Volltext : China

Das  Klima

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doch  eine  Annäherung  daran  im  südlichsten  China  unverkennbar.
Charakterpflanzen  der  Tropen  mischen  sich  stärker  in  das  Vegetationskleid. ­
  Die  Kleidung  der  Eingeborenen  ist  eine  entsprechend
leichtere;  die  Kinder  und  die  Männer  der  unteren  Klassen  sieht  man
vielfach  fast  nackt  gehen.
Auf  dem  hochgelegenen  Plateau  von  Yünnan  sind  die  Temperaturen ­
  durchschnittlich  niedriger.  Die  Stadt  Yünnan  (1900  m
M.-H.)  unter  25 0  Breite,  hat  22,6°  im  Juli,  8,3°  im  Dezember.  Im
Jahre  16,4°.
Die  Niederschläge  sind  in  Mittel-  und  Südchina  naturgemäß  reicher
als  in  Nordchina.  Sie  liegen  hier  durchschnittlich  oberhalb  von  1000  mm
im  Jahr.  Auch  sie  fallen  durchaus  vorwiegend  in  die  Sommerhälfte  des
Jahres;  jedoch  in  Mittelchina  nur  noch  etwa  zu  70  %.  Daher  sind  auch
die  Wintermonate  hier  häufig  trübe,  und  wenn  auch  ausgesprochen
Regentage  im  Winter  selten  sind,  so  gibt  es  doch  öfters  recht  dunstige.
Die  Sommerzeit  ist  ausgesprochen  feucht.  Auch  hier  schwellen  Flüsse
und  Seen  gewaltig  an.  Die  mit  Reis  bestellten  Niederungen  verwandeln
sich  in  ungeheure  Sümpfe,  über  denen  eine  drückende,  für  den
Europäer  schwer  erträgliche  und  ungesunde  Schwüle  lastet.  Die
Regenmenge  des  küstennahen,  aber  flachgelegenen  Schanghai  ist
1170  mm.  Die  des  mehr  landein,  aber  am  Fuß  des  Gebirges  liegenden
Kiukiang  1500  mm.  Das  fern  vom  Meere  gelegene  Tschungking  hat
immer  noch  1080  mm;  die  gegen  Westen  immer  höher  ansteigenden
Berge  kondensieren  noch  bis  an  die  Westgrenze  Chinas  reichliche
Regen.  Das  tief  in  einem  eingesenkten  Becken  in  Windschatten
gelegene  Tschöngtu  hat  noch  940  mm.  Anderswo  ist  in  besonders
geschlossenen  Tälern  relative  Trockenheit  deutlich  zu  beobachten. 1 )
In  den  hohlen  Gassen  der  hinterindischen  Riesenströme  schafft  die
aufwärtsdringende  Monsunwelle  noch  bis  über  den  Wendekreis  hinauf
Waldwuchs.  Am  Mekong  reicht  das  Waldgebiet  bis  28°  Breite.  Weiter
nördlich  herrscht  nur  noch  Grasvegetation. 1  2 )
Im  östlichen  Südchina,  soweit  die  Beobachtung  reicht,  ist  der  Regenfall ­
  noch  stärker.  Kanton  hat  im  Jahre  1665  mm.  Die  jahreszeitliche
Verteilung  ist  minder  regelmäßig.  Im  Sommer  fallen  durchschnittlich ­
  80  %,  im  Winter  nur  20  %  der  Niederschläge.
Koppen  rechnet  weitaus  den  größten  Teil  Chinas  den  „warmgemäßigten, ­
  wintertrocknen  Regenklimaten“  zu,  nur  den  Norden,  in  der
großen  Ebene  etwa  von  Hwangho  an  nordwärts,  dem  wintertrockenen
borealen  Klima.  Nach  Westen  läßt  er  letzteres  Gebiet  noch  weiter  süd-1)

  Vgl.  Wegener,  Im  innersten  China,  für  die  Provinz  Kiangsi.

2)  Bouterwek,  Das  Land  der  meridionalen  Stromfurchen.  S.  205f.
            
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