesbeton. Eine sehr gute Verarbeitung des Betons beim
Mischen und Sitampfen ist selbstverständlich erstes Erforderniß.
Man erreicht durch die Mischungen mit großem Steinzusatz außer—
dem den wesentlichen Vortheil, daß Betonbauten, welche äußeren
Temperatur-Einflüssen ausgesetzt sind, geringeren Ausdehnungen
und Zusammenziehungen unterworfen werden, als dies bei Mörtel
ind Beton mit wenig Zusatz von Steinen der Fall ist.
Doch nun zur Beschreibung einer Anlage der Betonbereitung
für Kanalmauern für den Illinois-Mississippi-Kanal, der nach
„Uhlands Tech. Rundschau“ sich folgendermagaßen darstellt: An
iefem Kanal waren auf gewisse Strecken Mauern aus Beton
zufzuführen, wovon Figur 1 als Beispiel einen Querschnitt zeigt,
Fig. 3
Betonbereitungs-Anlage
Figur 2 und 3 veranschaulichen die Betonbereitungsanlage.
Das hölzerne Krahngerüst setzt sich aus zwei ungleich hohen
Seitengestellen und einem verstrebten Träger zusammen und wird
zurch verankerte Seile gehörig straff gehalten. Auf dem erwähnten
Träger sind Schienen gelegt, auf denen die Katze läuft. An der
etzteren ist das eine Ende des Stahlkabels kwbefestigt, welches
zas Kippgefäßek mittels eines Hängers trägt und am anderen
Ende auf der Trommeh J befestigt ist. Die Neigung des Krahn—
rägers ist so bestimmt, daß die Laufkatze beim Herablassen des
tippgefäßes kmin die punktirte Siellung seitwärts geht, bis sie
auf einen Anschlag trifft. Um also das Kippgefäß t über den
Trichter g zu bringen, braucht die TrommeleJ nur in Umdrehnng
jesetzt zu werden. Dann steigt das Gefäß ti aus der Grube zu—
zächst gerade in die Höhe, bis der Hänger an einen Anschlag
der Laufkatze stößt, worauf die letztere auf ihren Schienen seit—
värts über den Trichter gegeht. Im Maschinengestelle ist nuter
dem Trichter gudie aus Stahlblech hergestellte Mischtrommel h
yvon eigenthümlicher Gestalt drehbar gelagert. Dieselbe macht
) Umdrehungen in der Minute und soll die verschiedenen einge—
üllten Stoffe durch Mischung in Beton, verwandeln. Die Ma—
chine arbeitet vollkommen zufriedenstellend, so lange es sich um
gjewöhnlichen Beton handelt. Ist jedoch für die Außenfläche der
Mauer ein bestimmter Beton (mit mehr Cement) erforderlich, so
muß die Mischung der größeren Sorgfalt wegen mit Schaufeln
vorgenommen werden. Zum Betriebe der Anlaae dient die Loko—
mobile k von 15 HP.
Zu beiden Seiten der Grube für das Kippgefäßeky sind
Bleise gelegt. Das eine derselben führt in beiden Richtungen zu
Sand-, Kies- und Steinbehältern, das andere dagegen Zin einer
Richtung zu Cementfässern und in der anderen Richtung zu
Wasserfässern. Die mit diesen Stoffen beladenen Wagen lassen
hren Inhalt in das Kippgefäßefy herabgleiten. Das letztere hat
Uiis n im Quadrat und 914 Fn in der Tiefe, faßt also
liig cont. Nachdem es in die Höhe und über, den Rumpf ge—
hracht ist, wird es umgekippt, sodaß der Inhalt durch den
Trichter gein die Mischtrommel hefällt. Nach erfolgter Mischung
wird die Trommel geöffnet und der Beton in den Wagen Jl aus—
geschüttet. Darauf wird der letztere sofort auf der einen Kanal—
sie an Ort und Stelle gefahren und durch Umkiphen ent—
gden.
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—E— —
Fig. 1. Kanalquerschnitt.
An dieser Stelle ist die Kanalbreite 10, 0, die Mauerhöhe
b,ss 22 und die Mauerstärke rechts 2,20272 unten und 1,5g 21
»ben, links beträgt die Stärke 2,2020 unten, dagegen oben 1,15 .
Die Erschütterungen, denen die Fangdämme beim Ausschütten
einer Karrenladung (etwa Oe con) von Beton, ausgesetzt sind,
führten zu besonderen Vorfichtsmaaßregeln. Zunächst erhielten
die Dielen eine Stärke von 51 ι bei 305 Hn Breite und
die senkrechten Balken zur Absteifung derselben eine Stärke von
254)203 mni. Die Balken stehen von einander um 1,22
ab und sind unten mit wagerechten, 203) 152 An starken Balken
perbunden, während die 2 Streben 208)152, bezw. 132152
sttark sind. An jeder Kanalseite wurde eine Bühne errichtet, auf
der ein Gleis von 914 2 Spurweite verleat ist.
Fia. 4.
Steinzerkleinerungs-Anlage.
Figur 4 und 5 zeigen die Einrichtung zur Zerkleinerung der
aus dem Kanalbett selbst gewonnenen Steine. Von der Platt—
'orm e werden die Steine in den Brecher d aufgegeben, aus dem
ie zerkleinert in den Rumpf des Elevators c fallen, aus dem
ie gehoben werden und in das Cylindersieb b gelangen, aus dem
sije in Sorten getrennt in den Behälter à bherabfallen
Fig. 0.
*
Für die Zubereitung des Betons in solchen Fällen ertheilt
W.eL. Marshall dem „FEnainecrina Record“ zä Folae nach—