Title:
Programm der Württembergischen Technischen Hochschule Stuttgart für das Studienjahr 1933/34
Shelfmark:
UASt-DD1-071
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1530689129952_1933_1/53/
  
  
  
  
  
Der Studierende ist für seine praktische Ausbildung nicht an den 
Umkreis seiner Hochschule gebunden. 
20. Nach Gegenden geordnete Listen von zur Zeit in erster Linie in Frage kom- 
menden und für die Ausbildung gewonnenen Fabrikbetrieben werden von den 
Praktikanten-Professoren der Hochschulen in Verbindung mit der Industrie auf- 
gestellt und laufend ergänzt; sie können in den Hochschulen eingesehen bzw. von 
diesen bezogen werden. Die Praxis in anderen Betrieben bedarf im Einzel- 
fall der vorherigen Genehmigung. 
Belege über die Ausbildung, 
21. Es wird verlangt, daß die Studierenden über ihre _praktiche Ausbildung ein 
Werkarbeitsbuch (Tagebuch) nach dem Muster des Deutschen Ausschusses für 
Technisches Schulwesen”) führen, in das alle wesentlichen Ausbildungsarbeiten mit 
Handskizzen, Arbeitsbeschreibung und Zeitverbrauch eingetragen werden, so daß 
der Ausbildungsgang lückenlos ersichtlich ist. Dieses Werkarbeitsbuch ist monatlich 
sowie nach jedem Ausbildungsabschnitt vom Betriebsleiter gegenzeichnen und beim 
Verlassen des Ausbildungsbetriebes von der Firma bestätigen zu lassen. Arbeitszeiten, 
für die kein oder nur ein dürftiges oder nachlässig geführtes Werkarbeitsbuch vor- 
gelegt werden kann, werden — trotz befriedigenden Werkzeugnisses — nur mit der 
Hälfte bis höchstens 3% der ausgewiesenen Zeit auf das Pflichtjahr angerechnet. An 
Stelle des Werkarbeitsbuchs kann ausnahmsweise ein inhaltsvoller, durch Skizzen 
erläuterter Arbeitsbericht treten. Einwände der Studierenden, daß sie von dieser 
Bestimmung nichts gewußt hätten oder daß die Eigenart der betreffenden Arbeit 
oder ein werkseitiges Verbot und dergl. die Führung eines Werkarbeitsbuches nicht 
zugelassen hätten, werden grundsätzlich nicht anerkannt. 
22. Es wird nachdrücklich empfohlen, daß sich die Praktikanten durch kurzgefaßte 
und dennoch inhaltsvolle Berichte über ihre Ausbildung, über die wesentlichen 
Maschinen, Einrichtungen und Verfahren (z. B. in der Gießerei über Schmelzöfen, 
Beschickung, Sandaufbereitung, Formmaschinen, Trockenöfen, Gießen eines schweren 
Stückes usw.) unter Beifügung von Handskizzen Rechenschaft geben. Bei Arbeit in 
Kraftbetrieben, bei Montagen, in Prüfständen usw. wird der Praktikant seine Aus- 
bildung am besten durch solche kurze Berichte nachweisen. 
23. Über seine praktische Ausbildung hat sich der Praktikant Zeugnisse aus- 
stellen zu lassen, die die Art und Wochendauer der Ausbildung in den verschie- 
denen Betrieben im einzelnen ersehen lassen, die Unterordnung unter die Ar- 
beitsordnung bekunden sowie Angaben über Führung und Fehltage während 
der mai enthalten. (Hiefür wird der Zeugnis-Vordruck des DATSCH 
empfohlen. 
24. Werkarbeitsbücher und Zeugnisse sind. bei den Meldungen zur 
Aufnahme und zur Diplomvor- und Hauptprüfung einzureichen. 
Durchführung dieser Ausführungsbestimmungen. 
25. Vorstehende Bestimmungen sind für jede nach dem 1. April 1928 beginnende 
oder fortzusetzende praktische Ausbildung zu beachten. 
26. Abweichungen bedürfen der Genehmigung der zuständigen Ab- 
teilung bzw. Fakultät. Es ist deshalb zweckmäßig, ın allen Zweifelsfällen die Ge- 
nehmigung im voraus nachzusuchen. Derartige Gesuche sind an die Abteilung 
bzw. Fakultät zu richten. 
* Zu beziehen durch die Verkaufsstelle der Studentenhilfe oder direkt vom DATSCH 
Berlin W 35, Potsdamer Straße 119b. 
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27. In allen Zweifelsfällen über die Ausle: ü 1 
8 S gung und Durchführ - 
führungsbestimmungen, auch darüber, ob die  Werkstattatigkeit im N eb Unten 
ne en ee zur Hälfte oder zu einem größeren Teil angerechnet wird, entscheidet 
ä / ne ung für Maschineningenieurwesen und Elektrotechnik end- 
zö nr in Nachweis darüber, daß der Praktikant im väterlichen Unternehmen keine 
usnahmestellung eingenommen und keinerlei Vergünstigung gehabt hat, ist er 
wünscht. Das oben genannte Tagebuch kann hierzu als Nachweis dienen. ) 
EC ahnen eine zu richten an: Praktikantenamt Stuttgart, Tech- 
IN. Ausbildungsplan. 
Es empfiehlt sich.die folgende allgemeine Zeiteinteilung: 
1. April bis 1. Oktober zusammenhängend 6 Monate reine Werkstatt- 
praxis vor Beginn des Studiums. In diesen 6 Monaten müssen ent- 
halten sein mindestens 2 Mon i i } 
c ) ate Schlosserei und 
Modelltischlerei und Formerei. End mindestens de Monat 
1. Yugust Eis 31. Oktober zusammenhängend 14 Monate nach Ablegung der 
orprüfung, davon mindestens 6 Monate reine Werkstattpraxis, 
4 bis 6 Monate Konstruktions- oder Betriebsbüropraxis, 
1 bis 2 Monate Dienst in Kraftzentralen, auf Lokomotiven oder Schiffen. — 
Denen nr Tokomofiven wird insbesondere denjenigen 
udierenden dringend empfohlen, die sich spät 1 
bei der Reichsbahn widmen wollen. palm dem Dienat 
Für die besondere Zeiteinteilung wird der folgende Ausbildungsplan empfohlen: 
Art der Beschäftigung: 12 Monate 1 rad toner 
Schlosser rn N 2 nn 
Modelltischler ..+......1400 LT 1 
Former und GieBer 2.0.0 2 
Schmied VER ER RER ra 
Kesselschmied, Eisenkonstruktionsreparaturschlosser . . 
Dreher rer Er RT Herren 
Fräser, Hobler, Bohrer, Schleifer .... 
Werkzeugmacher, Anreißer ........000000000000rers 
Monteurgehilfe +.......00r re 
Konstruktions- und Betriebsgehilfe ................. = 
Heizer, Maschinist +14. er rer rreteeete tn zz 
Die Einteilung und Reihenfolge der Beschäfti 1 1 
L £S ge der Beschäftigung unterliegt der V, 
zwischen dem Lehrherrn und dem Praktikanten. f gt dr Vereinbarung 
Bemerkung für Studierende der Elektrotechnik. 
‚Die Studierenden der Elektrotechnik müssen für die zur Aufnahme in die Tech- 
nische Hochschule vorgeschriebenen 6 Monate Werkstattpraxis dieselbe Art der 
Beschäftigung nachweisen, wie die Studierenden des Maschineningenieurwesens 
Dagegen sol en die Studierenden der Elektrotechnik während der weiteren Werk- 
stattpraxis auch mit den besonderen Werkstattarbeiten der Elektrotechnik 
vertraut. werden, also in Fabriken der Elektrotechnik tätig sein. 
 
        

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