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„*ilage zu Prof. hr. G. Jägers Monatsblatt.
Stuttgart. WB 1 Januar 1889.
Zur Sportkleidung.
Schon wiederholt hat das Monatsblatt über Aeußerungen aus
Sportkreisen berichtet, worin auf Grund praktischer Erfahrung 'ein günstiges
Zeugnis über das ganze Wollregime oder einzelne Seiten desselben niedergelegt
war. Es mag hier daran erinnert werden, daß in England von
Criquetspielern, Ruderern und anderen Zportsleuten längst Wollstoffe
getragen werden und daß e3 keinem Engländer. einfallen wird , etwa der
Behauptung, die wir neulich gelesen haben, zu widersprechen, daß „der
Träger von porös-r wollen-y Bedekung, durch wel<he die Haut atmen
kann, sich nicht mc" * dur dieselbe gedrü>t fühlt, als ein Criquetspieler
durc< seine Flanellstoffe, von denen jeder in körperlichen Uebungen
Erfahrene weiß, daß sie die kühlste, gesündeste
und bequemste Kleidung für starke körperliche Bewegung
in heißem Wetter sind,“ wie Wollstoffe andrerseits auch in der Kälte
und speziell bei starker Bewegung in. der Kälte die -einzig richtige Bekleidung
sind. Da diese Erfahrungen sich in Deutschland wiederholen, befreundet
sich auch die deutsche Sport8swelt mehr und mehr mit der Wollkleidung
(zum Unterschied von der Turnerwelt, welhe dem neuen
Most des Wollregimes gegenüber sich e!3 a'f?x Schlauch verhält und von
einzelnen rühmlichen Ausnahmen ab3-sehen höchstens für Unterjägerei zugänglich
- ). Ein Beispiel für d'e Stimmung in diesen Kreisen ezüglich
der Wolle liefert ein Schrifthen, d%8 im Lauf bes lezten Jahrs von der
Fahrräderfabrik von Seidel und. „aumann in Dresden herausgegeben
wurde und das den Titel trägt: 2438. Dreiradfahren, eine Betrachtung
über d-ssen gesundheitliche Seiten ur9 einige Winke über das Dreirad
und das Fahren auf demselben von 1. 2. Das Scrift<hen bespricht
zunächst in volkstümlicher Weise den o-sundheitlichen Nuten des Fahrens
auf dem Dreirad und zwar hauptsächrie) mit Rüdsicht auf die Belebung
des Blutkreislaufs, die Förderung der Lungenätmung und der Hautatmung,
die günstige Wirkung auf die gesamte Muskulätur, die Anregung des Stoff:
wechsels und die Negelung der Unterleibsthätigkeit, Wiederholt kommt
der Verfasser, der ein nüchterner, umsichtiger, denkender Mann ist und in
diesen Fragen sich ein selbständiges Urteil gebildet hat, auf die Wolle zu
prechen.
Bei Vesprechung der Häukatmung"“ und ihrer Bedeutung "sägt "&r
(S. 2: „Es leuchtet aus dem eben Gesagten aber auch ein, daß alle
diese Borgänge beim Radfahren nur möglic sind, wenn wir eine durclässige
Bekleidung tragen, die der Luft beständigen Zutritt zur Haut, der
ausgestoßenen Kohlensäure aber, damit sie nicht wieder eingeatmet wird,
Audtritt gestattet“ (es handelt sich hiebei neben der Kohlensäure auch noch
um anderweitige Auswurfstoffe der Hautatmung, wie der Verfasser wohl
weiß, Stoffe, welche nur die durchlässige ungefärbte Wollkleidung, nie
aber die durchlässigste Baumwollkleidung wegen ihrer hemischen Anziehung