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Betriebes und der Verwaltung der Eisenbahn, Post und Telegraphen, wodurch eine unmittelbar
unter dem Finanzministerium stehende Zentralbehörde für die Verkehrsanstalten geschaffen wurde,
welche in der Oberfinanzkammer die vierte Abteilung für die Verkehrsanstalten bildete, und welche
in drei Unterabteilungen zerfiel, nämlich in eine
A. Eisenbahnbaukommission für unmittelbare Leitung des Baues, Betriebes und Ver
waltung der Eisenbahnen, eine
B. Postdirektion für unmittelbare Leitung des Betriebes und der Verwaltung der Königl.
Posten und ein
C. Telegraphenamt für unmittelbare Leitung der Einrichtung des Betriebes und der
Verwaltung des Königl. Telegraphenwesens.
Die kollegialischen Beratungen des Telegraphenamts wurden in die Eisenbahnkommission
verlegt. Die Vorstandschaft und der Vorsitz der Zentralbehörde war dem Chef des Finanzdeparte
ments Vorbehalten.
Nach siebenjährigem Bestehen dieser Einrichtung wurde aber unterm 8. November 1858
durch königl. Verordnung wiederum eine veränderte Organisation mit Trennung der Eisenbahnbau-
und Eisenbahnbetriebsverwaltung getroffen. Es wurde nämlich die vierte Abteilung der Ober
finanzkammer, die Generaldirektion der Verkehrsanstalten in vier Abteilungen zerlegt, in ihrer
Gesamtheit aber wieder dem jeweiligen Vorstande des Finanzministeriums unterstellt, nämlich:
A. eine Eisenbahnbaukommission für Beaufsichtigung und Leitung des Neubaues der
Eisenbahnen;
B. eine Eisenbahndirektion für Leitung des Betriebes und Verwaltung der erbauten Eisen
bahnen;
C. eine Postdirektion für Leitung des Betriebes und Verwaltung der Posten und
D. eine Telegraphendirektion für Leitung der Einrichtungen, des Betriebes und der
Verwaltung der Telegraphen.
Ausserdem wurde der Generaldirektion der Verkehrsanstalten die unmittelbare Leitung der
Bodensee- und Neckardampfschiffahrt übertragen.
Nach dieser neuesten Organisation wurde sodann der Personalstand der leitenden Behörden
neu eingerichtet. Der bisherige Direktor der Eisenbahnkommission, v. Bilfinger, übernahm das
Direktorium der Oberrechnungskammer; die Vorstandsstelle der neuen Eisenbahnkommission wurde
unterm 1. Januar 1859 dem Oberfinanzrat und Kanzleidirektor v. Schwarz bei dem Finanz
ministerium; ferner die Vorstandsstelle der Eisenbahndirektion dem ebenfalls im Finanzministerium
verwendeten Finanzrat Dillenius unter Beförderung zum Oberfinanzrat, die Führung des Telegraphen
amts dem Oberbaurat v. Klein, seitherigem Referenten des Telegraphenwesens, übertragen. Um die
immerhin nötige Fühlung und den Zusammenhang der beiden Eisenbahnkollegien zu erhalten,
blieben mit dem Referat über den mechanisch-technischen Teil der Eisenbahnen Oberbaurat v. Klein,
für den bautechnischen Oberbaurat v. Gaab und die Bauräte Morlok und Abel beauftragt, indem
dieselben zu ordentlichen Mitgliedern und Referenten auch zugleich der Eisenbahndirektion beauf
tragt wurden. Endlich wurden die übrigen Referenten der bisherigen Eisenbahnkommission nach
der Natur ihrer Geschäfte je in die Eisenbahnbaukommission oder in die Eisenbahndirektion eingesetzt.
Der so energische als rastlose Mann, der diese Organisationen beantragt und die Erbauung
der oben verzeichneten Bahnen eingeleitet und mit grossem Geschick und Eifer betrieben; der
insbesondere die Bahnen Reutlingen—Rottenburg; Kannstatt—Wasseralfingen; Heilbronn—Hall zur
Durchführung geleitet, nahezu vollendet hatte, sollte aber ihre Vollendung nicht mehr erleben.
Minister v. Knapp starb am 24. Mai 1861.