Full text: Die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen

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Die Betriebskosten der deutschen Eisenbahnen im Jahre 1842. 
Nr. 
Name der Eisenbahn. 
Länge in Betrieb 
geogr. Meilen. 
Zahl der von den 
Lokomotiven zurück 
gelegten Meilen. 
B e t r i e 
b s a u s 
lagen. 
Per Meile Fahrt. 
I. Bahn 
unterhaltung. 
II. Eigentliche 
T ransportkosten. 
III. Allgemeine 
Regiekosten. 
Zusammen. 
Gesamte 
Betriebsauslagen. 
Eigentliche 
Transportkosten. 
Kosten 
der Bewegkraft. 
Kosten 
der 
Bewegkraft. 
Andere 
Transport 
auslagen. 
fl. 
fl. 
fl. 
fl. 
fl. 
fl. 
kr. 
fl. 
kr. 
fl. 
kr. 
I. 
Kaiser-F erdinands-Nordbahn 
48,58') 
94,222 
272944 
560705 
188505 
122274 
1 144428 
12 
9 
7 
57 
5 
57 
2. 
Berlin-Anhalt 
20,2 
54,159 
160747 
187967 
134710 
41815 
525239 
9 
42 
5 
57 
3 
28 
3- 
Leipzig-Magdeburg . . . 
15.7s 
56,270 
84045 
219625 
95146 
44070 
442 886 
7 
52 
5 
35 
3 
54 
4- 
Leipzig-Dresden .... 
15.5 
57,529 
96377 
212284 
108975 
35 OI 8 
452654 
7 
52 
5 
35 
3 
4» 
5- 
Köln-Aachen 
9,° 
24,122 
67 359 
101 500 
62076 
30896 
261831 
IO 
5* 
6 
46 
4 
12 
6. 
München-Augsburg . . . 
8,12 
14,9°* 
44 *9 8 
45318 
24854 
26859 
141 229 
9 
29 
4 
42 
3 
2 
7- 
Berlin-Stettin 
6,i 2 ) 
11 ,545 
24 253 
37689 
37 ”4 
5336 
104392 
9 
25 
6 
28 
3 
*5 
8. 
Wien-Gloggnitz .... 
S.0 3 ) 
40,622 
44200 
136990 
58835 
26818 
266 843 
6 
34 
4 
49 
3 
22 
9- 
Taunus 
5.5 
18,572 
47973 
99127 
5545» 
25710 
228261 
12 
*7 
8 
*9 
5 
20 
IO. 
Berlin-Potsdam .... 
3.5 
15,078 
26825 
55502 
20908 
*5346 
118141 
7 
50 
5 
2 
3 
39 
II. 
Breslau-Brieg 
3.04) 
7,713 
16648 
*3925 
11 870 
7830 
50273 
6 
3* 
3 
IO 
I 
48 
12 . 
Mannheim-Heidelberg . . 
2.55 
11,108 
13672 
29000 
18492 
10610 
7*774 
6 
28 
4 
*7 
2 
37 
142,8 
405,841 
899241 
I699192 
816936 
392 582 
3807951 
9 
23 
6 
12 
4 
I I 
1) 4i Meilen waren während 
, 43 Meile 
n während 
4 1 /« Mona 
ten in Benutzung; die 
Betriebsre 
chnung wur 
de fl 
r 14 
Mon 
ate g 
eiegt 
2) Vom 1. August bis 15. November 1842, 3 1 h Monate, waren 6 Meilen, vom 15. November bis 
30. April 1 
843 qVq Meilen im 
Betrieb. 
3) Die Betriebsrechnung der 10 Meilen langen Bahn ist für 6 Monate abgefasst. 
4 ) 3V2 Meilen waren 2V2 Monate, s 3 li Meilen 5 Monate lang im 
Betrieb. 
Die Bedeutung von Krümmungen und Steigungen für den Betrieb der Eisenbahnen lässt 
sich nach den Grundsätzen der Mechanik und den gemachten Versuchen und Erfahrungen in Zahlen 
darstellen. Versuche auf amerikanischen Bahnen haben dargethan, dass der Widerstand eines Trains in 
einer mit 400 Fuss Radius gekrümmten Bahn, bei der dort gewöhnlichen Konstruktion der Lokomotiven 
und Wagen und bei einer Geschwindigkeit von etwa drei geographischen Meilen pr. Stunde, um 50 9 /o 
grösser ist, als in einer geradlinigen Bahn, die Strecke in beiden Fällen als horizontal vorausgesetzt; 
ferner, dass der Widerstand in Krümmungen im umgekehrten Verhältnis zur Grösse ihres Halbmessers 
steht. Hieraus wurde die weitere Folgerung gezogen, dass bei einer Kurve von 200 Fuss Radius, 
wenn anders eine solche noch zulässig wäre, der Widerstand um 100°/ 0 grösser, d. i. doppelt so 
gross, als in geradliniger Bahn, sein müsste, und da die Peripherie eines Kreises von 200 Fuss Radius = 
1257 Fuss beträgt, so ist der Widerstand, den eine Kurve von 360 Graden verursacht, dem einer additio 
neilen Bahnlänge von 1257 Fuss gleich zu setzen, oder es entspricht eine Kurve von einem Grad in 
Bezug auf die Bewegkraft einer additioneilen Bahnlänge von 3 */* Fuss. Hierbei ist auf den Krümmungs 
halbmesser nicht weiter Rücksicht zu nehmen, da bei einer bestimmten Anzahl Grade der Wider 
stand zwar desto kleiner ist, je grösser der Radius, hierfür aber wieder die Kurvenlänge in geradem 
Verhältnisse mit dem Radius zunimmt. Bei Anwendung von Lokomotiven mit parallelen, festen 
Achsen und von vier- oder sechsräderigen Wagen ist der Widerstand in Kurven viel bedeutender, 
auch wächst derselbe mit der Schnelligkeit der Bewegung. Es wird daher von der Wahrheit nicht 
viel abgewichen werden, wenn man für die nachfolgenden Kalküle den Widerstand in Kurven mit 
4‘l 8 Fuss für jeden Grad in Anschlag bringt. 
Was die Steigungen betrifft, so lässt sich deren Einfluss auf ähnliche Weise in Zahlen aus- 
drücken. Es ist bekannt, dass die Kraft, welche eine Lokomotive auf einer horizontalen geraden 
Bahn auszuüben hat, gleich ist dem 250sten Teil der von ihr fortgezogenen Last. Steigt nun eine 
Bahn im Verhältnis von 1 zu 250, oder beträgt die Steigung auf 250 Fuss Bahnlänge gerade einen Fuss, 
so ist zur Hinaufschaffung der Last eine doppelt so grosse Kraft, als in der horizontalen Ebene
	        

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