Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1911)

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BAUZEITUNG 
Nr. 20 
Betracht, solange er die ohne sein Zutreten vorhandene 
Pressung des Bodens nicht übertrifft, solange er also 
nur an Stelle eines Teils dieser Pressung tritt. Ob von 
unten der Gregendruck des Bodens mit 2,5 kg gleich 
mäßig auf die Grundfläche von 1 qdm verteilt wirkt oder 
ob davon 2,0 kg auf die dichten Stellen und 0,5 kg auf 
die undichten Stellen entfallen, ist für die Standfestigkeit 
gleichgültig, immer vorausgesetzt, daß diese Stellen als 
gleichartig in der Fuge verteilt angenommen werden 
können. Somit ändert sich unter den vorstehend ge 
machten Voraussetzungen auch bezüglich der Standfestig 
keit gegen Umkanten durch das Zutreten des Wassers 
um und unter den Würfel nichts. — Wie sich die Sache 
gestaltet, wenn die hydrostatische Pressung nicht mehr 
eine ohnehin vorhandene Pressung ersetzen kann, ist 
unter VI erörtert. 
IV. Aehnlich ist der Fall zu beurteilen, daß in den 
schweren Körper selbst, in seine Fugen und Hohlräume 
(Undichtheiten) Wasser unter hydrostatischem Druck ein 
dringt. Es übt dabei nach allen Seiten, also namentlich 
auch nach oben und unten, den der Tiefe unter dem 
Wasserspiegel entsprechenden Druck aus. Der Druck 
nach unten vermehrt die Belastung der Unterschicht; 
der Druck nach oben wirkt dem Gewicht des oberen 
Teils des Körpers entgegen, vermindert also mittelbar 
den Druck auf den unteren Teil, und zwar um eine der 
vorerwähnten Mehrbelastung gleiche und entgegengesetzte 
Größe. An der Gesamtbelastung der Unterlage und an 
der Lage und Richtung der diese Belastung darstellenden 
Resultante ändert sich lediglich nichts. 
Dagegen ist hei einem an der Unterlage mit geringer 
Zugfestigkeit (Kohäsion) haftenden, spezifisch leichten 
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Untersucht man noch die Standfestigkeit gegen seit 
liche Verschiebung des Würfels vom Gewicht Q durch 
eine wagrechte Kraft, so ist folgendes zu beachten: Ent 
spricht die Beschaffenheit der Grundfläche des Würfels 
und des Gefäßbodens einem Reibungskoeffizienten /, so 
ist der größte mögliche Widerstand gegen seitliche Ver 
schiebung = Q •/. Dringt jedoch Wasser in die Stand 
fuge, wie oben beschrieben, ein, so wirkt ein Teil des 
Gewichts (z. B. 0,5 kg) auf die reibungslose Wasserschicht, 
und nur der Rest des Gewichts (2,0 kg) auf die reibende 
Berührungsfläche. Der gesamte Reibungswiderstand wird 
also von 2,6/ auf 2,0 / verringert, der Würfel ist weniger 
standfest geworden. Man hat hei solcher Untersuchung 
die Wahl, ob man an dem die Reibung erzeugenden 
Gewicht den in der Standfuge nach oben wirkenden 
Wasserdruck abziehen und mit dem vollen Reibungs 
koeffizienten, oder ob man mit dem vollen Gewicht und 
vermindertem Reibungskoeffizienten rechnen will. Immer 
hin ist im letzteren Fall der Grad der Verminderung 
eben von der Größe und Ausdehnung jenes Wasserdrucks 
abhängig. 
Körper der Fall denkbar, daß der nach oben wirkende 
Druck des die Hohlräume füllenden Wassers das Gewicht 
des oberen Körperteils überwiegt und diesen Teil hebt, 
vom unteren Teil abreißt. Oder kann der obere Teil 
des eingetauchten Körpers oder der ganze Körper durch 
eine seitlich wirkende Kraft (z. B. den Schub eines 
Sprengwerks) unter dem Einfluß jenes „Auftriebs“ seit 
lich abgeschoben werden, während dies der seitlichen 
Kraft vor dem Auftreten des Auftriebs nicht möglich 
war. 
V. Zu beachten ist übrigens, daß ein Auftrieb dieser 
Art., der den Körper zu zersprengen oder von der Unter 
lage abzuheben sucht, bei Mörtelmauerwerk, Beton u. dgl. 
nie dem Produkt aus der ganzen Fugenfläche und der 
hydrostatischen Pressung gleichkommen kann, da das 
Wasser nicht der ganzen Fugenfläche beikommen kann. 
Zur Sicherheit wird man jedoch vielfach den Wasser 
druck auf die ununterbrochene Fugenfläche in Betracht 
ziehen, wo er überhaupt von Einfluß ist. Daß Ermitt 
lungen darüber gemacht worden wären, welchen Bruch 
teil jenes denkbar größten Auftriebs der Auftrieb bei
	        
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