Volltext : Programm der Königlich Württembergischen Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Jahr 1870 auf 1871 (1870)

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Praktische  Astronomie  mit  Hebungen.
Im  Sommer  4  Stunden:  Professor  Dr.  Zech.
Bestimmung  der  Zeit,  der  Breite  und  der  Länge  eines  Orts.
Vorausgesetzt  wird  die  Kenntniss  der  höheren  Analysis  und
bei  den  Uebungen  Bekanntschaft  mit  der  Behandlung  des  Theodoliten. ­

Optik  und  optische  Instrumente.
Im  Winter  3  Stunden:  Professor  Dr.  Zech.
Physiologische  Optik.
1  Stunde,  publice:  Privatdocent  Dr.  Berlin.
Allgemeine  und  technische  Chemie.
6  Stunden:  Geheimer  Hofrath  Dr.  v.  Behling.
Repetition  und  Examinatorium  2  Stunden:  Repetent  Sulz  er.
Der  Unterricht  beginnt  mit  den  Anfangsgründen  und  setzt
daher  keine  Kenntnisse  der  Chemie  voraus.  Der  Vortrag,  unterstützt ­
  von  den  nöthigen  Experimenten,  umfasst  die  unorganische
und  organische  Chemie.  In  der  unorganischen  Chemie  werden
die  wichtigeren  Elemente  und  ihre  Verbindungen  abgehandelt;
der  Vortrag  in  der  organischen  Chemie  soll  eine  Uebersicht  dieses ­
  Theils  der  Wissenschaft  geben,  wobei  die  wichtigeren  Körper
eingehender  besprochen  werden.
Bei  dem  Vortrag  wird  überall  besondere  Rücksicht  auf  diejenigen ­
  Körper  und  solche  Prozesse  genommen,  welche  von  Bedeutung ­
  in  der  Technik  oder  wichtig  und  interessant  für  das
praktische  Leben  sind.
Chemisches  Praktikum.
9—12  Stunden  wöchentlich:  Geheimer  Hofrath  Dr.  v.  Fehling  mit  Assistenz
von  Sulzer  und  Dittmann.  Kurs  1—2jährig.
Die  praktischen  Arbeiten,  welche  unbedingt  theoretische
Kenntnisse  der  allgemeinen  Chemie  und  die  Anfangsgründe  der
analytischen  Chemie  voraussetzen,  geben  den  Studirenden  Gelegenheit ­
  zu  einer  systematischen  Uebung  in  qualitativer  und
quantitativer  Analyse;  die  letztere  umfasst  die  Gewichtsanalyse
und  die  volumetrische  Analyse.  Daran  scliliessen  sich  Erzproben

und  gerichtliche  Untersuchungen,  sowie  die  Darstellung  von  Präparaten ­
  und  die  Anstellung  von  Versuchen.
Die  Hauptaufgabe  ist,  den  Studirenden  Fertigkeit  und  Sicherheit ­
  in  chemischen  Arbeiten  überhaupt  beizubringen,  besonders
in  chemischen  Untersuchungen.  Bei  den  bis  zu  einem  gewissen
Grade  vorgerückten  Studirenden  wird  die  nöthige  Rücksicht  auf
ihren  künftigen  Beruf  genommen.  Das  Laboratorium  ist  von
Morgens  8  bis  Abends  5  Uhr  geöffnet.
Chemie  für  Bauteclmiker.
Im  Winter  4,  im  Sommer  3  Stunden:  Professor  Dr.  Marx.
Der  Vortrag  soll  Solche,  welche  sich  nicht  speciell  der  Chemie ­
  widmen,  besonders  Studirende  der  Baufächer,  mit  den  Grundlehren ­
  der  wissenschaftlichen  und  technischen  Chemie  bekannt
machen.  Im  Vortrag  werden  daher  nur  die  wichtigsten  chemischen ­
  Elemente  und  deren  unorganische  und  organische  Verbindungen ­
  behandelt.
Analytische  Chemie.
2  Stunden:  Professor  Dr.  Marx.
Konservatorium  über  qualitative  und  quantitative  Analyse.
Der  Kurs  beginnt  mit  Anfang  des  Sommersemesters  und
schliesst  mit  dem  Ende  des  folgenden  Wintersemesters.

3.  Technologie.
Chemische  Technologie:
Chemisch-Technisches  über  Brennmaterialien  und  Beleuchtung.
Im  Winter  2  Stunden:  Professor  Dr.  Marx.
Ueber  Zuckerfabrikation  und  Gährungsgewerbe.
Im  Winter  2  Stunden:  Professor  Dr.  Marx.
Chemisch-Technisches  über  Wasser.
Im  Winter  1  Stunde:  Professor  Dr.  Marx.
Ueber  die  chemische  Bearbeitung  der  Gespinnstfaser
(Bleicherei,  Färberei,  Druckerei).
Im  Sommer  2  Stunden:  Professor  Dr.  Marx.
Technik  der  Alkalien.
Im  Sommer  3  Stimden:  Professor  Dr.  Marx.
            
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