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Nr. 7. Neubauten und Concurrenzen in Oesterreich und Ungarn.
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Dampfverluste; sie bedingt aber eine Tieflegung der Kessel mit Rücksicht
auf das den Hauptleitungen zu gebende Gefälle.
Der beigedruckte Längsschnitt lässt die Verlegung der Leitungen
erkennen,
Längsschnitt durch den chirurgischen Pavillon,
Die Hauptdampfleitung führt von dem 150 weiten
Dampfstutzen des Kessels, in dem ein kupferner Wasserabscheider
angebracht ist, senkrecht bis nahe an die Decke des Kesselhauses;
von hier sinkt selbe mit dem Gefälle von 1:100 gegen die Gebaudeenden;
das sich in diesen Rohren bildende Condenswasser läuft also
in derselben Richtung, wie der Dampf. AT
Uebrigens kann das Gefälle der Dampfleitung unterbrochen
werden, wobei selbe behufs Entwässerung mit der Condensleitung
durch eine Wasserschleife von solcher Höhe, dass der Dampfdruck
den Verschluss nicht. aufheben kann, zu verbinden ist, wie dies bezüglich
der Querflügel‘ des chirurgischen Pavillons ausgeführt wurde.
(Rechte Ecke der Figur.) Die zu den örtlichen Heizkörpern führenden
Steigstränge liegen gemeinsam mit den Fallsträngen in Mauerschlitzen,
Die Condensleitung im Keller beginnt unter den Endpunkten
der Dampfleitung, hat durchaus ein einpercentiges Gefälle
gegen die Kessel und mündet dort und zwar in einer Hóhe von etwas
über 4:322 ober dem Kesselwasserstande in das senkrechte Hauptcondensrohr.
Hiedurch wird das Eindringen des Kesselwassers in die
Condensleitung und damit deren Ersäufen, welches auch die selbstthätige
Entlüftung unmöglich machen würde, verhütet. Die Vertiefung
des Heizraumes ergibt sich also aus den Gefällshöhen der
Haupt-, Dampf- und Condens-Leitungen.
Die Beschreibung der Anlage zeigt deren ausserordentliche
Einfachheit; gerade aber diese ist ein nicht
genug zu würdigender Vorzug technischer Einrichtungen.
Beraneck.
viel geringerem Gewichte als aus Stein
hergestellt‘: werden konnte und ausserdem
den Vortheil gewährt, dass der
ganze Aufbau durch das Vernieten der
einzelnen Constructionstheile ‚gleichsam
zu einem einzigen Kórper wird, einen
gleichmássig : vertheilten. Druck auf das
Fundament ‘ausübt und bei Erdbeben,
die in Constantinopel nicht zu. den Seltenheiten
gehören, die grósstmógliche
Sicherheit gegen Beschádigung bietet. Mit
dem Baue selbst wurde der Architekt
Aznavour in Constantinopel, der seine
Studien in Italien gemacht hat, betraut.
Die Fundamente sind bereits seit ‚einigen
Jahren aus einem weissen, sehr homogenen
Marmor fertiggestellt. Zur Ausführung
der eisernen Kirche wurde. eine
internationale Concurrenz ausgeschrieben,
aus welcher das Wiener Eisenwerk
R. Ph. Waagner als Sieger hervorging.
Demselben oblag auch die Aufgabe, auf
Grund der vom Architekten beigestellten
architektonischen . Zeichnungen die | Be-
Eine eiserne Kirche für Constantinopel.
Bis jetzt hält die circa 15.000 Köpfe zählende
bulgarische Colonie in Constantinopel ihren Gottesdienst
in einer kleinen hölzernen Kirche ab. Es hat
sich schon lange das Bedürfniss geltend gemacht,
ein neues Gotteshaus zu bauen, und nach vieler
Mühe ist es dem bulgarischen Exarchate gelungen,
durch die Munificenz der bulgarischen Regierung mit
dem Baue einer neuen Kirche, unmittelbar neben
der alten und hart am Ufer des goldenen Hornes,
zu beginnen. Es stellten sich jedoch gleich im Anfange
der Durchführung des Baues grosse Schwierigkeiten
entgegen, indem der Baugrund nicht‘ tragfähig
war, und, obgleich man Piloten bis zu 26
Tiefe einrammte,
musste man die 7
Befürchtung hegen,
dass unter
dem grossen Gewicht
eines Steinbaues
die Fundamente
nachgeben
würden. Man entschloss
sich deshalb,
nur den
Unterbau aus Marmor,
den Aufbau
jedoch ganz aus
Eisen zu construiren,
wobei er mit