Full text: Programm der Königlich Württembergischen Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Jahr 1876 auf 1877 (1876)

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Wirkliche Wärmevertheilung. Barometrische Verhältnisse. Op 
tische und elektrische Erscheinungen in der Atmosphäre. 
Die Lehre vom Galvanismus in ihrer Anwendung auf 
Telegraphie. 
Im Winter 2 Stunden, privatim: Repetent Dietrich. 
Potentialtheorie. 
2 Stunden, publice: Repetent Pilgrim. 
Mathematisch-physikalische Einleitung. 
Die Potentialfunetion; Gravitation, Elektricität und 
Magnetismus. 
Anwendung der Potentialtheorie auf die wichtig 
sten physikalischen Probleme; Gestalt rotirender flüs 
siger Körper, Anwendung auf die Erde, Dichtigkeit der Erde, 
Präcession und Nutation der Erdachse, Ebbe und Fluth, Erd 
magnetismus , Capillarerscheinungen. 
Der Vortrag setzt Bekanntschaft mit höherer Analysis und 
allgemeiner Mechanik voraus. 
Physiologische Optik. 
Im Sommer 1 Stunde publice: Privatdocent Professor Dr. Berlin. 
Allgemeine Experimental-Chemie. 
Im Winter 6, im Sommer 4 Stunden: Geheimer Hofrath Dr. v. Pehling. 
Repetition und Examinatorium 2 Stunden: Repetent Ott. 
Der Unterricht beginnt mit den Anfangsgründen und setzt 
daher keine Kenntniss der Chemie voraus. Der Vortrag, unter 
stützt von den nöthigen Experimenten, umfasst die anorganische 
und organische Chemie. In der anorganischen Chemie werden 
die wichtigeren Elemente und ihre Verbindungen abgehandelt; 
der Vortrag in der organischen Chemie soll eine Übersicht dieses 
Theils der Wissenschaft geben, wobei die wichtigeren Körper 
eingehender besprochen werden. 
Bei dem Vortrag wird überall Rücksicht auf diejenigen Kör 
per und solche Prozesse genommen, welche von Bedeutung in 
der Technik oder wichtig und interessant für das praktische Le 
ben sind. 
Chemisches Praktikum. 
Geheimer Hofrath Dr. v. Fehling mit Assistenz von Professor Dr. Hell, 
Repetent Ott und Assistent Lotter. Kurs 1—2jährig. 
Die praktischen Arbeiten, welche unbedingt Kenntnisse der 
allgemeinen Chemie und die Anfangsgründe der analytischen 
Chemie voraussetzen, geben den Studirenden Gelegenheit zu einer 
systematischen Übung in qualitativer und quantitativer Analyse; 
die letztere umfasst die Gewichtsanalyse und die volumetrische 
Analyse. Daran schliessen sich Erzproben und gerichtliche Un 
tersuchungen, sowie die Darstellung von Präparaten und die 
Anstellung von Versuchen. 
Die Hauptaufgabe ist, den Studirenden Fertigkeit und Sicher 
heit im chemischen Arbeiten überhaupt beizubringen, besonders 
in chemischen Untersuchungen. Bei den bis zu einem gewissen 
Grade vorgerückten Studirenden wird die nöthige Rücksicht auf 
ihren künftigen Beruf genommen. 
Eine Laboratoriumsordnung, von welcher jedem Praktikan 
ten ein Exemplar zugestellt wird, enthält die näheren Vorschriften 
für das chemische Praktikum. 
Theoretische Chemie. 
4 Stunden: Professor Dr. Hell. 
Der Cursus beginnt im Sommersemester und umfasst: 
a) im Sommersemester: die Grundprincipien der chemischen 
Verwandtschaftslehre; die physikalisch-chemischen Gesetzmässig 
keiten, die Lehre von Molecülen und Atomen, von der Valenz 
und von der Bindung der Atome im Molecül, sowie die chemi 
sche Constitution der wichtigsten Verbindungen der anorganischen 
und organischen Chemie, auf die Structurlehre begründet; 
b) im Wintersemester: Theoretische organische Chemie, 
Specialbeschreibung der organischen Verbindungen, systematischer 
Aufbau der Kohlenstoffverbindungen, mit Zugrundlegung der 
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