Full text: Programm der Königlich Württembergischen Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Jahr 1874 auf 1875 (1874)

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Grade vorgerückten Studirenden wird die nöthige Rücksicht auf 
ihren künftigen Beruf genommen. 
Eine Laboratoriumsordnung, von welcher jedem Praktikan 
ten ein Exemplar zugestellt wird, enthält die näheren Vorschriften 
für das chemische Praktikum. 
Theoretische Chemie. 
4 Stunden: Professor Dr. Hell 
Der Cursus beginnt im Sommersemester und umfasst: 
a) im Sommersemester: die Grundprinzipien der chemischen 
Verwandtschaftslehre; die physikalisch-chemischen Gesetzmässig 
keiten, die Lehre von Molecülen und Atomen, von der Valenz 
und von der Bindung der Atome im Molecül, sowie die chemi 
sche Constitution der wichtigsten Verbindungen der anorganischen 
und organischen Chemie, auf die Structurlehre begründet; 
b) im Wintersemester: Theoretische organische Chemie, 
Specialbeschreibung der organischen Verbindungen, systematischer 
Aufbau der Kohlenstoffverbindungen, mit Zugrundlegung der 
Constitutionstheorie. Die wesentlichsten Thatsachen werden durch 
Versuche erläutert. 
Chemie für Bautechniker. 
Im Winter 4, im Sommer 3 Stunden: Professor Dr. Marx. 
Dieser Vortrag über allgemeine Chemie soll Solche, welche 
sich nicht speciell der Chemie widmen, besonders Studirende der 
Baufächer, mit den Grundlehren der wissenschaftlichen und tech 
nischen Chemie bekannt machen. Im Vortrag werden daher nur 
die wichtigsten chemischen Elemente und deren unorganische und 
organische Verbindungen behandelt. 
Analytische Chemie. 
2 Stunden: Professor Dr. Marx. 
Conversatorium über qualitative und quantitative Analyse. 
Der Curs beginnt im Sommersemester mit der qualitativen 
Analyse; im darauf folgenden Wintersemester wird die quanti 
tative Analyse besprochen. 
Entwicklungsgeschichte der Chemie. 
Im Winter 1—2 Stunden, privatim: Professor Dr. Hell. 
Yolumetrie. 
Im Sommer 2 Stunden, privatim: Professor Dr. Hell. 
Landwirthschaftliche Chemie. 
2 Stunden, privatim: Giessler. 
Über aromatische Verbindungen. 
Im Winter 2 Stunden, privatim: Repetent Dr. Fittica. 
Geschichte der Chemie. 
Im Sommer 2 Stunden, privatim: Repetent Dr. Fittica. 
3. Technologie. 
Chemische Technologie. 
Chemisch-Technisches über Brennmaterialien und 
Beleuchtung. 
Im Winter 2 Stunden: Professor Dr. Marx. 
Chemisch-metallurgische Hüttenkunde. 
Im Winter 3 Stunden: Professor Dr. Marx. 
Die Farbstoffe und ihre Anwendung in Färberei und 
Zeugdruck. 
Im Sommer 3 Stunden: Professor Dr. Marx. 
Technik der Alkalien. 
Im Sommer 2 Stunden: Professor Dr. Marx. 
Der Vortrag verbreitet sich über die Fabrication von Schwe 
felsäure, Salpetersäure, Soda und Chlorkalk, ferner über die Ver 
arbeitung der Stassfurter Abraumsalze.
	        

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