Title:
Ostasien in der Krise
Creator:
Wegener, Georg Linde, M. Wertheimer, Fritz Praesent, Hans
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1539155476229_6/52/
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landseroberungen zu verstärken, nachdem es in Korea festen Fuß 
gefaßt hat, auch das Vorland, die Mandschurei, mit ihren gewaltigen 
Bodenschätzen und ihrer so entwicklungsfähigen Landwirtschaft, 
sich zu sichern und schon mit der erkennbaren Absicht zur Abrun 
dung militärisch schwer zu verteidigender Gebiete auch Teile der 
Mongolei unter seine Botmäßigkeit zu bringen. Das japanische Meer 
soll wirklich ein japanisches, sozusagen ein Binnengewässer werden, 
das durch Minensperren und Unterseeboote nach außen unschwer 
abzusperren und bei kriegerischen Verwicklungen leicht zu vertei 
digen wäre, so daß der Widerstand des kontinentalen und des Insel 
japan, also des künftigen Groß-Japan, mit seinem Binnenaustausch 
von Agrarprodukten und Bodenschätzen, gegen äußere Gegner auf 
eine ganz neue Basis gestellt würde. Japan möchte rechtzeitig der 
Möglichkeit Vorbeugen, daß ihm dereinst von künftigen Gegnern 
ein „deutsches Schicksal“ bereitet würde. Die rein bevölkerungs 
politischen Absichten, etwa in den neueroberten Gebieten den Ge 
burtenüberschuß unterzubringen, treten gegenüber diesen groß 
politischen Bestrebungen zurück. Japan betreibt ja zu gleicher Zeit 
eine von der Welt wenig beachtete, aber um so zielsicherere Aus 
wanderungspolitik nach bevölkerungspolitisch günstigeren Gebieten 
Südamerikas und Mittel amerikas und bringt alljährlich schon jetzt 
Zehntausende seiner Landsleute in Siedlungen und Gebieten unter, 
wo es künftig, wenn es erst wirklich ein „Groß-Japan“ geworden 
ist, ein Wort mitzusprechen haben wird. Was den fernen Osten 
selbst anlangt, so scheint es fast so, als ob man die Begründung für 
das Vorgehen in der Mandschurei: man brauche neues Siedlungs 
land für den Geburtenüberschuß, bereits aufgegeben habe oder 
wenigstens zurückstellt, nachdem feststeht, daß weder Korea, noch 
die ja schon bisher stark der japanischen Kontrolle unterworfene 
Mandschurei irgendwie nennenswerte Mengen japanischer Bevölke 
rung in den letzten Jahrzehnten aufgenommen haben, noch in den 
kommenden Jahrzehnten werden aufnehmen können, da der Ja 
paner als Siedler und Arbeiter dem kräftigeren und einfacheren, 
willigeren und billigeren chinesischen Konkurrenten kaum gewach 
sen sein wird. Immerhin mag man neben den militärischen und 
wirtschaftlichen Zielen auch noch an die Unterbringung von Hun 
derttausenden oder sogar von ein paar Millionen von Technikern 
und Ingenieuren, Beamten und Soldaten, Kaufleuten und Händlern 
denken, wie das eine kommende kapitalistische Durchdringung der 
neueroberten Gebiete mit sich brächte. Der japanische Angriff auf
        

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