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Das Land
s-Laut ähnlichen, th), lateinisch Sina; und zwar für das entlegenste
Land, das man vom Roten Meere aus zur See ostwärts fahrend erreichte,
mit dem Hafen Kattigara. Kattigara lag an der damals zu
China gehörigen Küste von Annam oder Tongking. Im Periplus blickt
auch die richtige Vorstellung durch, daß dieses Land Sina zugleich
das große Ostreich (Serica) sei, von dem aus die Seide über Land
nach Vorderindien kam; Ptolemaios dagegen trennt Serica, das
spätere Kathai, im Norden, von Sina im Süden. Eine Irrung, die infolge
seiner großen Autorität anderthalb Jahrtausende lang gedauert hat.
Erst als der Jesuit Benedikt Goes 1602—05 von Vorderindien nach
Kathai reiste, um dort Mission zu treiben, während sein Ordensbruder
Matteo Ricci schon vorher über Kanton nach Sina gegangen war,
erfuhr er, daß Ricci auch in Kathai arbeite, d. h. daß Kathai und Sina
identisch seien.
Der auf dem Seewege nach dem Abendlande gedrungene Name Sina
geht wohl zurück auf das chinesische Djinan, wie die Chinesen die
Südprovinz ihres Reiches, in der Kattigara lag, damals nannten, unter
Anlehnung an einen schon bestehenden malayischen Namen jener
Küstengegenden. Das ist nach Richthofen wahrscheinlicher als die
seit Martini übliche Annahme, es stecke darin die Benennung der
Tsm-Dynastie, unter der am Ende des dritten vorchristlichen Jahrhunderts
jene Gegenden dem chinesischen Reiche einverleibt worden
waren. 1 ) Im Abendlande und Vorderasien erhielt sich dann der Name
Sina unter mancherlei Veränderungen, z. B. Tsinistan in Persien, bis
er in der heute bei uns üblichen Schreibung China zum erstenmal 1537
auf der Weltkarte Kaiser Karls V. erscheint.
Wie dieser eigentlich richtig auszusprechen ist, läßt sich bei der
Unsicherheit seiner Ableitung kaum entscheiden. Nicht richtig dürfte
jedenfalls die deutsche Aussprache des Ch wie in unserem „nicht“
sein. Ebensowenig die Aussprache wie K. Desgleichen wie Sch in
dem französischen Chine. Ganz unberechtigt ist die Aussprache des
i als ai, wie sie durch das Englische jetzt universell zu werden
beginnt.
Im chinesischen Volke selbst ist der Name China für ihr Land nicht
gebräuchlich. Erst neuerdings fangen die Chinesen unter dem Einfluß
der Fremden an, ihn, in deren Aussprachen, für den Verkehr mit dem
Auslande zu verwenden. Unter den einheimischen Bezeichnungen ist
die häufigste Tschungkuo, d. h. „Mittelreich“. Sie ist entweder der
Ausdruck für die beinahe allen Völkern geläufige Vorstellung, daß
1) Richthofen, China I, 503H.