Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 116, 1961)

Zur Faunistik der württembergischen Käfer. “II. Staphylinidae 259

Gattung Gabrius Sterm, Die im Verzeichnis von V. D. Tr. angeführten
Philonthus-Arten von 55 bis 61 gehören nunmehr zu dieser Gattung; vgl. die neue
Bestimmungstabelle von A SmETANA (Prag) in Ent. Bl. 53, 1957, S. 56—79
G. femoralis Hoch. ist eine südosteuropäisch-kontinentale Art, die donauaufwärts
 nach Süddeutschland vorgedrungen ist. Aus D. bisher bekannt aus Niederbayern
 bei Vilshofen (STöCKLEIN leg.) und aus Wt.: Spitzberg bei Tübingen,
K. H. MzygEr leg. im Frühjahr 1954 mehrfach, det. KERSTENS. Steht dem häufigen
vernalis GraAv. nahe, aber größer und kräftiger, mit deutlichen Unterschieden in
der Aedoeagus-Struktur; vgl. D.E.Z., n.F. 3, 1956, S.3—4, und SMETANA, Lc.
GC. astutoides A. STRAND ist erstmalig für D. in Baden gefunden worden,
im Wutachgebiet: Kuzss leg; wie G. astutus Er, eine ripicole Art, die im durchrieselten
 Schotter und in Ufermoosen an Bergbächen lebt.
GC. lividipes Baupı. Nur Sammlung Scrrsa mit dem Zusatz „häufig“. In coll.
KnıerHor (Danzig) waren 2 Ex. „ScrisA (Heilbronn)“: i. 1. 1939. Eine Bestätigung
des Vorkommens in Wt. durch einen neuen Fund wäre sehr erwünscht. Die Art
kommt nur sehr sporadisch in D. (im Osten etwas häufiger) an Fluß- und Bachufern
 vor; aus Baden noch unbekannt.
GC. nigritulus Gray. ist ein Komplex von vielen Arten; in der Tabelle von
SMETANA (1. c.) werden etwa 20 Arten angeführt, von denen etwa 10 Arten in Wt.
wahrscheinlich vorkommen. SMETANA gibt auch, besonders für die Bestimmung der
©, eine Tabelle nach äußeren Merkmalen an, aber für die sichere Bestimmung
ist die Genitaluntersuchung der SS ausschlaggebend. Sogar die Angaben von
v. D. Tr. für nigritulus GRAV. und trossulus NorDdm. müssen neu bestätigt
 werden. Neben diesen beiden Arten sind sicher vorhanden: sub nigritulus
 Rrr. (appendiculatus Sur.) und pennatus SHp., die in ganz D. häufig
vorkommen. — G. trossulus Norom.: Espachweiher (Kreis Aalen), ULBRICH
leg. V. 1959 mehrfach gesiebt. — * G. pennatus Sure.: Neuhütten (Kreis
Öhringen), ULsricH leg. IV. 1960, 6 Ex. (Penis-Präparat). — * G. stipes SHp.:
Spitzberg bei Tübingen, K. H. MEYER leg. V. 1954, 1 Ex. an Aas, det. KERSTENS.
Staphylinuschalcocephalus F. Zusatzfunde: Spitzberg bei Tübingen,
K. H. Meyer leg. V.—IX. 1954 und 1955, 8 Ex. an Aas, Pferdekot, aus Buchenlaub.
St. latebricola Grav. In coll. v. D. Tr. 1 Ex, „Schwäbische Alb-Burren
VII 1922“. Holzmaden VII. 1951, Neidlingen VI. 1957: KöSTLIN leg. je 1 Ex.
vid. HoRIoNn.
St. dimidiaticornis GEmM. (parumtomentosus Stein) wurde von v. D. TR.
in seinem Nachtrag 1935 (Jahreshefte 91, S. 145) für Wt. gemeldet; in seiner
Sammlung sind Belege von Stuttgart, Schönbuch und Remstal. Die Art scheint
mehr in der Ebene und im Vorgebirge, caesareus mehr im Gebirge vorzukommen.
St. alpestris Er. kommt nur in den Südostalpen (nördlich bis Kärnten und
Osttirol) vor, nicht in Wt. Die Belege in coll. v. D. Tr. beziehen sich auf St.
similis F.
St. tenebricosus GrAv. Montane Art, die in den deutschen Mittelgebirgen
‚meist nicht selten ist. Erbstetten (Kreis Münsingen), KöstLın leg. V. 1954, 1 Ex.
unter Stein. Winterbach (Rems) IV. 1955, Rosenstein bei Heubach (Alb) IV. 1956,
Stuttgart-Waldau V. 1957, Fischberg bei Seeburg (Kreis Münsingen): KosTEN-BADER
 leg. je 1 Ex., vid. KösrTLIn.
St. macrocephalus Gaay. meldet v. D. Tr. von Buchau, aber das Belegstück
 im M. St. ist St. erythropterus (ein besonders großes und starkes Stück), eine
bei uns häufige montane Art. St. macrocephalus ist im deutschen Mittelgebirge
sehr selten von den Sudeten und Thüringer Wald bis zum Harz und Wesergebirge
 (Süntel) verbreitet; ob die Art in Südwestdeutschland vorkommt, ist noch
zehr zweifelhaft.

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