Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 82, 1926)

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nahen Bohrlöchern oder mit dem Salzwerksschacht berechnet werden; 
setzt man aber im Erlenbacher Bohrloch die für oberen Muschelkalk und 
Lettenkohle geltenden richtigen Zahlen ein, so erhält man durch Vergleich 
mit dem Bleiglanzbankaufschluß am Ghaiberg für den unteren Gipskeuper 
rund 45 m; eine ähnliche, eher niedrigere Zahl ergibt sich auch am Scheuer- 
berg. Es ist schon bezweifelt worden, daß es möglich ist, einen Mergel- 
horizont des Gipskeupers von einem Profil im anderen wieder zu erkennen; 
ja, es wurde sogar behauptet, nicht einmal fossilführende Bänke behalten 
ihre Ausbildungsform auch nur auf kürzere Strecken bei; so soll die Ano- 
dontenbank des Heilbronner Talkessels sich gegen Westen in einen löche- 
rigen Dolomit umwandeln. Die Erfahrungen bei diesem Bau haben schla- 
gend das Gegenteil bewiesen. Mit Hilfe anderer Profilaufzeichnungen 
konnte die für die Sohle des Behälters von Anfang an in Aussicht ge- 
nommene Schichtenhöhe im Berg (2 m über der „schwarzen Asche‘) so 
genau bestimmt werden, daß sich diese Schichtenhöhe auch nach dem Aus- 
baggern auf diese Meereshöhe bis auf den Dezimeter genau ergeben hat. 
Die wenig fossilreiche Anodontenbank weicht hier in ihrer Ausbildungs- 
weise nicht im geringsten ab von der an den vielen anderen Aufschlüssen 
des Höhenzugs. Der löcherige Dolomit liegt tiefer als die Anodontenbank. 
Ein ganz besonderes Interesse boten die Aufschlüsse im unteren 
Schilfsandstein. Im Hochbehälter selbst liegt 2,5 m über der 
Anodontenbank eine 30—80 cm mächtige Ockerbank; darüber kommt 
ein} Schilfsandsteinbank, an der Ostecke 60 cm mächtig, aber gegen die 
Westecke allmählich vollständig auskeilend; über ihr ist wieder eine bis 
10 cm mächtige Eisenanreicherung als Ockerbank; darüber lagern 4,2 m 
blaugraue Mergel, die aber bis zur Westecke bis auf 60 cm abnehmen; 
sie entsprechen keiner der Mergellagen innerhalb der Estherienmergel. 
Erst darüber ist der geschlossene Schilfsandstein mit viel Diagonalschichtung 
entwickelt. Sowohl die untere Sandsteinlage als auch das Liegende des 
Sandsteins über den pflanzenreichen Mergeln schließen viele Mergelpartikel 
ein, unten vorwiegend kleinere Mergelstückchen, oben auch größere Mergel- 
brocken, z. T. in solcher Menge, daß richtige Mergelbreccien entstehen, 
Nicht weniger interessant ist der westlich vom Behälter bei der Schutzhütte 
am Weg geschaffene Aufschluß. Dort steht unter der Ecke der Hütte 
über grauen Estherienmergeln ein Schilfsandstein an mit viel Ocker- und 
Mergeleinschlüssen; es ist der obere der beiden Sandsteine, und er führt in 
seinem Liegenden 1% m Mergeleinschlüsse. Einige Schritte weiter östlich 
entwickelt sich aber unter diesem Sandstein noch eine Sandsteinlinse 
mit 1,2 m Maximalmächtigkeit. Dieser untere Sandstein entspricht aber 
nicht dem unteren im Behälter; es ist keine mächtige Ockerbank unter 
ihm entwickelt, wenn auch in der Übergangsschicht darunter Ocker nicht 
ganz fehlt (Trümmer einer Ockerbank oder sekundäre Eisenanreicherungen); 
der Sandstein enthält keine Mergeleinschlüsse; zwischen zwei festeren 
Bänken steckt ein Geröllager: Schilfsandsteingerölle von 2—5 cm Durch- 
messer. 
Diese beiden Aufschlüsse verdienen zur Klärung der Bildungs- 
geschichte des Schilfsandsteins alle Beachtung. Bisher hat man die Eisen- 
anreicherung allgemein für eine sekundäre Bildung infolge der Auslaugung
	        
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