Title:
Ostasien in der Krise
Creator:
Wegener, Georg Linde, M. Wertheimer, Fritz Praesent, Hans
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1539155476229_6/14/
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und dort gegen die Steppe vorzuschieben; allein es geschieht mit 
unsicheren Erträgen. 
Auch die Mandschurei hat sich infolge dieser Sommerregen als 
für den Ackerbau braudibar herausgestellt. Und so kommt es, daß 
das ganze Ostasien ein gewaltiges Gebiet einer großartigen Acker 
baukultur und festen Ansässigkeit gegenüber den Nomaden- oder 
Jägerkulturen Inner- und Nordasiens geworden ist; mit allen be 
deutsamen Begleiterscheinungen des Reichtums, der geistigen Er 
rungenschaften, der Menschen Vermehrung; eine der großen Haupt 
regionen der Entwicklung der menschlichen Gesittung. Es sind auch 
weitgehend die gleichen Methoden des Bodenbaus: Pflug, Düngen, 
Bodenterrassierung, künstliche Bewässerung, die wir überall hier 
finden; es sind, den Varianten des gemeinsamen Klimas entspre 
chend, auch die gleichen Nutzpflanzen, deren sich diese Kultur be 
dient: Weizen in den nördlichen, Mais und Reis in den mittleren, 
Zuckerrohr in den südlicheren Teilen. Daneben die Baumwolle, der 
Maulbeerbaum als Grundlage der Seidenzucht, der Tee, der das 
Nationalgetränk in China wie J apan liefert, der Bambus mit seiner 
erstaunlichen Vielverwendbarkeit. Auch die Nutztiere sind weit 
gehend die gleichen und auch die verhältnismäßige Sparsamkeit 
ihrer Verwendung im Vergleich mit der abendländischen Welt. 
So nimmt es nicht wunder, daß die Kultur dieser in sich so ähn 
lichen, gegen außen so abgesonderten Welt so große Gemeinsam 
keiten aufweist. Um so weniger, als auch rassenmäßig in der Be 
völkerung, die Träger dieser Kultur ist, starke Ähnlichkeiten vor 
herrschen. Die Hauptmasse der Bevölkerung Ostasiens ist mongo 
lischer Art; doch sind andere Elemente beigemischt, die dann mehr 
oder minder von der mongolischen Rasse assimiliert wurden. In 
Japan unterscheidet man in der Hauptsache drei Bestandteile. Eine 
Urbevölkerung, die wohl in den Ainos von Yesso noch unvermischt 
erhalten, sonst aber in den späteren Einwanderern aufgegangen 
ist. Dann mongolische Stämme, die über Korea hereinkamen. End 
lich wohl ein malayisches Element, das zur See vom Süden kam 
und zunächst hauptsächlich die wärmeren Teile des Landes be 
siedelt hat, von denen dann die herrschende Staats- und Volks 
bildung ausgegangen ist. Man schreibt dem malayischen Ein 
schlag im japanischen Volk jene eigentümliche Abgeneigtheit, ja 
Unfähigkeit der heutigen Japaner zu, trotz des Bevölkerungs 
druckes im eigenen Lande und trotz der von der Regierung ihnen 
gebotenen Vorteile, in ihrem eigenen Nordlande Yesso, in Korea
        

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