Stuttgarter Uni-Kurier Nr. 72/Juni 1996
Forschung & Wissenschaft
Stuttgarter Italianistik stellt wissenschaftliche
Zeitschrift vor:
Neue HORIZONTE
Die erste Ausgabe der — so der Untertitel — „Italianistischen
Zeitschrift für Kulturwissenschaft und Gegenwartsliteratur“ ist
seit Mai in den Buchhandlungen bzw. im Abonnement erhältlich.
Von der italienischen Botschaft in Bonn unterstützt und im Rahmen
des Kooperationsvertrags mit dem Istituto Italiano di Cultura
/Stuttgart projektiert, haben die Herausgeber Prof. Dr. Georg
Maag und Dr. Franca Janowski vom Institut für Literaturwissen-Schaft
der Universität Stuttgart eine Zeitschrift ins Leben gerufen,
die vor allem dem grenzüberschreitenden, wissenschaftlichen
und kultureilen Austausch gewidmet ist.
Politik- oder Sozialwissenschaft.
Die Bandbreite möglicher Themen
wird bei einem Blick in das
'nhaltsverzeichnis der HORIZONTE-Ausgabe
1/1996 deutlich: Auf liteaturwissenschaftliche
Artikel zu
3iacomo Leopardi folgen Beiträge
!u Fragen der literarischen Kanonbildung,
zu Literatur und Theorie
italienischer Frauen, zum Comic,
zum Thema der Intermedialität im
3egenwartsroman, zur italienischen
Mode, aber auch zur „Geschichtsbilderproduktion
unter Mussolini”.
So disparat die Themenvielfalt
zunächst auch erscheinen mag,
der Italien-Bezug und eine kultur
ıheoretische Grundorientierung
sind das allen Texten gemeinsame
-undament.
Ein weiteres Spezifikum besteht
so der Herausgeber - darin, daß
die „theoretische Reflexion von
Kultur mit der Präsentation aktuel-‚er
literarischer Muster“ verbunder
wird, was seinen Niederschlag in
der Rubrik Literarische Texte —
Voci d’autori findet: Erstveröffentlizhungen
italienischer Literatur des
20. Jahrhunderts haben in dieser
nNindestens ein Drittel des Seiten-Jmfangs
jeder HORIZONTE-Numner
einnehmenden Abteilung ihren
Irt. Nicht nur die Verbreitung von
Arbeiten bisher im deutschen
Sprachraum unbekannter Autorinıen
und Autoren wird damit geförlert;
vielmehr soll die hiesige Veragslandschaft
mittels derartiger
Appetithäppchen“ auf interessante
Schriftstellerinnen und Schriftsteller
aufmerksam werden, die noch einer
Übersetzung ins Deutsche harren. C£
Horizonte: Italianistische Zeitschrift
für Kulturwissenschaft
und Gegenwartsliteratur Nr.
1/1996. Neuried bei München:
ars una Verlag. ISBN 3-89391-880-9,
ISSN 0340-3718; DM
44,-—; im Abonnement DM 38,-(erm.
30,-).
Durchbruch bei der Umsetzung vom Labormaßstab auf größere Flächen:
=»
Neuer Weltrekord bei der
Entwicklung von Sol Il
g arzelien
licht „antik . aber senan eine Weile ner: Der
Ausı much des Vesiivs van
ı U:
3. Internationales Kolloquium für Historische Geographie der Alten Welt:
Naturkatastrophen in der antiken
Welt
/om 8. bis zum 12. Mai veranstaltete die Althistorische Abteilung des Historischen Instituts das 6.
nternationale Kolloquium für Historische Geographie der Alten Welt. Die Organisatoren, Prof. Dr.
ickart Olshausen und Dr. Holger Sonnabend, hatten als Rahmenthema diesmal „Naturkatastrophen
n der antiken Welt” ausgewählt. Die Tagung fand bei den fast 200 aktiven und passiven Teilneh-1ern
sowie in regionalen und überregionalen Medien eine große Resonanz. Dies beweist, daß eine atraktive,
allgemein interessierende Thematik angesprochen und, neben dem internen wissenschaftichen
Austausch, auch der erstrebte Brückenschlag zwischen Forschung und Öffentlichkeit voll ereicht
wurde.
JXie Stuttgarter Kolloquien, die seit
980 veranstaltet werden und seit
984 in einem dreijährigen Rhyth-]us,
haben inzwischen einen festen
latz im Terminkalender von Wisenschaftlerinnen
und Wissenschaft:
am, die sich mit der Historischen
jeographie befassen. Deswegen
nd dank einer erneuten großzügijen
Unterstützung von seiten der
)eutschen Forschungsgemein-Chaft
hatten die Organisatoren
einerlei Schwierigkeiten, ein umangreiches,
qualitativ ansprechenes
Programm mit Vorträgen
ührender Experten aus dem In-‚nd
Ausland zusammenzustellen.
»0 konnten neben zahlreichen Kola3ginnen
und Kollegen aus Deutschand
viele Gäste aus Belgien, Engand,
Frankreich, Griechenland, Itali-'n,
den Niederlanden, Österreich,
'ußland, der Schweiz und den
JSA begrüßt werden. Die Spannreite
der vertretenen wissen-Chaftlichen
Disziplinen war ebenalls
nicht gering: Althistoriker,
;eographen, Geologen, Archäololen,
Geoarchäologen zählten
'benso zu den Teilnehmern wie
Jassische Philologen und Philoso-)hen.
Daß es dabei manchmal zu
Ontroversen Diskussionen kam, liegt
1 der Natur der Sache und war
uch erwünscht. Erfreulicherweise
lieb die Atmosphäre aber immer
achlich, konstruktiv und angeehm.
Zur Sprache kamen während
les Kolloquiums sämtliche Formen
On Naturkatastrophen, die für die
\ntike nachweisbar sind. Ein deut-Cher
Schwerpunkt lag auf Erdbe-'8n
und Vulkanismus, Beachtung
anden aber auch Überschwemlungen,
Tsunamis, Dürreperioden
der Heuschreckenplagen. Speziell
/°n seiten der Geographen und
ologen wurden darüber hinaus
Schleichende“ Naturkatastrophen
Orgestellt, deren Auswirkungen,
Ihnlich dem heutigen Ozon-Prolem,
Nicht schlagartig, sondern
Uukzessive spürbar werden. Gerade
nen neuen Weltrekord bei der Entwicklung kostengünstiger Solarzellen haben Wissenschaftler
les Instituts für Physikalische Elektronik der Universität Stuttgart gemeinsam mit dem Zentrum
ür Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) aufgestellt: Ein intejriert
serienverschaltetes Modul erreichte auf einer Fläche von 10 x 10 Quadratzentimetern einen
Nirkungsgrad von nahezu 14 Prozent. Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung eines wirtschaftli-:hen
Einsatzes der Photovoltaik.
ichon bei früheren Arbeiten konnan
die Stuttgarter Wissenschaftler
jeweisen, daß auch Dünnschicht-;olarzellen
Wirkungsgrade über 17
rozent erreichen können. Diese
Virkungsgrade sind mit denen
ıochwertiger Solarzellen aus reintem
Silizium vergleichbar. Als akti-'es
Solarzellenmaterial dient Culnje,
/Kupfer-Indium-Diselenid (CIS),
las mit einer Dicke von zwei Mirometern
auf normales Fensterılas
aufgetragen wird.
Jetzt erzielten die Stuttgarter
Vissenschaftler einen Durchbruch
ei der Umsetzung der Herstelingstechnologie
vom Labormaßtab
auf größere Flächen. Der zer-N
'ronics Solartechnik GmbH) gear-Jeitet.
Erste funktionsfähige Modue
mit dieser Fläche wurden bereits
jergestellt.
Das Projekt wird vom Bundesmiıster
für Bildung, Wissenschaft,
-orschung und Technologie, der
Stiftung Energieforschung und dem
Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
gefördert. a
Kontakt:
Ir.-Ing. Hans-Werner Schock, Institut
für Physikalische Elektronik
ler Universität Stuttgart, Pfaffenwnaldring
47, 70569 Stuttgart,
Jel. 0711/685-7180, -7157. -
1 84. Fax 0711/6885 -7142