Full text: Programm der Königlich Württembergischen Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Jahr 1876 auf 1877 (1876)

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vom 10.—16. Jahrhundert in Grunddisposition, Wölbung und 
allgemeinem Aufbau. Betrachtung und Entwicklung der Detail 
formen der hauptsächlichsten Bautheile. 
Die mittelalterliche Baukunst in Deutschland (und speziell 
Württemberg) in der eigenartigen Entwicklung des romanischen 
Styls. 
Die mittelalterliche Baukunst in Italien. 
b. Renaissance in Italien. Kirchenbau: Langbau. Cen 
tralbau. Profanbau. 
Die Vorträge in Baugeschichte I. und II. sind stets von 
eingehenden Demonstrationen an der Wandtafel begleitet, wo 
durch neben der Veranschaulichung eine Übung der Studirenden 
im Skizziren bezweckt wird. 
Die Übungen bestehen in der graphischen Darstellung bau 
licher Anlagen und Details der betreffenden Periode, mit Ver 
arbeitung des auf den Excursionen gewonnenen baugeschichtlichen 
Materials. 
Entwerfen I. 
6 Stunden: Professor Baurath v. Tritschler. 
Anfertigung kleinerer, zunächst für Anfänger berechneter 
Entwürfe von Wohngebäuden, Landhäusern, landwirtschaft 
lichen Gebäuden. Bahnhöfe und Stationen, Wirtshäuser, klei 
nere Monumente. Schul- und Rathäuser, Kaufhäuser. Eür vor 
gerücktere Studirende grössere Entwürfe ähnlicher Anlagen, je 
nach einem für jeden Studirenden besonders berechneten Pro 
gramm. 
Entwerfen II. 
12 Stunden: Oberbaurath v. Leins. 
Grössere Aufgaben nach gegebenen Programmen. 
Konstruktionen aus dem Gebiete der mittelalterlichen 
Baukunst. 
2 Stunden Yortrag und 4 Stunden Übungen: Professor Riess. 
Entstehung, Entwicklung und Konstruktion der mittelalter 
lichen Bauformen, mit besonderer Berücksichtigung der gothi- 
sehen: der Profile, der Fenster und Portale, der Strebepfeiler, 
Fialen u. s. f. Die mittelalterlichen Gewölbsysteme; Grundriss- 
Entwicklung und Aufbau der Kirchen. 
Übungen im Entwerfen einzelner Details sowohl, als auch 
vollständiger Bauten. 
* 7. Zeichnen und Modelliren. 
Freihandzeichnen. 
Im Winter 16 Stunden, im Sommer 16 Stunden mit Exkursionen: 
Professor Kurtz. 
Figurenzeichnen nach Gyps, Landschaftszeichnen nach Vor 
lagen und nach der Natur, in Umriss und schattirt, mit Kreide, 
Blei, Feder, Tusch und mit Farben ausgeführt. 
Für solche Studirende, die den Zeichenunterricht in aus 
gedehnterer Weise besuchen, oder solche, die sich der Kunst 
industrie widmen wollen, sind weitere Stunden in Aussicht ge 
nommen. 
Ornamentenzeichnen und Modelliren. 
4$^ in 3 Abtheilungen zu je 6—8 Stunden: Professor Ko pp. 
Zeichnen. Nach Gipsmodellen und nach der Natur. Auf 
nahmen auf Exkursionen. Entwerfen von Ornamenten. Anato 
mie des Menschen mit den erforderlichen Erläuterungen. 
Modelliren. 
1) Verzierungen, Füllungen, Blumen und Früchte. 
2) Thierköpfe, Thiere, Consolen, Kapitale. 
3) Nach eigenen und fremden Entwürfen. 
4) Abformen von Modellen zu Hause und auf Exkursionen. 
5) Von Körpertheilen: Hände, Füsse, Köpfe. 
6) Ganze Figuren. 
Je nach Bedürfniss oder Grösse des Modells werden die 
Gegenstände in Thon, Wachs oder Gips ausgeführt.
	        

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