Volltext: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 55, Bd. 14, 1895)

Bautechnische Notizen. — Brief- und Fragekasten. 
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chnitt: Versuche über Biequngs-Elastizität und Festigkeit; 3. Ab⸗ 
chnitt: Versuche über Zug⸗Elastizität und Festigkeit; 4. Abschnitt: 
Cersuche über Druck-Elastizität und Festigkeit: 5. Abschnitt: Ver— 
uche über Abscheerungsfestigkeit, und Nachträge. Es folgen dann 
Awbelle 1: Elastizität und Festigkeit der wichtigsten natürlichen 
Bansttine in Wayern, Tabelle 23, Resultate der Biegungsversuche 
u Sicin Parallelepipeden, Tabelle 3: Resultate von ZugVer— 
suchen au Siein-Lamellen und Tabelle 4: Resultate von Druck— 
erjuchen an Stein-Prismen. Die beigegebenen 5 Kurventafeln 
Jeben einen klaren Ueberblick über die in dem vorliegenden Hefte 
shauüdelten Untersuchungen über die Festiakeit der wichtiasten na— 
ürlichen Bausteine Bauerus. 
Erhitzens flüssig gemacht werden kann, aber beim Kaltwerden erhärtet 
ind kine weiche, eliastische Masse bildet, welche einigermaßen die Eigen— 
chaft und das Aussehen von Gummi hat. Diese Mischung löst sich 
weder in Petroleum noch in Benzin auf, weshalb dieselben in die Wände 
on hölzernen Gefähen, deren Inneres mit der Mischung ausaestrichen 
ist, nicht eindringen können. 
Brief- und Fragekasten. 
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Herrn Bezirkswegebauaufsseher L. D. in B. 1. Soll das Impräg-— 
niren der Bohlen sehr sorgiältig ausgeführt werden, so ist das Verfahren 
ziemlich komplizirt und würde wahrscheinlich zu theuer werden, denn es 
nüßte entweder mit Metallsalzen oder mit Schweröl, auch Kreosotöl genannt, 
n fuüftleerem Raume erfolgen. Ein einfacheres Verfahren ist folgendes. 
Htan erhitzt das lufttrockene Hotz bis auf 600 R. und bringt es in diesem 
Zustande in Behälter, welche mit Kreosot oder Steinkohlenkreosot gefüllt 
ind. Da sich durch das Erwärmen wenig oder gar keine Luft in den Poren 
des Holzes befindet, so kann das Kreosot leicht eindringen, und agenügen zur 
vollständigen Imprägnirung ca. 8 Stunden, 
Häufig KJenügt es auch, wenn das betreffende Holz, nachdem es sehr 
qut ausgetrocknet — dies ist Bedingung bei jeder Imprägnirung —, mit 
Fiehfalz. welches in warmem Wajser aufgelöst ist, oder mit roher fünfpro— 
entiger Karbolsäure oder einem sonstigen antiseptischen Mittel gestrichen 
dird'“ Besser ist es freilich auch hier, wenn das Holtz erwärmt und in die 
Flüssigkeit hinein gelegt wird, woͤbei noch zu beachten ist, daß bei Verwen— 
zung von Viehsalz das Wasser mit demselben gut gesättigt sein muß. 
Anstatt des Streichens und Hineinlegens des Holzes in die betreffende 
Flüssigkeit kann ein zwar etwas langwieriges, aber auch besseres Verfahren 
ngewendet werden, indem man die zu imprägnirenden Hölzer lothrecht auf⸗ 
tellt, sodaß sich die Hirnenden unten und oben befinden. Bei Bohlen kann 
nan mehrere durch Schraubzwingen mit einander verbinden. Um das obere 
Ende fertigt man dann einen etwas überstehenden Thonkranz an und süllt 
den so entstehenden Raum mit der Imprägnirungsflüssigkert, welche durch 
Nachfüllen fortwährend ergünzt werden muß. Erscheint das Imprägnirungs— 
nittel am unteren Ende der Hölzer, so ist die Imprägnirung derselhen eine 
bollkommene. Die Hölzer müssen jedoch auch hier vollkommen lufttrocken sein. 
2. Ob schwefelsaurer Kalk im Stande sein wird, das Moos aus dem 
Wasserleitungsreservoir vollstäudig zu entfernen, ist uns unbekannt. Dagegen 
chlagen wir Ihnen einen Anstrich mit einprozentiger Karbolsäure vor, nach 
»essen Anwendung Sie einige Stunden spüter das Moos vollständig ab— 
vaschen können. Sollte wider Erwarten der Erfolg kein ganz vollständiger 
— zweiprozentiger Karbolsäure 
nd wird dann der Erfolg, selbet bei jehr alter Peoosbildung ein durchaus 
hefriedigender sein. 
Sollten Sie das obige Imprägnirungsverfahren in luftleerem Raume 
rusführen wollen, so sind wir gern bereit, Ihnen über dasselbe noch genauere 
Auskunfit zu geben. 
Zerrn Zimmermeister W. in P. Wenn Ihnen unser Blatt unregel— 
näßig zugeht, so müssen Sie sich an diejenige Postanitalt oder Buchhandlung 
wendoen, von welcher Sie dasselbe veziehen. Unsere Expedition kann nur für 
diejenigen Abonnenten Nbhülie schaffen, welche das Nlatt non ihr unte 
reuzband erhaälten. 
Herrn Zimmermeister Seh. in B. Ueber Holzcementdächer bringen 
vir in allernächster Zeit einen lüngeren Artikel. Die Klempnerarbeiten können 
Sie freilich von einem Klempnermeister ausführen lassen; wir rathen Ihnen 
edoch dieselben dem Unternehmer mit zu übertragen, weicher Ihnen das 
dolzcementdach ausführt, damit er die Schuld, wenn ein Fehler vorkommen 
'ollte, nicht von sich abwälzen kann 
Herrn Maurermeister A. in 2. Wenn Sie täglich ca 200 kæbm Mauer— 
teine verarbeiten, so werden Sie hierzu ein Quantum von ungefähr 20 khm 
Wasser verbrauchen. Dasselbe können Sie ganz gut durch zwei abgssinische 
Brunnen beschaffen, unter der Voraussetzung, daß dieselben in autem wasser⸗ 
zaltigem Boden stehen. 
Herrn Zimmermeister N. in K. Zur Ausfüllung der Wände eines 
jölzernen Eiskellers sind Sägespäne durchaus geeignet, ebenso Torfgrus 
»der Asche. Bedingung ist jedoch bei allen diesen Füll-Materialien, daß die⸗ 
selben fest eingestampft werden. Bei der Verwendung von Sägespänen ist 
aber darauf zu achten, daß dieselben keine Feuchtigkeit anziehen können, wo— 
durch sie sich ausdehnen und Wärme entwickeln würden. Diese Wärme könnte 
ich dem Eisraume mittheilen, und das Eis bald zum Schmetzen bringen. 
Ss sind uns jedoch eine große Anzahl von Eiskellern bekannt, deren Wände 
nit Sägespänen ausgefüllt find, und in denen sich das Eis sehr gut hält. 
Das beste Material' zum Ausfüllen der Eiskellerwände ist jedenfalls die 
zchlackenwolle. 
Herrn Bauunternehmer O. in D. Es empfiehlt sich stets für jede 
düche ein besonderes Rohr anzulegen und außerdem für saͤmmtliche Küchen 
in gemeinschaftliches Wrasenrohr. Es ist überhaupt nie rathsam in ein und 
»asselbe Rohr Feuerungen verschiedener Stockwerke zu legen, wohl aber können 
Zie in ein Rohr von 13 und 21 cm Tuerschnitt drei bis vier Oefen eines 
Beschosses münden lassen. 
Herrn Architekt Fr. in C. Ihr „Eingesandt“ sieht denn doch etwas 
u sehr nach Reklame aus, als daß wir dasselbe anstandslos aufnehmen 
könnten. Im Inseratentheil würde sich dasselbe ganz gut ausnehmen, im 
redaktionellen Theile aber durchaus nicht. Wir sind nicht abgeneigt, die 
Angelegenheit einmal zur Sprache zu bringen, können das aber nur in der 
uns geeignet scheinenden Weise thun. Sind Sie damit einverstanden, so 
itten wir um Nachricht. 
Herrn Maurermeister R. in 8S. Ihrem Wunsche werden wir baldigst 
nachkommen, haben Sie nur noch ein klein wenig Geduld Es läßt sich 
nicht Alles zuͤ gleicher Zeit erledigen, zumal mancherlei Rücksichten zu 
nehmen sind. 
Die geehrten Leser unseres Blattes bitten wir, den Brief⸗ und Frage⸗ 
kasten in ausgedehnter Weise benutzen zu wollen, jedoch können nur solche 
Fragen von Äbonunenten Beantwortung finden, welche an uns mit An— 
gabe der vollen Adresse gestellt werden. Die Antwort erfolgt stets unter 
Chiffre, im Falle dieselbe aber zu umfangreich ausfallen sollte, auch brieflich. 
Die Redaktion. 
Bautechnische Notizen. 
Ein NRömer-Aquädukt in Amerika. Wie in so vielen 
inderen großen Stadten, wird auch in New-Nork die staͤdtische Wasser— 
dersorgung mit der rapiden Zunahme der Einwohnerzahl allmälig unzu— 
icheud. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, hat man, wie das Patent— 
Raleaun von R Luders in Görlitz mittheilt, neuerdings ein Projett an— 
genommen, das für lange Zeiten nusreichendes Wasser schaffen wird und 
Pethaupt an Groüartigkeit der Anlage seines Gleichen sucht. Der ziem— 
in breite Crotonfluß soll durch eine riesenhafte Mauer abgedämmt 
verden, sodaß ein Wassergebiet mit einer Oberfläche von 362 englischen 
Sudratineilen zur Verfügung kommt. Die Mauer, vder der Damm 
vird bei einer Lange von 1356 Fuß von der Spitze bis zur Oberkante 
es Fundaments 1u Fuß messen, während das Fundament an der 
icfften Stelle eine Höhe von 69 Fuß erhalten wird. Die Stärke wird 
zu'der Soͤhle 20 Fuß, an der Spitze 22 Fuß betragen, sodaß ein be⸗ 
Jüener Fahrweg auf dem Damme anzulegen ist. Die Vorderfläche der 
anen winde mit einem aus aneinander gereihten Bogen zusammenge— 
etzten Kranzgesims gektönt werden. Das Fundament wird aus Beton 
bestehen, der“ Damm selbst aus rohem Bruͤchsteinmauerwerk mit Stein— 
hekleidung. Die Kosten dieses Daͤmmes werden die Kleinigkeit von 
Hillignen Dollars, das sind über 21 Millionen Mark, betragen., 
Verbleite Nägel für Schiefer-Dachbedeckungen. Die 
n Folgde des Schweselgehaltes unsrer Steinkohlen bei deren Verbrennung 
utwickeite schweflige Saure soll der Hauptgrund für die geringe Halt— 
barkeit der bei Schiefer-Dachbedeckungen verwendeten rohen, xerzinkten 
er verzinnten Eisennagel, sowie auch der an ihrer Stelle vielfach be— 
tten Kupfer- oder Miessinghaken bilden. Die „Indufstrie-Blätter“ 
schlagen daher vor, an Schieferbedachungen nur verbleite Eisennägel an— 
umwenden, da diese zufolge ihres Ueberzuges gegen die Wirkungen der 
bwefligen Sänre, die Blei nicht angreift, geschützt sind. Verbleite 
Fifennaͤgel fertigt Jul. Vogel in Rosdzin (Oherichleften 
Fest auhaftender Glasüberzug auf Meetall flächen. 
Man smelze ein Bemnenge von 20 Theilen wasserfreier Soda, 12 Thl. 
Zorfäute und 25 Thlu Flintgasscheiben zusammen und gieße die ge— 
Wmolzene Masse auf eine kalte Flache voun Stein aus. Nach dem Er⸗ 
lten wird dieselte gepulpert und mit Wasserglas von O 0 B. gemischt. 
Mit dieser Mischung bestreivt man das zu glasierende Metall und erhitzt 
es in einem Miuffel oder anderen Ofen, bis jene geschmolzen ist. Dieser 
seberzug joll an Eisen und Stahl besonders fest haften bleiben. 
Loeff's Wochenschrift.) 
Amerikanische Sägen. Von F. Loxev. Von mehreren Seiten 
ind mir in neucster Zeit guͤnstige Urtheile über die Leistungsfähigkeit 
imerikanischer Sägen zugekommen, welche in entschiedener Weise meine 
züte Meinung von deren Brauchbarkeit bekräftigen. U. A. schreibt mir 
zürzlich Herr Forstmeister Ihrig aus Ebersbach im Odenwald, daß seine 
Holzbauer (infolge eines allerdings nicht sehr umfassenden Versuchs) mit 
ner amerikanischen Säge täglich 87 Pfennige mehr verdienen, als mit 
einer gewöhnlichen Bogensäge ohne Raumzähne. Demnach würde sich 
die Auschaffung einer neuen amerikanischen, Säge in 10 bis 12 Tagen 
je nach der Größe und Koönstruktion) bereits bezahlt machen. In der 
ümgegend von Tübingen finden amerikanische Sagen mehr und mehr 
ringang, nachdem die Holzhauerrotten, welche schon im Voriahre solche 
rersuchsweise angeschafft hatten, dieselben aufs Waärmste empfohlen haben. 
Damit dürfte dargethan sein, daß die „feinen“ amerikanischen Sägen 
— (anfänglich erregte nämlich deren besondere Feinheit, bezw. vermeintlich 
chwierige Bebandlung das Mißtrauen vieler Holzhauer) — sich auch 
zegenüber allen Unbilden des Holzhauereibetriebes im Großen und nicht 
Aoß bei vorsichtig angestellten Versuchen bewähren. 
ZIhweck dieser Rotiz ist, um weitere bezügliche Mittheilung seitens 
derjenigen Fachgenossen zu, bitten, welche Gelegenheit haben, amerikanische 
Sägen zu beobächten, schreibt man der allgemeinen Forst- u. Jagd-Zeitung. 
ZJerstörung einer Brücke durch einen Sturm. Auf der 
Indianapolis- und St. Louis-Eisenbahn wurde vor Kurzem die 58/2t 
cbwere Eisenkonstruktion einer Brücke von 31m Spannweite durch einen 
Wirbelwind von den Auflagern gehoben und mit dem anstoßenden Geleise 
in den Fluß geschleudert, so daß das eine Ende 5m, das andere 9m 
»on der Brückenare entfernt sich befand. Aus dem Brückengewicht und 
dem Querschnitt der zerrissenen Auflagerbolzen wird der Winddruck zu 
1600 kg pro me berechnet. 
5 Eement, welcher dem Petrolenm Widerstand leistet. 
Leim vermischt mit Glycerin bildet eine 2ewonsetzung, welche mittelst 
Redaktion: H. Di esen *7 
mBerlin. — Verlag von Julius Engelmann in Berlin. — 
Unter Verantwortlichkeit des Verlegers. 
zermann in Berlin.
	        
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