Volltext : Die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen

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Auslandes.  —  Jedoch,  die  Gegend  um  das  Nagoldthal  hatte  Anspruch  auf  eine  Bahn.  Die  von
Oberbaurat  Abel  nach  obiger  Beschreibung  gefertigten  generellen  Projekte  wurden  von  der
Regierung  genehmigt  und  den  Ständen  zur  Zustimmung  übergeben.
Bei  der  Verhandlung  über  diese  Bahn  Zuffenhausen—Calw  und  Pforzheim—Horb  in  der  zweiten
Kammer  wurde  im  Jahre  1865  von  den  Vertretern  der  Gäubahn,  insbesondere  von  dem  Vertreter
für  Böblingen,  Schott,  hervorgehoben,  wie  sich  letztere  ungleich  besser  für  den  Transitverkehr  eigne,
und  selbst  mehr  lokale  Berechtigung  hätte.  Doch  wurde  die  einmal  vorgelegene  Bahn  nicht  mehr
fallen  gelassen,  deren  Erbauung  dem  Regierungsantrage  gemäss  zugestimmt,  und  wurden  die  Mittel
hierfür  verwilligt.  Dabei  aber  wurde  auf  Antrag  der  Abgeordneten  Mittnacht  und  Wiest  die  Erbauung ­
  einer  Bahn  Stuttgart—Böblingen  für  spätere  Zeit  in  Aussicht  gestellt.
Für  Detailbearbeitung  der  Pläne  und  Ueberschläge  und  der  Ausführung  wurden  die  Bauämter ­
  bestellt:
Leonberg  mit  Bauinspektor  Heigelin,
Weilderstadt  I.  und  II.  mit  den  Bauinspektoren  Hennings  und  Daser,
Calw  I.  und  II.  mit  den  Bauinspektoren  Sapper  und  Bok,
Pforzheim  mit  Bauinspektor  Schmoller,
Liebenzell  mit  Bauinspektor  Möll,
Wildberg  mit  Sektionsingenieur  Stähle,
Nagold  mit  Bauinspektor  Herrmann,
Horb  mit  Bauinspektor  Krauss,
Hochbauamt  Heilbronn  mit  Bauinspektor  Schurr,
Hochbauamt  Calw  mit  Sektionsingenieur  Naschold.
Auch  diese  Bahn  war  zum  Versuchsfeld  für  billige  und  praktische  Bauausführung  ausersehen!
Grossakkorde,  Kleinakkorde  und  Ausführungen  in  Regie  sollten  hier  Probe  bestehen.  Die
sehr  mühsam  zu  erstellende  Bahn  wurde  auf  mehrere  Strecken  unter  verschiedenartigem  Verakkordierungs-
  und  Bauverfahren  zur  Ausführung  gebracht,  wobei  andere  Erfahrungen  nicht
gemacht  wurden,  als  auf  allen  übrigen  Versuchsstrecken;  auch  hier  ergab  es  sich,  dass  für  den
Staatsbaudienst  das  in  Württemberg  übliche  Verfahren,  nämlich  die  Bauarbeiten  im  Akkordswege
durch  reelle  und  bemittelte  Unternehmer  zur  Ausführung  bringen  zu  lassen,  in  erster  Linie  empfehlenswert ­
  ist.  Die  Bauarbeiten  der  Teilstrecke  Pforzheim—Horb  wurde  abgeschlossen  und  der
Betrieb  eröffnet:
zwischen  Calw  und  Nagold  am  20.  Juni  1872,
„  Pforzheim  und  Calw  am  30.  Mai  1874,
„  Nagold  und  Horb  am  30.  Mai  1874.
Gaben  die  südnördliche  Richtung  der  Linie  Pforzheim—Eutingen  und  die  gleichmässige
Richtung  der  Strecke  Horb—Tuttlingen  bis  zur  badischen  Grenze  über  längere  Zeit  noch  der  Hoffnung ­
  Raum,  dass  mit  diesen  beiden  Teilstrecken  ein  Stück  rentabler  Transitbahn  gewonnen  werde,
so  hat  sich  wegen  jener  Lageform  und  wegen  der  Konkurrenzbahnen  in  dem  Nachbarlande  bis
heute  jene  Hoffnung  nicht  erfüllt.
Zwischen  Althengstätt—Calw  ist  die  Bahn  bei  einer  Länge  von  10,772  Kilometer  zweispurig ­
  ausgeführt.
Auf  der  Schwarzwaldbahn  sind  an  Längen,  wichtigeren  Bauwerken  zur  Ausführung  gekommen ­
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