Volltext : Programm der Königlich Württembergischen Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Jahr 1869 auf 1870 (1869)

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ten  mathematischen  Klasse  bildet:  Kompositionsübungen  aus  Schillers
Geisterseher.  Schriftliche  Exceptionen.  Lektüre  aus  Gantters  Chrestomathie, ­
  zweiter  Theil,  und  aus  Sheridan,  Dramatic  works.
Shakespeares  Dramen.
Im  Winter  1  Stunde,  privatim:  Professor  Gantter.
Englische  Sprache  und  Literatur.
Privatim:  Lobenhofer.
1.  Grammatik  mit  Konversation:  2  Stunden.
2.  Literaturgeschichte  in  englischer  Sprache:  1—2  Stunden.
Italienische  Sprache.
Privatim:  Sekretär  Runzler.
/
Spanische  Sprache.
Privatim:  Dr.  Scherer.
Turnen.
2  Stunden:  Reallehrer  Elsenhans.
Fechten.
Privatim:  Derselbe.

9.  Werkstätten.
Mechanische  Werkstätte.
Mechaniker  Freiburger.
Dieselbe  gibt  den  Studirenden  Gelegenheit,  sich  in  den  Arbeiten
des  Mechanikers  zu  üben.
Holzmodellir-Werksätte.
Modellschreiner  Halmhuber.
Modelliren  von  Maschinenbau-,  Ingenieur-  und  Hochbauobjekten.
Die  Werkstätte  ist  das  Studienjahr  hindurch  den  ganzen  Tag  über
geöffnet.  Während  der  Sommer-Vakanz  ist  Gelegenheit  zu  weiteren
Uebungen  gegeben.

IX.  Studienpläne.
Für  die  mathematische  Abtheilung  sind  die  Studienpläne  oben  angegeben. ­
  In  der  technischen  Abtheilung  ist  die  Wahl  der  Vorlesungen ­
  den  Studirenden  frei  gelassen,  welche  sich  darüber  mit  den  Vorständen ­
  der  Fachschulen  zu  berathen  haben.  Um  Anhaltspunkte
zu  geben,  folgen  hier  Studienpläne,  in  denen  aber  nur  das  Wesentliche ­
  aufgenommen  ist,  welchem  jeder  Studirende  die  für  ihn  passenden
weiteren  Lehrgegenstände  je  nach  seiner  Vorbildung,  seinem  Willen,
sich  höher  auszubilden,  und  der  Zeit,  welche  er  dieser  Ausbildung  widmen ­
  will,  anreihen  kann.
A.  Architekturfachschule.
Erstes  Jahr:  Chemie  für  Bautechniker;  Mineralogie  und  Geognosie;
  praktische  Geometrie  mit  Uebungen;  technische  Mechanik  mit
Uebungen;  Baukonstruktionslehre  I.  mit  Uebungen;  Kunstgeschichte  ;
Freihand-  und  Ornamentenzeichnen.
Zweites  Jahr:  Baukonstruktionslehre  II.  mit  Uebungen  ;  Baugeschichte ­
  I.  mit  Uebungen  ;  Entwerfen  I.;  Perspective  I.;  Freihandund
  Ornamentenzeichnen.
Drittes  Jahr:  Hochbaukunde  mit  Uebungen  ;  Baugeschichte  II.
mit  Uebungen;  vergleichende  Bauformenlehre;  Entwerfen  II.;  Perspektive ­
  II.;  Freihand-  und  Ornamentenzeichnen  ;  Baurecht.
Ein  solcher  dreijähriger  Studiengang  genügt  den  gewöhnlichen
Anforderungen,  wie  sie  z.  B.  in  dem  Programme  für  die  Württembergischen
  Staatsprüfungen  aufgestellt  sind.  Jedoch  ist  solchen  Studirenden,
welche  eine  noch  höhere  Ausbildung  erstreben,  Gelegenheit  hiezu  gegeben ­
  durch  wiederholte  Theilnahme  an  den  höheren  Kursen  der
Hochbaukunde,  der  Uebungen  zur  Baugeschichte,  des  Entwerfens,  des
Freihand-  und  Ornamentenzeichnens.  Den  Bedürfnissen  dieser  Studirenden ­
  des  „vierten  Jahreskurses“  wird  von  den  betreffenden  Lehrern
spezielle  Rechnung  getragen  und  werden  die  Aufgaben  dem  entsprechend ­
  gewählt.  Dergleichen  grössere  Aufgaben  sind:  Entwürfe  für
ganze  Gebäude-Komplexe  (insbesondere  industrieller  und  landwirthschaftlicher
  Etablissements)  ,  grössere  Bauten  monumentaler  Art,  Detailausarbeitungen ­
  betreffend,  innere  und  äussere  Dekorationen,  etc.
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