Title:
Die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen
Creator:
Morlok, Georg
Shelfmark:
1Ma 315
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1537772834592/54/
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Verkehrsverhältnisse. 
Es ist eine von niemand bestrittene Thatsache, dass die Strasse von Stuttgart durch das 
Filsthal nach Ulm sich eines weit lebhafteren Verkehrs erfreut, als die Strasse des Remsthaies. Nur 
über das Wieviel herrschen sehr abweichende Ansichten. Die von dem Kaufmann Fischer mit vieler 
Umsicht und mit Benützung amtlicher Quellen zusammengestellten und auf dem Landtage von 1843 
den Ständen vorgelegten Tabellen weisen ein Verhältnis des Verkehrs im Filsthale zu dem im 
Remsthale: an Personen wie 3 V 2:1 > an Gütern wie 3:1 nach. 
Eine von dem Finanzrat Autenrieth in neuester Zeit vorgenommene Revision jener Tabellen, 
auf welche wir uns hier zu beziehen erlauben, zeigt, dass das oben erwähnte Verhältnis seit der 
Zeit der ursprünglichen Aufnahme sich für das Filsthal noch günstiger gestaltet hat, indem im Fils 
thal der Personenverkehr einen Zuwachs von 69 Prozent, der Güterverkehr von 30 Prozent, im 
Remsthal dagegen der Personenverkehr einen Zuwachs von 25 Prozent, der Güterverkehr von 
5 Prozent erfahren hat. 
Es wird uns daher erlaubt sein, die Beyseschen Angaben, durch welche das Gegenteil bewiesen 
werden soll, unbeachtet zu lassen, um so mehr, als sie sich nicht etwa auf Erhebungen, sondern auf 
willkürliche Annahmen und Berechnungen stützen, und das Gepräge absichtlicher Uebertreibung zu 
gunsten des Remsthaies allzu auffallend zur Schau tragen. 
Betriebskosten. 
Ungeachtet des für die Remsthalbahn ungünstigen Resultates der amtlichen Verkehrsaufnahmen 
wollen wir bei der Vergleichung beider Linien hinsichtlich ihrer Betriebskosten von der für die 
letztere Linie günstigen Annahme ausgehen, dass in beiden Richtungen ein gleicher Verkehr statt 
finden würde, und dieselben auch in Beziehung auf ihre Betriebskosten miteinander in Parallele stellen. 
Angenommen, der Verkehr bedinge im Durchschnitt für das ganze Jahr den Abgang von 
vier Zügen täglich in jeder Richtung, so werden auf jeder Stunde Bahnlängc des Jahrs 3000 Weg 
stunden von den Lokomotiven zurückgelegt, und nach Seite 57 und 58 unseres Berichts vom 
19. März betragen dann die jährlichen Betriebskosten in denjenigen Strecken, welche 1:100 zum 
Steigungsmaximum haben, 13500 fl. per Wegstunde (13000 Fuss), wovon der dritte Teil 4500 (1. 
für die Bahnunterhaltung und die Regie, und der Rest an eigentlichen Transportkosten. 
In dem erwähnten Berichte wurde von uns ferner nachgewiesen, dass der von dem Steigungs 
verhältnis 1:45 bedingte Mehraufwand für den Betrieb der Albbahn zu 2 fl. 30 kr. per durch 
laufene Wegstunde und in Summe zu 32000 fl. veranschlagt werden müsse. 
Hiernach berechnen sich nun die Betriebskosten einer Bahn von Stuttgart nach Ulm durch 
das Filsthal über Geislingen, wie folgt: 
1) Stuttgart—Geislingen. 
16,67 Stunden d 13500 fl 225045 fl. 
2) Geislingen—Ulm. 
8,15 Stunden d 13500 fl. 
110025 A- 
Mehraufwand wegen der Rampen bei Geislingen und Ulm d 32000 fl. . 142025 fl. 
Summa der Betriebskosten 367070 fl. 
Im Durchschnitt per Wegstunde 14800 fl. 
Die Betriebskosten der Bahn von Stuttgart über Aalen und Sontheim würden sich dagegen 
wie folgt stellen: 
Stuttgart—Aalen—Ulm. 
39,64 Stunden, die Betriebskosten per Stunde, da die Steigung von 1 :100 nirgends über 
schritten wird, r 3 500 fl. (wie zwischen Stuttgart und Geislingen) 535140 fl.
        

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