Title:
Die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen
Creator:
Morlok, Georg
Shelfmark:
1Ma 315
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1537772834592/215/
203 
Der Lage und Richtung der 
Kinzig wäre es mehr angepasst ge 
wesen, Kurven mit kleineren Radien 
zu verwenden. 
Aber die Bahn ist eine Durch 
gangs- und Yollbahn und es ist des 
halb der Radius von 350 Meter nicht 
überboten. Wegen dieser Krümmungen 
waren auf der kurzen Strecke von 
23,1 Kilometer auch nicht weniger als 
7 Tunnels und gewaltige Dämme bis 
zu 25 Meter Höhe nötig, um Aus 
gleichung der ungefügten Formen des 
Terrains zu gewinnen. 
Mit der Strecke Freudenstadt— 
Schiltach war ein Stück Erdoberfläche 
zu projektieren, welches fast alle Un- 
liebsamkeiten vereinigt, die sich der 
Erbauung von Eisenbahnen irgend ent 
gegenstellen können. 
Die Wellengebilde zwischen 
Freudenstadt und Lossburg, die schon jjj. 
auf der Gäubahn so viele Mühe ver- T 
ursacht haben, ferner der in steilem 
Abfall dem Urgebirge vorliegende Sand-, 
Thon- und Bergschutt, welche eben 
falls schon früher durch mangelnde p 
Standfähigkeit sich bemerkbar gemacht, 
und die vielen Flusskrümmungen im 
unteren Kinzigthale etc. summierten die 
technischen Sorgen zu einer ungewöhn 
lichen Zahl und Höhe. 
Nachdem die den obigen An- 
Rahnwärterhaus an der Kinzigbahn. 
deutungen entsprechend bearbeiteten 
generellen Projekte und Ueberschläge fertiggestellt, genehmigt und gesetzlich verabschiedet waren, 
wurden die Bauämter bestellt: 
Freudenstadt mit Bauinspektor Baurat Knoll, 
Alpirsbach mit Bauinspektor Stortz, 
Schiltach mit Bauinspektor Möll, 
ein Hochbauamt Freudenstadt mit Bauinspektor Eulenstein. 
Als Möll dieselben fertiggestellt hatte, wurde er durch den Tod seiner Thätigkeit ent 
rückt. An seine Stelle wurde Bauinspektor Völker eingesetzt und wurde nun durch denselben der 
Bau geleitet. 
Am 1. November 1886 wurde die Kinzigbahn in Betrieb gesetzt. Die Abrechnung wurde 
nicht mehr vom technischen Referenten vorgenommen. Derselbe hat nach Zurücklegung seines 
40. Dienst- und 70. Lebensjahres am 28. April 1886 sein Enthebungsgesuch auf das Ministerium 
getragen und dasselbe dann nach erhaltener Weisung in den Instanzenweg eingestellt und unter 
allerhöchster und gnädigster Ernennung zum Baudirektor genehmigt erhalten. Die letzten Teile
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.