Full text: Programm des Königlich Württembergischen Polytechnikums zu Stuttgart für das Jahr 1879 auf 1880 (1879)

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II. Bauformen für Holz: 
Flachenbehandlung ausgemauerter oder verschalter Fach 
werkswände und gestemmter Wände, — Holzfussböden, — Holz 
decken vom Zimmermann und vom Schreiner, — Balkengesimse, 
— Sparrengesimse, horizontal und für Giebel, *— Freipfosten, 
Büge, Consolen, ausgesägte Friese, Brüstungen, — Einfassung 
von Lichtöffnungen in Fachwerkswänden. 
III. Bau formen für Eisen: 
Gitter, Brüstungen, Consolen, Thore und Thüren aus Schmied 
eisen und Gusseisen. — Gliederung der gusseisernen Stütze. — 
Verbindung derselben mit geraden Trägern und Bogenträgern 
aus Schmiedeisen und Gusseisen, sowie mit eisernen Dachbindern. 
Traufgesimse und Giebelgesimse eiserner Dächer und Anschluss 
eiserner Dächer an Mauern. 
Die Übungen bestehen im Aufzeichnen von Beispielen der 
besprochenen Formen nach Vorlagen mit oder ohne Schattiren 
mit dem Pinsel. Den Candidaten für die I. Staatsprüfung oder 
die Diplomprüfung im Ingenieurfache ist hiebei Gelegenheit ge 
geben, auch baugeschichtliche Zeichnungen anzufertigen. 
Gründung der Bauwerke. 
Im Winter 1 Stunde: Professor Baurath v. H ä n e 1. 
Übersicht der verschiedenen Methoden. Pfahlarbeiten. Her 
stellung und Ausschöpfen der Baugruben. Gründung auf Schwell 
rost, auf Pfahlrost, auf Senkkasten, auf Beton, mittelst cornpri- 
mirter Luft. 
Brückenbau I. 
Im Winter 3, im Sommer 4 Stunden Vortrag: Professor Baurath v. Hänel. 
Erstes Kapitel: Steinerne Brücken. 
Deckeldohlen, offene Eisenbahndohlen. Gewölbte Brücken 
kleinerer Dimension. Schiefe Brücken. Beispiele ausgeführter 
grösserer Flach- und Hochbrücken (Viaducte, Aquaducte). Ge 
schichtliche und geographische Übersicht der ausgeführten Stein 
brücken. 
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Dimensionen und Konstruktion der Brückengewölbe, der 
Ort- und Mittelpfeiler, mit theoretischer Begründung. Bedeckung 
und Abwässerung der Steinbrücken. Architektonische Behand 
lung. Gerüste zur Ausführung solcher Brücken. Stütz- und 
Futtermauern. 
Zweites Kapitel: Eiserne Balkenbrücken. 
Grösste Verkehrsbelastung der Brücken. Eigenschaften des 
Eisens als Baumaterial. Verbindungen der Eisentheile. Ausge 
führte Beispiele, Konstruktion und Berechnung von Blechbalken 
brücken, von parallel- und krummgurtigen Fachwerks- und 
Gitterbrücken der verschiedenen Arten. Vergleichende Übersicht 
dieser Konstruktionen, Eigengewicht derselben, Konstruktion und 
Berechnung des Horizontalverbandes, der Auflager auf den Pfei 
lern etc. Eiserne Brückenpfeiler. 
Drittes Kapitel: Eiserne Bogenbrücken. 
Beispiele: Konstruktion und Berechnung von Bogenspreng- 
werks- und Hängebrücken (Ketten-, Drahtseil- und versteiften 
Hängebrücken). 
Als Lehrmittel dient u. A. eine reichhaltige Sammlung auto- 
graphirter Zeichnungen von Brückenbauwerken, welche an die 
Hörer des »Brückenbaues« zu ermässigtem Preise abgegeben 
werden. Die Vorträge werden durch einzelne Exkursionen un 
terstützt. 
Brückenbau II. 
(Fortsetzung zu Brückenbau I.) 
Im Winter 2 Stunden Vortrag: Professor Baurath v. Hänel. 
Viertes Kapitel: Hölzerne Brücken. 
Holz als Baumaterial. Gemeine Balkenbrücken, Howe’sche 
und andere amerikanische Balkenbrücken. Theorie der Howe’- 
schen Träger. Hängewerks-, Sprengwerks- und combinirte Holz 
brücken. 
Fünftes Kapitel: Tunnelbau. 
Tunnel als ausgeführte Bauwerke (Querprofile, Mauerstärke, 
Tunnelstirnen etc.). Bergmännische Elemente des Tunnelbaues 
(Stollen, Schächte, Ventilation, Angriff der Tunnelarbeiten),
	        

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