Full text: Programm der Württembergischen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1929/30 (1929)

  
Die Untersuchung muß erfolgt sein: 
im Sommersemester bis 15. Juni, 
im Wintersemester bis 15. Januar. 
Wer sich bis zu diesem Termin nicht von einem der durch Anschlag am 
schwarzen Brett bekanntgegebenen Ärzte untersuchen ließ, muß für die 
Kosten der Untersuchung selbst aufkommen. 
Die Untersuchung erfolgt erst nach der Einschreibung und nach Erhalt 
des Ausweises, ın dem das Datum der Untersuchung vom Arzt vermerkt wird. 
Die ausgefüllten Untersuchungsformulare werden vom Arzt an die 
Krankenkasse eingesandt und vertraulich behandelt. 
Jeder nicht oder nur beschränkt Sporttaugliche erhält vom Arzt eine dies- 
bezügliche Bescheinigung, auf Grund deren er vom pflichtmäßigen Hoch- 
schulsport ganz oder teilweise befreit wird. 
Bei dem Gesuch um Ausstellung des Vorprüfungszeugnisses haben die 
Kandidaten den Nachweis zu erbringen, daß sie mindestens während 
2 Studienhalbjahren an den Leibesübungen teilgenommen haben oder hiervon 
befreit wurden. 
Alles Nähere wird durch Anschlag am schwarzen Brett bekanntgegeben. 
1. Ordentliche Studierende. 
Wer als ordentlicher Studierender eintreten will, hat den Nachweis 
der erforderlichen Vorbildung durch das Reifezeugnis einer deutschen aus- 
gebauten höheren Schule oder ein sonstiges ihm durch besondere Verfügung 
des Kultministeriums allgemein oder für ein bestimmtes Fachstudium 
gleichgestelltes Zeugnis*) zu erbringen. 
c Wer seine Vorbildung im Auslande erhalten hat, kann als ordentlicher 
NE aufgenommen werden, wenn er ein Reifezeugnis besitzt, 
as als gleichwertig mit den vorgenannten deutschen Reifezeugnissen an- 
erkannt ist und im Lande seiner Ausstellung zum Studium an einer Techni- 
schen Hochschule oder an einer Universität als ordentlicher Studierender 
berechtigt. 
Te Aufnahme in die Abteilung für Maschineningenieurwesen 
und Elektrotechnik‘ ist überdies der Nachweis einer mindestens sechs- 
*) Bis auf weiteres sind gleich 1 1 i 
gleichgestellt: a) die Reifezeugnisse der früh Industrie- 
len Sen der Gewerbeakademie in Chemnitz; b) ds  Zeuen der Volksschul- 
BEIN ung zusammen mit dem Zeugnis der Ergänzungsprüfung, vgl. Verfügung 
% ul MT über die Zulassung der Volksschullehrer 4) zum Studium an 
n württ. ochschulen vom 20. Aprıl 1927, ABI. Nr. 3, S. 23/24; c) das Ergän- 
ER der früheren Fachschüler von Württemberg, Preußen, Bayern, Baden, 
ALS g raunschweig; vgl. Verfügung des Kultministeriums vom 20. April 1922 
N Di NS Januar 1327 und 22. Dezember 1928 Nr. 16957. ; 
ar —5 dıeser Verfügung finden auf Lehrerinnen, welche die Dienstprü 
ür die unteren und mittleren Klassen höherer Midchenschulen Anit Erlole En 
haben, sinngemäße Anwendung (Min.-Verf. vom 22. Juni 1920, Amtsblatt S. 119). 
  
monatigen Werkstattätigkeit zu erbringen, wogegen das für die Haupt- 
prüfungen vorgeschriebene zweite Halbjahr praktischer Tätigkeit in die 
Studienzeit fallen kann. Ausländer haben bei der Aufnahme eine mindestens 
einjährige Werkstattpraxis nachzuweisen. 
Das Nähere über die Art der auszuführenden praktischen Tätigkeit siehe 
unter D 5. . 
Zur Aufnahme als Studierender der Pharmazie wird der Nachweis der 
erstandenen pharmazeutischen Vorprüfung und der Zurücklegung einer 
mindestens einjährigen Gehilfenzeit in Apotheken des Deutschen Reichs 
verlangt. 
Die Diplomprüfungsordnung für Architekten fordert für die Vor- 
prüfung eine sechsmonatige praktische Tätigkeit, wovon mindestens 5 Monate 
vor dem Beginn des Studiums abzulegen sind. Die praktische Tätigkeit soll 
nicht auf einem Architekturbüro, sondern auf dem Bauplatz und in Werk- 
stätten ausgeübt werden. 
Das Nähere über die Art der auszuführenden praktischen Tätigkeit siehe 
unter D 2. 
Eine der Bedingungen für die Zulassung zu den Prüfungen für Bau- 
Ingenieure ist der Nachweis einer mindestens fünfmonatigen praktischen 
Tätigkeit als Bauhandwerker, die am zweckmäßigsten vor der Einschreibung 
ausgeübt wird. Ein Merkblatt des deutschen Betonvereins mit Richtlinien 
über die Ableistung der praktischen Tätigkeit, sowie Anmeldungsvordrucke 
für Praktikantenstellen sind auf dem Sekretariat der Hochschule erhältlich. 
Als wertvoller Ratgeber für die Wahl des Bauingenieurberufs wird die vom 
Deutschen Ausschuß für Technisches Schulwesen und von der Deutschen 
Gesellschaft für Bauingenieurwesen herausgegebene Schrift „Die Ausbildung 
für den Beruf des akademischen Bauingenieurs‘“ (VDI-Verlag, G. m. b. H., 
Berlin SW 19, 1925) empfohlen. 
Für die Zulassung zur Diplomprüfung im Vermessungsfach ist der 
Nachweis einer 1jährigen Beschäftigung bei Vermessungsarbeiten erforder- 
lich, wovon eine wenigstens jährige Beschäftigung dem Hochschulstudium 
vorangehen muß. 
Die spätere Zulassung zur Staatsprüfung im Vermessungsfach ist 
an die Bedingung geknüpft, daß dem eigentlichen Fachstudium an der Tech- 
nischen Hochschule eine mindestens jährige Beschäftigung bei Kataster- 
vermessungsarbeiten ın Württemberg vorausgegangen ist (s. Prüfungsord- 
nung für das höhere Vermessungsfach vom 19. März 1926, Regierungsblatt 
für Württemberg Nr. 11). 
Nach der Prüfungsordnung vom 9. März 1921 kann das Studium 
der Physik mit einer Diplomprüfung abgeschlossen werden, durch 
welche der Grad eines Dipl.-Ing. erlangt wird, Das mit dieser Diplom- 
 
	        

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