Full text: Programm des Königlich Württembergischen Polytechnikums zu Stuttgart für das Jahr 1879 auf 1880 (1879)

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Über einige eigentliümliclie physikalische Erschein 
ungen und Experimente. 
Im Sommer 1 Stunde, publice: Dr. v. Wurstemberger. 
Potentialtheorie. 
Im Sommer 3 Stunden, privatim: Professor Dr Pilgrim. 
Mathematisch-physikalische Einleitung. 
Die Potentialfunktion. — Gravitation, Elektricität und Mag 
netismus. 
Anwendung der Potentialtheorie auf die wichtigsten physi 
kalischen Probleme. 
Der Vortrag setzt Bekanntschaft mit höherer Analysis und 
allgemeiner Mechanik voraus. 
Physiologische Optik. 
Im Sommer 1 Stunde, publice: Privatdocent Professor Dr. Berlin. 
Allgemeine Experimentalchemie. 
Im Winter 6 Stunden Anorganische Chemie, im Sommer 4 Stunden 
Organische Chemie: Geheimer Hofrath Dr. v. Fehling. 
Bepetition und Examinatorium 2 Stunden: Eepetent Dr. Gantter. 
Der Unterricht beginnt mit den Anfangsgründen und setzt 
daher keine Kenntniss der Chemie voraus. Der Vortrag, unter 
stützt von den nöthigen Experimenten, umfasst die anorganische 
und organische Chemie. In der anorganischen Chemie werden 
die wichtigeren Elemente und ihre Verbindungen abgehandelt; 
der Vortrag in der organischen Chemie soll eine Übersicht dieses 
Theils der Wissenschaft geben, wobei die wichtigeren Körper 
und Zersetzungsprozesse eingehender besprochen werden. 
Bei dem Vortrag wird überall Rücksicht auf diejenigen Kör 
per und solche Prozesse genommen, welche von Bedeutung in 
der Technik oder wichtig und interessant für das praktische 
Leben sind. 
Chemisches Praktikum. 
Geheimer Hofrath Dr. v. Fehling mit Assistenz von Professor Dr. Hell, 
Repetent Dr. Gantter und Assistent Körner. Kurs 1—2jährig. 
Die praktischen Arbeiten, welche unbedingt Kenntnisse der 
allgemeinen Chemie und die Anfangsgründe der analytischen 
Chemie voraussetzen, geben den Studirenden Gelegenheit zu einer 
systematischen Übung in qualitativer und quantitativer Analyse; 
die letztere umfasst die Gewichtsanalyse und die volumetrische 
Analyse. Daran schliessen sich Erzproben und gerichtliche Un 
tersuchungen, sowie die Darstellung von Präparaten und die 
Anstellung von Versuchen. 
Die Hauptaufgabe ist, den Studirenden Fertigkeit und Sicher 
heit im chemischen Arbeiten überhaupt beizubringen, besonders 
in chemischen Untersuchungen. Bei den bis zu einem gewissen 
Grade vorgerückten Studirenden wird die nöthige Rücksicht auf 
ihren künftigen Beruf genommen. 
Eine Laboratoriumsordnung, von welcher jedem Praktikanten 
ein Exemplar zugestellt wird, enthält die näheren Vorschriften 
für das chemische Praktikum. 
Theoretische Chemie. 
Im Winter 4, im Sommer 6 Stunden: Professor Dr. Hell. 
Der Cursus beginnt im Sommersemester im Anschluss an 
die Vorlesungen über Experimentalchemie und umfasst: 
a) im Sommersemester (4 Stunden): die Grundprincipien 
der chemischen Verwandtschaftslehre; die Lehre von Molecülen 
und Atomen, von der Valenz und von der Bindung der Atome 
im Molecül; die Begründung der chemischen Constitution der 
wichtigsten Verbindungen der anorganischen und organischen 
Ghemie und die Methoden zur Erforschung derselben; die physi 
kalisch-chemischen Gesetzmässigkeiten und die gegenseitigen Be 
ziehungen der chemischen Atome zu einander. 
b) im Wintersemester (4 Stunden): Theoretische organische 
Chemie, Specialbeschreibung der organischen Verbindungen, syste 
matischer Aufbau der Kohlenstoffverbindungen, mit Zugrundlegung 
der Constitutionstheorie. 
c) im Sommersemester (2 Stunden): Ausgewählte Capitel 
aus dem Gebiete der organischen Chemie.
	        

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