Full text: Programm des Königlich Württembergischen Polytechnikums zu Stuttgart für das Jahr 1878 auf 1879 (1878)

62 
63 
Philosophische Fragen. 
1 Stunde: Professor Denzel. 
Im Winter psychologische, 
im Sommer logische Untersuchungen. 
Antike Kunstgeschichte. 
Im Winter 3 Stunden: Professor Dr. v. Lübke. 
Architektur, Plastik und Malerei der Ägypter, Mesopotamier, 
Perser, Vorderasiaten; der Griechen, Etrusker, Römer bis zum 
Untergang der antiken Welt. Kulturhistorische und ästhetische 
Einleitungen. Demonstrationen mit dem Lehrapparat: Wand 
tafeln, Photographieen, Modellen, Abgüssen etc. 
Italienische Hoch-Renaissance. 
Im Winter 2 Stunden: Professor Dr. v. Lübke. 
Übergang aus der Frührenaissance in die Hochrenaissance. 
Die Meister des Überganges, vor Allen Bramante. Die römische 
Schule: Bramante, Rafael, Peruzzi, Giulio Romano etc. Die 
Florentiner. Weitere Ausbildung des florentinisehen Palastbaues. 
Die Schule von Venedig, Jocepo Sansovino. Die Schule von 
Genua. Neuer Ausdruck der Grossräumigkeit in den Treppen- 
und Vorhallenanlagen. Die grossen Theoretiker: Palladio, Vig- 
nola, Serlio. 
Italienische Spät-Renaissance und Barocco. 
Im Sommer 2 Stunden: Professor Dr. v. Lübke. 
’ Übergang der Hochrenaissance in den Barockstyl. Neue 
Auffassung der architektonischen Aufgaben im Kirchen- und 
Palastbau. Grossräumigkeit und Massenwirkung gesteigert bei 
grösserer Vernachlässigung und Willkür des Details. Der Barocco 
in Italien und sein Einfluss auf Frankreich, Deutschland, Spa 
nien etc. Selbständige Ausbildung in Frankreich. Styl Louis XIV. 
Übergang in den Styl Louis XV. Roccoco. Neue Form und 
Werth der Innendekoration. Letztes Ausklingen der Renaissance. 
Erklärung der Gemäldegallerie des Staats. 
Im Sommer 2 Stunden: Professor Dr. v. Lübke. 
. Mythologie der Griechen, Römer und Germanen, 
mit besonderer Beziehung auf die Werke der Literatur und 
bildenden Kunst. 
Im Sommer 2 Stunden, privatim: Professor Dr. Scherer. 
Die Vorlesung findet im Kunstschulgebäude statt. 
Geschichte der neueren deutschen Poesie (Fortsetzung). 
v 2 Stunden: Professor Dr. v. Tischer. 
Über Göthe’s Faust. 
Im Winter 2 Stunden: Professor Dr. v. Vis eher. 
Deutsche Redeübungen. 
Im Sommer 2 Stunden: Professor Dr. v. Vischer. 
V olks wirthschaftslehr e. 
Im Winter 3 Stunden: Handelskammersekretär Dr. Landgraf. 
Die Bedeutung der Volkswirtschaftslehre für technische 
Hochschulen — in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; 
allgemeine Grundlegung; Bedürfnisse, Güter, Wirtschaft, Güter- 
Vermehrung und Verminderung, Conjunkturen, Güter-Ein- und 
Ausgänge in der Wirtschaft, Einnahmen und Ausgaben. Roh- 
und Reinertrag, Güterproduktion und Giiterconsumtion, die ein 
zelnen Produktionsfaktoren (freie Güter, Arbeit, Kapital, Grund 
und Boden). Die Arbeit vom Gesichtspunkte des Einzelnen und 
der Gesammtheit, Arbeits-Theilung und Verbindung. Das Kapital 
in seinen verschiedenen Dienstleistungen für die Produktion: 
flüssiges und fixes Kapital (Werkgerätlie aller Art: Vorrichtungen, 
Gefässe, Werkzeuge, Maschinen, Messinstrumente). Das Schluss 
resultat aller Gütererzeugung. Der Trieb zur Kostenersparung, 
dargestellt an den beiden hauptsächlichsten Produktionsfaktoren 
in allen ihren Unterarten. Interesse des Producenten, des Kapi 
talisten, des Arbeiters, der Gesammtheit an der Produktion. —
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.