Full text: Programm des Königlich Württembergischen Polytechnikums zu Stuttgart für das Jahr 1877 auf 1878 (1877)

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Hochbaukunde. 
4 Stunden Vortrag, 4 Stunden Übungen: Professor Oberbaurath 
v. Tritschler. 
Im Anschluss an die im I. und II. Kurs absolvirte Hoch 
baukonstruktionslehre, in welcher die einzelnen Bautheile behandelt 
werden, beschäftigt sich die Hochbaukunde zunächst als Fort 
setzung hievon mit der Zusammensetzung jener Theile zu ganzen 
Gebäuden und umfasst ausserdem noch alle diejenigen Gegenstände, 
welche sich überhaupt auf die Herstellung der ganzen Gebäude 
aller Art beziehen. Yon der Lehre der Fundationen, der Anlage 
der Feuerungen, Heizung und Ventilation, Gas - und Wasserleitungen, 
Dohlenanlagen etc. geht der Unterricht daher über zur Anlage 
der ganzen Gebäude, beginnend mit der landwirtschaftlichen 
Baukunst und sich hernach über alle Arten von Wohngebäuden, 
von gewerblichen Anlagen, über öffentliche Gebäude der ver 
schiedensten Gattungen erstreckend. 
Im engen Zusammenhang damit stehen die Übungen, in 
welchen hierauf bezügliche Aufgaben, insbesondere aus der bür 
gerlichen und gewerblichen Baukunde, zu lösen gesucht werden. 
Die Zulassung zu den Übungen ist durch den Besitz zureichen 
der Kenntnisse in der Baukonstruktionslehre bedingt, 
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Baukostenberechnung. 
Im Sommer 2 Stunden: Oberbaurath v. Tritschler. 
Entwicklung der Preisanalysen für die wichtigsten Bau 
arbeiten. Art und Weise der Anfertigung der verschiedenen 
Arten von Kostenvoranschlägen, der Accordsbedingungen u. s. w., 
überhaupt Anleitung zur Kenntniss der Bauführung, 
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Baukonstruktionen für Maschinenbauer und Chemiker. 
Im Winter 5 Stunden Vortrag, im Sommer 4 Stunden Übungen: 
Professor Bar eis s. 
Encyklopädischer Kurs. 
Baumaterialien. Rohmaterialien. 1) Steine: a. na 
türliche: massige, thonige, kalkige, Trümmergestein, b. künst- 
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liebe: Luftsteine, Backsteine, Mörtelsteine, Hochofenschlacken. 
2) Holz: Laubholz, Nadelhölzer. 3) Metalle: Eisen, Kupfer, 
Zink, Zinn, Blei, Legirungen. Bindemittel: Kalkmörtel, Luft- 
mörtel, Wassermörtel, Gypsmörtel, Lehmmörtel, bituminöse Mör 
tel. Kitte. Nebenmaterialien: Öle, Farben, Glas etc. 
Baukonstruktionen. Der Rohbau. 1) Die Wände. 
a. massive Wände: Mauern aus künstlichen Steinen; Mauern 
aus natürlichen Steinen: Gussmauerwerk; Verblendmauerwerk; 
b. Wände aus Holz: Blockwände; Fachwerks- oder Riegel wände. 
2) Die Decken: steinerne, hölzerne, eiserne Decken. 3) Dächer: 
von Holz, von Holz und Eisen, durchaus von Eisen. 4) Fundi- 
rungen. Der Ausbau, a. Vollendung der Wände und Decken, 
b. Fussböden. c. Eindeckung der Dächer: Steindächer, Metall 
dächer, Dächer mit bituminösen Stoffen, d. Verschluss der Thür- 
und Fensteröffnungen: Thüren, Fenster, Läden, e. Treppen. 
Angewandte Perspektive. 
In 2 aufeinanderfolgenden Kursen von je 2 Stunden: Professor Seubert. 
Perspektivische Darstellung von einzelnen Architekturtheilen, 
ganzen Gebäuden, Gebäudekomplexen (Innen - und Aussenan- 
sichten) mit Angabe der Schatten. 
Bauformenlehre. 
2 Stunden Vortrag und 4 Stunden Übungen: Professor Reinhardt. 
Ordnungen der Griechen und Römer und der Renaissance 
nach allgemeinen Verhältnissen. Aufeinanderstellung der Ord 
nungen. Sonstige Kombinationen. Unterbau, Gurt- und Bekrö 
nungsgesimse. Fenster- und Thürbildungen. Ganze Gebäude- 
theile in Horizontal- und Vertikalentwicklung. Vorhallen. Ve- 
stibules. Treppenanlagen. Verbindung derselben mit den In 
nenräumen, Bildung von Sälen etc. 
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Baugeschichte I. 
2 Stunden Vortrag und 4 Stunden Übungen: Professor Reinhardt, 
a. Baukunst der Griechen. Vorläufer der griechischen
	        

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