Full text: Programm des Königlich Württembergischen Polytechnikums zu Stuttgart für das Jahr 1877 auf 1878 (1877)

60 
61 
Die Meister des Überganges, vor Allen Bramante. Die römische 
Schule: Bramante, Rafael, Peruzzi, Giulio Romano etc. 
Die Florentiner. Weitere Ausbildung des florentiniscben Pa 
lastbaues. Die Schule von Venedig, Jocepo Sansovino. Die 
Schule von Genua. Neuer Ausdruck der Grossräumigkeit in den 
Treppen- und Vorhallenanlagen. Die grossen Theoretiker: Pal- 
ladio, Vignola, Serlio. 
Dekoration und Sculptur der italienischen 
Renaissance. 
Im Sommer 2 Stunden: Professor Dr. v. Lübke. 
Das Prinzip der Renaissance-Decoration. Die Arbeiten in 
Bronce, Marmor, Holz. Die Intarsia, die Freskomalerei und das 
Sgraffito. Die freiere Plastik, selbständig und in Verbindung 
mit der Architektur. Die höchsten Aufgaben: das Grabmal, die 
Altäre, Tauf- und Weihbecken etc. Die Arbeiten in gebranntem 
Thon. Entwicklung der italienischen Plastik von Ghiberti und 
Donatello bis auf Michelangelo. 
Erklärung der Gemäldegallerie des Staats. 
Im Sommer 2—3 Stunden: Professor Dr. v. Lübke. 
Mythologie der Griechen, Römer und Germanen, 
mit besonderer Beziehung auf die Werke der Literatur und 
bildenden Kunst. 
Im Sommer 2 Stunden, privatim: Professor Dr. Scherer. 
Die Vorlesung findet im Kunstschulgebäude statt. 
Geschichte der neueren deutschen Poesie von Klopstock 
an, mit einer Einleitung über das Ältere. 
Im Winter 4, im Sommer 2 Stunden: Professor JDr. v. Vis eher. 
Deutsche Redeübungen. 
Im Sommer 2 Stunden: Professor Dr. v. Vis eher. 
Yolkswirtlischaftslehre. 
Im Winter 3 Stunden: Handelskammersekretär Dr. Landgraf. 
Die Bedeutung der Volkswirtschaftslehre für technische 
Hochschulen — in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; 
allgemeine Grundlegung; Bedürfnisse, Güter, Wirtschaft, Güter 
vermehrung und Verminderung, Conjunkturen, Güter-Ein- und 
Ausgänge in der Wirtschaft, Einnahmen und Ausgaben. Roh- 
und Reinertrag, Güterproduktion und Güterconsumtion, die ein 
zelnen Produktionsfaktoren (freie Güter, Arbeit, Kapital, Grund 
und Boden). Die Arbeit vom Gesichtspunkte des Einzelnen und 
der Gesammtheit, Arbeits-Theilung und Verbindung. Das Capital 
in seinen verschiedenen Dienstleistungen für die Produktion: 
flüssiges und fixes Capital (Werkgeräthe aller Art: Vorrichtungen, 
Gefässe, Werkzeuge, Maschinen, Messinstrumente). Das Schluss 
resultat aller Gütererzeugung. Der Trieb zur Kostenersparung, 
dargestellt an den beiden hauptsächlichsten Produktionsfaktoren 
in allen ihren Unterarten. Interesse des Producenten, des Kapi 
talisten, des Arbeiters, der Gesammtheit an der Produktion. — 
Güterschätzung: Lehre vom Preis im Allgemeinen, Lehre vom 
Lohn, Unternehmergewinn, Kapitalzins insbesondere. — Güter- 
vertheilung: Lehre vom Geld, Mass und Gewicht, vom Credit. 
— Güterconsumtion im engeren Sinne. 
Die Exemplificirung bewegt sich in der Hauptsache im Be 
reiche der Technik und ihrer neuesten Ergebnisse mit kurzen 
Exkursen in das volkswirthschaftspolitisehe Gebiet. Verweisun 
gen auf praktische belehrende Literatur und volkswirtschaftliche 
Literaturgeschichte. 
Volkswirthschaftspolitik. 
(Angewandte Volkswirthschaftslehre.) 
Im Sommer 3Stunden: Handelskammersekretär Dr. Landgraf. 
Privatwirtschaft — Volkswirtschaft, — Staatswirthschaft 
— Volkswirthschaftswissenschaft, Volkswirthschaftspolitik, Unter 
schied von der Verwaltungswissenschaft (RegiminalWissenschaft) 
und von der Staatswirthschaftswissenschaft (Finanz-, Kameral-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.