Full text: Programm der Württembergischen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1929/30 (1929)

  
  
  
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V. Prüfungen und Zeugnisse. 
1. Halbjahrsprüfungen (Semesterprüfungen). Diese Prüfungen finden 
in der Regel während der letzten zwei Wochen des Halbjahrs statt. Bei 
Jahresvorträgen wird gewöhnlich nur einmal am Ende des Studienjahrs 
geprüft, 
Ordentliche und außerordentliche Studierende sind nach Maßgabe der 
bestehenden Bestimmungen zur Teilnahme an den Prüfungen berechtigt. 
Zur Beteiligung an den Prüfungen und zur Beibringung von Zeugnissen in 
den Übungsfächern sind in jedem Falle diejenigen Studierenden ver- 
pflichtet, welche im Genusse eines Stipendiums oder des Unterrichts- 
geldnachlasses stehen oder im folgenden Halbjahr um eine solche Ver- 
günstigung nachsuchen wollen. 
Über den Ausfall der Prüfungen und die Leistungen in den Übungen 
werden auf Antrag der Studierenden besondere Zeugnisse — Halbjahrs- 
zeugnisse — ausgestellt, 
2. Diplomprüfungen. Auf Grund besonderer Prüfungsordnungen wer- 
den an den einzelnen Abteilungen Diplomprüfungen abgehalten für Archi- 
tekten, Bauingenieure, Vermessungsingenieure (Geodäten), Maschinen- 
ingenieure, Elektroingenieure, Chemiker, Hütteningenieure*) und technische 
Physiker. 
Zu den Diplom-Vor- und -Haupt- bzw. Teilprüfungen werden nur 
ordentliche Studierende zugelassen. 
Auf Grund der an den Abteilungen für Architektur, Bauingenieurwesen, 
Maschineningenieurwesen und Elektrotechnik und Chemie einschließlich 
Hüttenwesen abgelegten Diplomprüfung sowie derjenigen für Physik erteilt 
die Technische Hochschule den Grad eines Diplom-Ingenieurs. 
Die Diplomprüfungsordnungen, für jede Abteilung gesondert gedruckt, 
können von dem Hausinspektor bezogen werden. 
3. Staatsprüfungen, Es kommen in Betracht: 
a) die Prüfung für Apotheker; 
b) ” „ Nahrungsmittelchemiker; 
ce). „ „das realistische Lehramt. 
*) Zur Diplom-Hauptprüfung für Hütteningenieure werden nur noch solche 
Studierende zugelassen, welche vor dem 1. Oktober 1920 an der hiesigen Hoch- 
schule eingeschrieben waren. 
  
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d) Die Befähigung für den höheren Staatsdienst im Hochbau-, im Bau- 
ingenieur-, im Maschinen- und Elektroingenieurfach wird nach der 
Verordnung vom 11. April und 10. August 1925 (Reg.Blatt S. 54 und 209 
u. ff.) nachgewiesen 
1. durch die Erstehung der Diplomprüfung an der Technischen Hoch- 
schule in Stuttgart im Jahr 1909 oder später, 
2. durch die vorgeschriebene praktische Tätigkeit, 
3. durch die Erstehung der Staatsprüfung. 
Zur praktischen Tätigkeit und zur Staatsprüfung in den bezeichneten 
drei Fachrichtungen werden Diplomingenieure zugelassen, die die Diplom- 
prüfung als Architekt, Bauingenieur, Maschineningenieur oder als Elektro- 
ingenieur an der Technischen Hochschule in Stuttgart abgelegt haben und 
die deutsche Reichsangehörigkeit besitzen. 
Zeugnisse über die besuchten Vorlesungen, über die Führung an der 
Hochschule usw. werden den Studierenden nach den einschlägigen Be- 
stimmungen auf Ansuchen ausgestellt, insbesondere bei dem Abgang von 
der Hochschule. 
VI. Doktor-Ingenieur-Promotion. 
Durch Königliche Entschließung vom 22. Januar 1900 wurde der Tech- 
nischen Hochschule das Recht verliehen, auf Grund einer besonderen Prü- 
fung die Würde eines Doktor-Ingenieurs zu verleihen, 
Die Bedingung für die Erlangung dieser Würde enthält die Promotions- 
ordnung, welche vom Hausinspektor zu beziehen ist. 
VII. Akademische Preise. 
Sämtliche Abteilungen stellen jährlich Preisaufgaben. Außer den Preisen 
werden öffentliche Belobungen erteilt, worüber das Nähere in den Bestim- 
mungen über die akademischen Preise enthalten ist. 
 
	        

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