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V. Fundation der Wolkenkratzer.
gruppen geteilt waren, die Arbeiter für die maschinellen, für die
Luftdruck- und für die allgemeinen Arbeiten, die durch Vorarbeiter
beaufsichtigt waren, welche dem leitenden Ingenieur direkt berich-
teten. Der nötige Dampf wurde dem Quantum nach von der New
York Steam Company gekauft, die Elektrizität wurde durch die
Edison Gesellschaft für etwa 15 Bogenlampen und eine große Zahl
von Glühlampen geliefert.
Die Kosten der pneumatischen Fundation sind sehr hoch und
machen, trotz der großen Gebäudehöhe, einen ganz erheblichen
Teil der Gesamtbaukosten aus. So ist beispielsweise das im Bau
befindliche Municipal Gebäude in New York im gesamten auf 11 Mil-
lionen Dollar geschätzt, wovon 11% Millionen Dollar auf die pneuma-
tische Fundation entfallen. also rund 14%, der Gesamtbaukosten.
g) Kontinuierliche Caissons.
a) Allgemeines.
Wir haben schon zu wiederholten Malen gesehen, daß die Keller-
böden in New York in fast allen Fällen bedeutender Wolkenkratzer
beträchtlich tief liegen, so daß bis zu 4 Stockwerken unterhalb der
Straßenoberfläche gewonnen werden, die zum Aufstellen der zum
Betrieb des Gebäudes nötigen Maschinen und Apparate, für Magazine,
Aufbewahrungsräume für Banken und für verschiedene Arten von
Geschäftsbetrieben Verwendung finden.
Die Umfassungswände der Keller werden daher äußerst starke
Mauern, weil sie dem äußeren Drucke des Fließsandes und des Was-
sers, der bis zu 15 m beträgt, widerstehen müssen. Diese Mauern
dicht zu bekommen, bietet naturgemäß eine äußerst schwierige und
nicht immer sicher gelingende Aufgabe.
Es muß daher als ein hervorragender Fortschritt bezeichnet
werden, als man darauf kam, die Fundamentpfeiler selbst zur wasser-
dichten Umschließung des ganzen Kellerraumes heranzuziehen.
Ihrem Zwecke entsprechend sınd diese von rechteckiger Form,
mit einer langen Seite gleichlaufend mit der Baulinie und einer schmalen
Seite senkrecht dazu. Die Länge der letzteren wird gewöhnlich so
angenommen, daß im Caisson auch der Quere nach noch gut gearbeitet
werden kann, wofür 1,80 m genügen. Das Maß der längeren Seite
wird so bestimmt, daß der Caisson noch gut gehandhabt werden
kann, und daß er nicht zu schwer wird, meist schwankt dieses Maß
zwischen 5 und 8 m.