Metadaten : Veröffentlichungen der Württ. Landesstelle für Naturschutz. [Heft] 16 (16, 1940 [JVVNW 95, 1939])

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Regelmäßig geht der Wasserstand des Bodensees während des
Winters stark zurück. Unsere Buchten zeigen fast kein Wasser mehr
und große Teile derselben sind eigentliche Dreckpfützen. Das ist aber
gerade unserem kleinsten Entchen recht, der Krickente, Wie grobe
Frösche watscheln und wühlen sie im weichen Schlamm, und selbstverständlich
 nicht umsonst. Was war das für ein Anblick, als am 29, November
 1938 etwa 1000 Stück dieser Kleinenten in einer Ecke der Arboner
Bucht beisammen waren! Aber brüten tut keines der ,Spiegelentchen“,
wie wir sie hier nennen, in unserer Gegend, Frühlingszeit ist für sie
Reisezeit.
Doch bevor die letzten Krickenten abgezogen, kommt eine neue Art,
die Knäa ckente. Ungefähr gleich groß wie ihre Verwandte, die Krickente,
 erscheint sie nie im Herbsst oder Winter, immer nur im Vorfrühling.
 Sie erscheint auch nie in so imposanten Flügen. Zehn bis künfzig
Exemplare sind meistens beieinander. Am 27. Marz konnte ein Beob
achter in der ESnacher Bucht 40 Knäckenten feststellen. Ein besonders
beliebter Aufenthalt ist der alte Rheinlauf. Eigentümlicherweise blieb
der Zug im Frühling 1939 fast ganz aus. Uberall wurden nur vereinzelte
Individuen angetroffen.
Ein schöner Wintergast ist unstreitis die SpieBente. Sie ist so
großß wie die Stockente, hat einen längeren, schlanken Hals und als
typisches Zeichen einen langen, zugespitzten Schwanz, der namentlich
beim Gründeln schön zur Geltung kommt. Massenhaft kommt sie nicht
zu uns. Meistens sieht man 2 bis 8 Stück. Meine Freude war deshalb
nicht gering, als ich am 27. April 1938 in der Egnacher Bucht 26 Spießenten
 bewundern konnte.
Noch seltener ist die Schellente, Zwar ist sie jeden Winter auf
dem Bodensee anzutreffen. Eigentümlicherweise sieht man nie Männchen
und Weibehen beieinander. Die Männchen scheinen überhaupt richtige
Einzelgänger zu sein. Am 7. März 1937 wurde ein Trupp von 15 Weibchen
 bei Horn beobachtet.
Ein schöner, aber ãußerst seltener Gast ist die Pkei fentée. Im Vorfrühling
 kann man sie hie und da einen Tag oder zwei sehen, So ge⸗
langte sie am 10. April 1939 bei Steinach in 4 Exemplaren zur Beobachtung,
 Eine Rarität ist ebenfalls die Löffelente. Am 8. Oktober
1936 sah man 1 Stück bei Steinach und am 9, Oktober eines bei Altenrhein.
 Es kann aber der gleiche Vogel gewesen sein.
Die berühmte Ei der ente konnte in den letzten Jahren nur einmal
festgestellt werden. Es war ein Weibchen, das am 11., 13. und 14. Olctober
bei Steinach gesehen wurde,
Auch die Mittélente oder Schnatterente gehört hier zu den
Seltenheiten. Festsestellt wurde sie einige Male, so auch am 1. Olttober
1936 in Altenrhein mit 5 Exemplaren. — Besonderes Glück mubß der
Beobachter aber haben, wenn er die Sammetentée auf dem Bodensee
sehen will. Im Jahre 1936, am 16. Dezember, beobachtete einer 2 Stück
bei Ketwil, und am 19. des gleichen Monats bei Uttwil gar 9 Stück.
Naturschutz.

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