Volltext: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1889, Bd. 8, H. 1/12)

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strichen. Pater Franz geht nun noh einen Schritt weiter und ver- 
wirft "aus Gesundheitsrücksichten die ganze reizende Kost der Eurdpäer, 
namentlich Fleisch und Gewürze ; ja fogar das Salz will er nur sehr 
mäßig angewendet wissen, um nicht einen Reiz zum Trinken herbeizu- 
führen. Also reiner Vegetarianismus in der Magenfrage. Jn 
der Kleidungsfrage das Wollsystem. Ob die reine vegetarische Er- 
nährung für alle tropischen Gegenden ebenso zweckmäßig ist, wie sie 
sich zu Natal in dem vortrefflichen Gesundheitszustand der schwer arbei- 
tenden Trappisten erwiesen hat, kann ich nicht entscheiden. Aber ich 
sollte meinen, daß fich längjt europäische Aerzte hätten daran machen 
müssen, die vorteilhafteste Lebensart für den Curopäer in West-, Ost- 
und Süd-Afrika auszuforsc<hen. So lange man sich damit begnügt, die 
Lebenden China schlu>en zu lassen und die Toten als selbstverständliche 
Opfer des Klimas zu begraben, so lange dürfen wir uns nicht rühmen, 
eine vernünftige Kolonialpolitik zu haben.“ 
Sehr schön, dieser Aufruf an die „Aerzte“, aber ich kenne meine 
„Bappenheimer“, wenigstens betreffs der Kleidungsfrage. Außer der 
in besonderem Artikel besprochenen Arbeit Dr. No <ts liegt mir z. B. 
aus diesem Leer zweierlei vor: 
1. zn 2x. 47 und 48 der (zweimal im Monat erscheinenden) 
Monatsschrift „Die Erziehung der Gegenwart“ findet sich ein 
Aufs- * van Dr. Kastan : „Der Einfluß: der.Kleidung auf die 
Gei-"heit" Derselbe ignoriert meine Arbeiten über diese Frage 
vollständia , gebt gleichfalls wie Dr. No<t von der vollständig ein- 
seitigen und falschen Voraussezung aus: „Beseitigung der Mängel (?) 
unsc“:x im Körper vorhandenen Wärmeregulierungsvorrichtungen durch 
fünsi!i“ * Schußhüllen ist Zwe unserer Bekleidung.“ Als Haupt- 
ergebms seiner Erwägungen stellt er den Satz auf: „Cs mag für den 
erjten Anschein widersinnig klingen, aber es ist vom physikalischen 
Standpunkte aus betrachtet völlig unanfechtbar zu behaupten, daß die 
wärmende Eigenschaft unserer Kleider fast gar nicht von der Art der 
verwendeten Stoffe, dagegen sehr wesentlich von der Form abhängt, 
in welcher sie hergestellt sind. Nicht die Beschaffenheit des Rohstoffes 
an sich, sondern die Form und der Umfang des Kleides bedingen die 
verschiedenen Größen der Wärmeabgabe unseres Körpers an die Um- 
gebung und umgekehrt die Einwirkung dieser auf unseren Körper.“ 
Also auch hier nur der physikalische Standpunkt, der physio- 
logische, d9% allein maßgebende, ist ihm =- Chimäre. 
". Ein Aufsaß mit der Ueberschrift: „Wie kleiden wir un?“ 
von Dr. Anton Cl. ichler-Berlin ist mir in fünf Zeitungen eingesendet 
worden: „Schleiis<e Zeitung“ vom 29. Dezember, „Leipziger 
Zeitung“ vom 20. Dez., „Tägliche Runds<au“, Unterhaltungs- 
beilage vom 22. Dez., „Dresdner Journal“ vom 24. Dez., „Wei- 
marische Zeitung" zweites Blatt vom 30. Dez., ferner in einer Zeitung, 
deren Titel und Datum aus dem eingesandten Bruchstü nicht ersichtlich, 
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